Die Diesel-Ära endet: In diesem Jahr beginnt die Elektrifizierung der 75 Kilometer langen Hochrheinbahn zwischen Basel und Erzingen (Kreis Waldshut). Ab April wird die Strecke voll gesperrt. Der Ausbau der Hochrheinbahn ist ein "Meilenstein" für einen besseren Nahverkehr in der Region zwischen Basel und Bodensee, sagt Lothar Probst. Er ist Experte für den Nahverkehr am Hochrhein. Doch bis es soweit ist, dauert es und Reisende auf der Strecke brauchen erstmal viel Geduld.
Hochrheinbahn: Wann und wie lange wird die Strecke gesperrt?
Die ersten Vorarbeiten haben bereits im Herbst 2025 begonnen. Am 26. April 2026 beginnt die Vollsperrung: Dann wird die Bahnstrecke zwischen Rheinfelden (Kreis Lörrach) und Waldshut (Kreis Waldshut) komplett gesperrt. Das Teilstück von Basel bis Waldshut wird 16 Monate lang gesperrt. Der Abschnitt von Waldshut bis Erzingen (Kreis Waldshut) soll in 12 Monaten fertig sein. Reisende und Pendler müssen in dieser Zeit auf Busse, die länger als Züge brauchen. Lothar Probst vom Amt für Mobilität und Wirtschaft im Landratsamt Waldshut spricht von einem Zeitverlust zwischen 30 und 60 Minuten auf der gesamten Strecke.
Warum sich der Aufwand von Ausbau und Elektrifizierung der Bahnstrecke lohnt
434 Millionen Euro sollen Ausbau und Elektrifizierung der 75 Kilometer langen Bahnstrecke kosten. Neben Bund, Land und Kommunen beteiligt sich auch die Schweiz an den Kosten. Die Projektpartner versprechen:
1. Mehr Klimaschutz: Die neue Hochrheinbahn kommt ohne Diesel aus. Sie bekommt durchgängig Oberleitungen und die Züge fahren mit Strom. Das ist leiser. Zudem können auf der Bahnstrecke auch neue modernere Züge fahren.
2. Neue Verbindungen: Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) werden nach dem Fahrplanwechsel eine neue Ost-West-Verbindung anbieten. Der Hochrhein-Bodensee-Express fährt neunmal pro Tag direkt von Basel über Waldshut, Schaffhausen und Singen bis nach Konstanz und St. Gallen-Herisau (Schweiz).
3. Barrierefreiheit: Entlang der gesamten Strecke werden 36 Bahnsteige an 17 Stationen angepasst. So werden barrierefreie Zugänge geschaffen, die besonders für mobilitätseingeschränkte Menschen Vorteile bieten. Im Regionalverkehr werden zudem zusätzliche Haltepunkte gebaut.
4. Bessere Umsteigeverbindungen: Insbesondere in Waldshut verbessert sich die Anbindung an die Schweiz, etwa nach Zürich und Baden.
Lothar Probst leitet das Amt für Wirtschaft und Mobilität im Landkreis Waldshut. Seit zehn Jahren beschäftigt er sich intensiv mit dem Ausbau der Hochrheinbahn.
Schienenersatzverkehr am Hochrhein
Um die Beeinträchtigungen möglichst in Grenzen zu halten, setzen die Verantwortlichen auf mehrere Punkte:
- Zusätzliche Verbindungen: Im Gegensatz zu den Zügen fahren die schnellen Busse im Halbstundentakt.
- Ansprechpersonen: Von 6 Uhr bis 22 Uhr sollen in Rheinfelden, Waldshut und Erzingen Ansprechpersonen vor Ort sein, um Bahnreisenden zu helfen.
- Zusätzlicher Halt: In Waldshut wird es eine zweite Haltestelle geben, um die Wege zu verkürzen.
Es wird eine schwere und harte Zeit für die Fahrgäste.
Kein Fahrradtransport per Bahn Richtung Bodensee
Trotz der Bemühungen für einen guten Schienenersatzverkehr bleiben Einschränkungen nicht aus. Fahrräder können während des Schienenersatzverkehrs nicht transportiert werden. Der Grund: Die Busse sind nicht groß genug.
Vor allem im Sommer ist die Hochrheinbahn ein beliebtes Transportmittel für Touristen, die zwischen Schwarzwald und Bodensee mit dem Fahrrad unterwegs sind.
Ausblick nach Ende der Bauarbeiten am Hochrhein
Zwischen Waldshut und Erzingen sollen in Richtung Bodensee im Frühjahr 2027 wieder Züge fahren. Das westliche Teilstück von Basel bis Waldshut dauert länger. Dort ist die Inbetriebnahme im Herbst 2027 geplant. Mit dem neuen Fahrplanwechsel im Dezember 2027 wird die Strecke neu ausgeschrieben. Es wird davon ausgegangen, dass sich auch die SBB an der Ausschreibung beteiligen.
Wir haben 2017 mit den Planungen begonnen und ich freue mich riesig, dass es jetzt losgeht.