575 Fälle in 2025

Nach Höchststand 2023: Wieder weniger antisemitische Straftaten in BW

Pöbeleien, Parolen, verbrannte Flaggen: Trotz rückläufiger Zahlen bleibt Antisemitismus in Baden-Württemberg ein Problem - und das aus allen politischen Richtungen.

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Stand

Die Zahl antisemitischer Straftaten ist im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge gesunken - dennoch werden weiterhin jeden Tag solche Delikte in Baden-Württemberg begangen. Die Zahl der registrierten Fälle sank 2025 im Vergleich zum Vorjahr von 590 auf 575 Fälle, wie das Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Antisemitismus aus verschiedenen politischen Richtungen

Der Antisemitismus sei weiter "in allen Phänomenbereichen" präsent, teilte das Ministerium mit - die Straftaten werden also nicht nur von rechts, sondern auch von links oder aus einer islamistischen Ideologie heraus begangen. "Mehr denn je müssen wir uns gegen antisemitischen Hass stellen - und das tun alle in der Landesregierung", sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU), "der Antisemitismus war und ist nicht weg, auch wenn er seit dem Höchststand von 2023 wieder rückläufig ist."

Jüdisches Leben sei Kern staatlicher Verantwortung - das sei nicht verhandelbar. "Wir stehen fest an der Seite der Jüdinnen und Juden. Und bei Antisemitismus schauen wir nicht weg, wir hören genau hin, sind hellwach und hochsensibel", so der CDU-Politiker. "Das gilt übrigens völlig unabhängig davon, ob der Antisemitismus aus einer rechts- oder linksextremistischen oder islamistischen Ecke kommt - wir haben einen Rundum-Blick." Es gebe keinen "guten Antisemitismus", betonte Strobl.

Höchststand antisemitischer Straftaten 2023

In den vergangenen Jahren wuchs der Antisemitismus in Deutschland an. Im Jahr 2023 wurden 668 Straftaten in Baden-Württemberg registriert. Das Ministerium führte das damals auf die Ereignisse nach dem 7. Oktober 2023 zurück, den Tag des Überfalls der radikal-islamistischen Terrororganisation Hamas auf Israel. Zum Vergleich: 2017 gab es in Baden-Württemberg lediglich 99 behördlich registrierte antisemitische Straftaten.

Als antisemitisch werden Straftaten erfasst, die aus einer antijüdischen Haltung heraus begangen werden. Zum Katalog der antisemitischen Straftaten gehört die Volksverhetzung ebenso wie die Beleidigung oder das sogenannte Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, zumeist das Tragen eines Hakenkreuzes. Zu den Delikten in dem Bereich gehört auch, wenn etwa Flaggen des Staates Israels, die zum Beispiel an Rathäusern als Zeichen der Solidarität gehisst wurden, beschädigt werden.

Baden-Württemberg
Ein Teilnehmer trägt eine Kippa mit Davidstern auf der Kundgebung zum Europäischen Jüdischen Jugendkongress (Symbolbild).

100 Fälle im ersten Halbjahr Weniger Anzeigen wegen antisemitischer Straftaten in Baden-Württemberg

Die Zahl der registrierten antisemitischen Straftaten in BW ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung sieht einen Gewöhnungseffekt.

Der Antisemitismusbeauftragte der Landesregierung, Michael Blume, warnt vor zunehmender Bedrohung gegen Jüdinnen und Juden.

Antisemitische Straftaten nehmen zu Antisemitismusbeauftragter Blume warnt vor Bedrohungen gegen Jüdinnen und Juden

Hass gegen Jüdinnen und Juden breitet sich aus. Der Antisemitismusbeauftragte der baden-württembergischen Landesregierung, Michael Blume, mahnt aus Anlass eines historischen Datums.

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