Serie: Wünsche an die Politik

Sozial-Reformen: Wie die Bundesregierung für mehr Gerechtigkeit sorgen könnte

Deutschland muss sein Sozialsystem reformieren. Veränderungen unterstützt auch Verena Bentele, Präsidentin vom Sozialverband VdK. Sie kritisiert allerdings im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich, die Lasten würden nicht gerecht verteilt. Ein Beispiel sei die Pflegereform.

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Für pflegende Angehörige sollen die Rentenpunkte reduziert werden. Dieser Ansatz gehe in die falsche Richtung, bemängelt die VdK-Präsidentin: "Da trifft man eine Gruppe, die uns als Gesellschaft extrem gut unterstützt. Angehörige leisten den Hauptteil der Pflege und haben einen Riesenverdienst für die Gesellschaft." Ihnen weniger Rentenpunkte zu geben, komme einem Mangel an Wertschätzung gleich.

Telefonische Krankschreibung nicht abschaffen

Nichts hält Verena Bentele von der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Gerade für Menschen auf dem Land sei der Weg zum Arzt oft eine "Riesenherausforderung". In den Arztpraxen drohe außerdem die Gefahr, andere anzustecken. Hinzu komme, dass der Arzt eine Krankschreibung möglicherweise gleich für eine ganze Woche vornehme. Die VdK-Präsidentin ist sich deshalb nicht sicher, "ob der gewünschte Effekt eintritt. Und mich stört das Misstrauen, dass den Menschen von Seiten der Bundesregierung entgegengebracht wird." Denn die allermeisten würden nicht krankfeiern, sondern sich gegenüber ihren Kollegen verantwortungsbewusst verhalten.

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Sozialverband VdK will mehr Gerechtigkeit bei Sozialreformen

Die aktuelle Diskussion um die Reform des Sozialsystems wird nach Ansicht der VdK-Präsidentin einseitig zugespitzt. Dazu gehöre die Debatte über die Gesundheitskosten für Bürgergeldempfänger. Der Sozialverband sei dafür, dass diese Ausgaben aus Steuermitteln finanziert würden. "Es ist wichtig, dass das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wird." Doch die Diskussion auf den finanziellen Aspekt zu reduzieren, bringe nichts: "Wir haben ein solidarisches System und da geht es auch hier um Gerechtigkeit, wie alle Menschen gut versorgt sind", sagt Verena Bentele.

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Stefan Eich
Stefan Eich steht im Gang eines SWR-Gebäudes.
Onlinefassung
Andreas Böhnisch
Andreas Böhnisch steht vor dem Logo von SWR Aktuell.