Start der Frauen-Bundesliga

Der VfB Stuttgart im Teamcheck: Bundesliga-Premiere mit Top-Kader

Nach drei Aufstiegen in Folge starten die Frauen vom VfB Stuttgart in ihr Bundesliga-Abenteuer. Trainer Nico Schneck möchte in der Debüt-Saison zunächst "im unteren Drittel gut mitschwimmen". Personell sind die Schwäbinnen sehr gut aufgestellt. Der Neuling im Teamcheck.

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Von Autor/in Melissa Heinz

Nach dem Durchmarsch aus der Oberliga bestreiten die Stuttgarterinnen am Sonntag (23.08., 14 Uhr) ihr erstes Bundesliga-Spiel. Auf den VfB wartet mit der TSG Hoffenheim in der SNP-Arena auch gleich das erste Top-Team. Gegen den Tabellenvierten der Vorsaison wollen die Schwäbinnen einen positiven Start ins Bundesliga-Abenteuer hinlegen. Im Interview mit SWR Sport spricht Trainer Nico Schneck aber auch über die anstehenden Herausforderungen seiner erfolgsverwöhnten Mannschaft: "Einige Spielerinnen kennen aus der Vergangenheit sehr viel Siege. Jetzt wird es darum gehen, auch wieder mit Niederlagen umzugehen.“

Saison 2025/26: Trainerwechsel auf dem Weg zum Aufstieg

Um das Oberhaus zu erreichen, hatte sich der VfB Stuttgart schon im vergangenen Jahr mit Spielerinnen wie Maximiliane Rall und Nicole Billa verstärkt und Bundesliga-Erfahrung ins Team geholt. In der Hinrunde der Zweitligasaison konnten sich die Stuttgarterinnen schnell auf die Aufstiegsplätze spielen. Doch auf der Zielgeraden gab es im Frühjahr dann einen Dämpfer: das Heimspiel vor Rekordkulisse in der MHP-Arena verloren die Stuttgarterinnen gegen die Mitaufsteigerinnen vom 1. FSV Mainz 05. Unmittelbar danach löste Nico Schneck den damaligen Chefcoach Heiko Gerber ab, der das Team seit der Oberliga trainiert hatte. Schneck blieb mit dem Team in den letzten sechs Spielen ungeschlagen und konnte am vorletzten Spieltag die Zweitliga-Meisterschaft und den Aufstieg in die Bundesliga fix machen.

16 Spielerinnen im Kader haben bereits Erstliga-Erfahrung

Nach dem Aufstieg trennte sich der VfB im Sommer von insgesamt elf Spielerinnen. Einige von ihnen, wie Anja Selensky oder Jana Spengler, hatten den VfB Stuttgart von der Oberliga bis in die Bundesliga geführt. "Natürlich ist, was das angeht, ein Stück Kern gegangen", sagt Schneck. Man habe sich dafür entschieden, "mehr Qualität von außen dazuzuholen. Das ändert nichts an der Dankbarkeit, die wir haben für die Spielerinnen, die uns da hingebracht haben".

Für die erste Bundesliga-Saison verpflichtete der VfB Stuttgart im Sommer erneut namhafte Spielerinnen: Vom AC Mailand wechselte Torhüterin Laura Giuliani nach Bad Cannstatt. Die 33-Jährige, die bereits 117-Mal für die italienische Nationalmannschaft aufgelaufen ist, übernimmt die Rolle der neuen Nummer 1 der Stuttgarterinnen. Die deutsche Ex-Nationalspielerin Chantal Hagel kam vom FC Sevilla zu den VfB-Frauen und kehrte damit in die Bundesliga und ein Stück näher an ihren Heimatort Calw zurück. Trotz des neu zusammengestellten Kaders haben mehrere Spielerinnen eine persönliche Verbindung zur Stuttgarter Region: "Wir haben schon einige, die wirklich tiefstes Schwäbisch sprechen untereinander", erzählt der Coach.

Von Bundesligisten wechselten im Sommer Verteidigerinnen Greta Stegemann (SC Freiburg) und Julia Mickenhagen (Bayer 04 Leverkusen), Adriana Achcinska vom 1. FC Köln und Stürmerin Verena Wieder (SV Werder Bremen) nach Stuttgart. U-19 Nationalspielerin Luzie Zähringer ist vom FC Bayern für drei Jahre an den Verein am Neckar ausgeliehen. Mira Arouna von Eintracht Frankfurt II und Katana Norman, die zuvor in der US-amerikanischen Liga spielte, wollen beim VfB den nächsten machen.

Aus den eigenen Reihen rückten die im August gerade 16 Jahre alt gewordene Svenja Hecke und die gleichaltrige Laura Carollo in die Frauen-Mannschaft auf. "Es soll der Weg sein, dass junge Talente hier aus der Region sehen: Beim VfB habe ich die Möglichkeit, wenn ich Gas gebe, vielleicht Bundesliga zu spielen", sagt Schneck über die jungen Nachwuchstalente.

Die SWR Doku Reihe "Furchtlos und Neu" bietet einen Einblick in die Anfänge der VfB- Frauen und begleitet ihre erste Saison in Weiß-Rot

Los geht's VfB-Frauen! Furchtlos und Neu - Folge 1 | SWR Sport

Das Trainerteam kennt die Frauen-Bundesliga

Neben dem Kader gab es auch Veränderungen im Trainerstab: Samuel Fagerholm und Ivana Rudelic sind die neuen Co-Trainer:innen an der Seite von Schneck. Rudelic bringt die Erfahrung von über 15 Jahren als Spielerin in der Bundesliga mit und auch Schneck ist mit dem Erstliga-Niveau vertraut. Bevor der 38-Jährige im März 2026 den Cheftrainerposten der VfB-Frauen übernahm, war er zunächst Interimstrainer und später Co-Trainer bei den Fußballerinnen des SC Freiburg.

Auch den Schritt von der 2. Frauen-Bundesliga in die Bundesliga hat der VfB-Trainer schon einmal gemeistert. Im Sommer 2022 führte er den MSV Duisburg als Teamchef zurück in die Frauen-Bundesliga. Als das Team dann aber gegen Ende der Saison auf den Abstiegplätzen gestanden hatte, wurde Schneck freigestellt. Mit dem VfB Stuttgart ist das Szenario als Aufsteiger nun ein anderes, wie Schneck betont: "Da sind wir hier schon wirklich einige Schritte voraus. Da können wir uns hier schon, was Infrastruktur und Personal angeht, anders vergleichen mit anderen Teams aus der Bundesliga."

Vorbereitung und Ausblick auf die erste Saison

Bei den Saisonzielen ist trotzdem Zurückhaltung spürbar: "Wir müssen uns erstmal anpassen an das Niveau“, sagt Schneck. "Ich hoffe, dass wir im unteren Drittel gut mitschwimmen können. Wie viele Teams das dann sind, mit denen wir auf Augenhöhe sind, werden wir sehen." Einen ersten Eindruck über diese Augenhöhe dürften die letzten beiden Testspiele der Vorbereitung geliefert haben: Gegen die TSG Hoffenheim und den SC Freiburg konnten die VfB Frauen zwar über lange Strecken mithalten - in beiden Partien mussten sich die Stuttgarterinnen aber am Ende geschlagen geben. Die Vorbereitung sei aus Sicht des Cheftrainers aber positiv verlaufen: "Man merkt jetzt schon auch in der Mannschaft, dass mit den Hufen gescharrt wird."

Saisonauftakt vor großer Kulisse in Hoffenheim

Los geht es am ersten Spieltag dann vor einer besonderen Kulisse: In der Hoffenheimer SNP-Arena, in der auch die Bundesliga-Männer spielen, werden mehrere tausend Fans erwartet. Für einige Stuttgarterinnen ist es gleichzeitig das Wiedersehen mit dem Ex-Verein, wie beispielsweise für Nicole Billa, die sich nach über neun Jahren bei der TSG Hoffenheim auf das "besondere Spiel" freut: "Es ist einfach etwas schönes, wenn man da spielen darf, auch im großen Stadion."

Das erste Heimspiel im neuen "Wohnzimmer" unter dem Fernsehturm, dem GAZi-Stadion auf der Waldau, steht dann am 29. August an, Gegnerinnen sind die Frauen des Hamburger SV.

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Melissa Heinz