Start der Frauen-Bundesliga

Mit neuem Trainer und der "nächsten Giulia Gwinn"? Der SC Freiburg im Teamcheck

Auch in diesem Sommer hat der SC Freiburg Top-Spielerinnen an die Liga-Konkurrenz abgegeben. Der neue Trainer Marco Konrad sieht darin die Chance, "schlummernde" Potenziale in seinem Kader weiterzuentwickeln. Die Breisgauerinnen im Teamcheck.

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Von Autor/in Melissa Heinz

Die Tabellenachten der Vorsaison starteten mit einigen personellen Veränderungen in die Vorbereitung. Wie auch die Männermannschaft des SC Freiburgs verbrachten die Freiburgerinnen das Trainingslager in Schruns. Gegen den 1. FC Nürnberg absolvierten sie dort das erste Testspiel gegen den Liga-Konkurrenten erfolgreich. Und auch der Abschluss der Vorbereitung gelang zuhause mit einem 1:0-Sieg gegen die Aufsteigerinnen des VfB Stuttgart.

Den neuen Trainer Marco Konrad stimmt die Kennenlernphase mit dem Team positiv, er habe einige "schlummernde" Potenziale in der Mannschaft erkannt und wolle auf diesen im Laufe der Saison aufbauen: "Damit wir dann eine bessere Platzierung haben als letztes Jahr."

Auch die vergangene Saison startete mit neuem Trainer

Auch zu Beginn der Saison 2025/2026 hatte mit Edmond Kapllani ein neuer Trainer an der Seitenlinie gestanden. Nach einer soliden Hinrunde rangierten die SC Frauen auf Rang sechs. Damit waren sie noch in Schlagdistanz zum Tabellendritten, dem SV Werder Bremen, gegen den sie zum Rückrunden-Auftakt noch einen 3:0-Sieg einfahren konnten. Im Laufe der Rückrunde verloren die Frauen des SC Freiburg jedoch den Anschluss an die Top 5. Zum Saisonende belegte das Team aus dem Breisgau Tabellenplatz acht und der Verein trennte sich von Kapllani. Im Juli 2026 übernahm Marco Konrad den Cheftrainerposten.

Marco Konrad: Von der 2. Bundesliga der Männer in die Frauen-Bundesliga

Zuletzt arbeitete Marco Konrad als Co-Trainer beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth. Mit dem SC Freiburg hatte er jedoch auch in der Vergangenheit schon Berührungspunkte: Im Rahmen seiner Trainerausbildung hospitierte Konrad bei der Männermannschaft des SC Freiburg - damals unter Cheftrainer Christian Streich. Für den 51-Jährigen ist es nun die erste Trainerstation in der Frauen-Bundesliga. "Unterschiede sind definitiv schon zu spüren, aber das hat mit dem Verhalten zu tun", sagt Konrad. "Ich würde sagen, dass die Mädchen eine große Offenheit mitbringen, eine hohe Bereitschaft Dinge umzusetzen."

Neuzugänge von außerhalb und aus den eigenen Reihen

Aus den vergangenen Jahren sind es die SC-Frauen gewohnt, sich am Saisonende von Top-Spielerinnen trennen zu müssen: 2024 verließ Nationalspielerin Janina Minge nach neun Jahren den Verein und wechselte zum VfL Wolfsburg. Ein Jahr später folgte Stürmerin Cora Zicai, die bereits seit der Jugend beim SC Freiburg gespielt hatte und ging ebenfalls zu den Wölfinnen. In diesem Sommer dürfte der Wechsel von Top-Torschützin Svenja Fölmli zur TSG Hoffenheim besonders schwer gewogen haben. Greta Stegemann, die zehn Jahre lang für den SC auflief, schloss sich zur neuen Saison dem Erstliga-Aufsteiger VfB Stuttgart an. Insgesamt verzeichnete der SC Freiburg fünf Abgänge.

SC-Kapitänin Lisa Karl, die bereits seit 14 Jahren Teil des Teams ist, zieht aus den Abgängen ihre Schlüsse: "Gerade hier ist es wichtig, dass wir über das Team die Leistung bringen und nicht über einzelne Spielerinnen." Auch Marco Konrad möchte lieber nach vorne blicken und bestehende Potenziale "hervorkitzeln“. Er sieht in den Abgängen auch "die Chance", Spielerinnen seines Kaders weiterzuentwickeln: "Damit dann vielleicht die nächste Klara Bühl, die nächste Giulia Gwinn aus dem Freiburger Raum ihren Weg macht.“ Dementsprechend rückten zur neuen Saison sechs Nachwuchsspielerinnen aus den eigenen Reihen in den Profikader auf.

Teamfoto der Frauen des SC Freiburgs
Der Kader der SC Freiburg Frauen zur Saison 2026/27. STEINSIEK.CH


Über den Sommer hinweg hat sich der SC Freiburg aber auch gezielt mit externen Neuzugängen verstärkt. Als potenzielle Nachfolgerinnen von Svenja Fölmli auf der Stürmerinnen-Position wurden Borbála Vincze (FC Zürich) und Carina Brunold (SKN St. Pölten) verpflichtet.

Da Stamm-Keeperin Laura Benkarth noch in der Babypause ist und Rebecca Adamczyk zum 1. FC Nürnberg gewechselt ist, hat sich der SC Freiburg auf der Torhüterposition mit Lina von Schrader (RB Leipzig) und Lorena Barth aus der Schweizer Women’s Super League gleich doppelt verstärkt. Aus der Schweizer Liga wechselten ebenfalls die Verteidigerinnen Sabah Seghir und Jana Vojteková (beide FC Basel) in den Breisgau. Von konkurrierenden Bundesligisten konnte der SC Freiburg Amira Arfaoui (Werder Bremen), Emilia Grund (Eintracht Frankfurt II) und Ilayda Acikgöz (Eintracht Frankfurt) verpflichten.

Das Auftaktprogramm der Freiburgerinnen

Am Sonntag, 23. August, um 18 Uhr starten die Freiburgerinnen auswärts im Hamburger Volksparkstadion in die Saison. Der Auftakt beim HSV sei keine leichte Aufgabe, "in so einem Stadion, vor so einer Kulisse", sagt Konrad. Mit Blick auf die kommenden Gegner sei es jedoch ein gutes Startprogramm. Denn eine Woche später empfangen die Freiburgerinnen den FC Union Berlin zuhause im Dreisamstadion. Schon am dritten Spieltag wartet mit dem FC Bayern der erste Top-Gegner.