Teamcheck 1. FC Heidenheim

Führt Frank Schmidt in seinem 20. Trainerjahr den 1. FC Heidenheim zurück in die Bundesliga?

Nach drei Jahren Bundesliga ist der 1. FC Heidenheim zurück in der 2. Liga. Ein sofortiger Wiederaufstieg ist beim FCH um Dauertrainer Frank Schmidt zunächst aber kein Thema.

Teilen

Stand

Von Autor/in Kersten Eichhorn

Der 1. FC Heidenheim startet mit dem Heimspiel gegen den VfL Osnabrück (Samstag, 13 Uhr, live im Audiostream auf Sportschau.de) in die neue Zweitligasaison. Nach drei Jahren 'Abenteuer Bundesliga' müssen sich die Schwaben in dieser Spielklasse erst mal wieder fußballerisch neu sortieren und orientieren.

Das könnte durchaus schnell gelingen, denn: Die Fans strömen weiter auf den Schlossberg, 9.000 Dauerkarten wurden verkauft. Außerdem besitzt das routinierte Team um den alten und neuen Kapitän Patrick Mainka viel Zweitliga-Erfahrung. Und: Mit Urgestein Frank Schmidt, der mit dem FCH in die 20. Saison geht, sind an der Seitenlinie weiter Emotion und Kontinuität gewährleistet.

So lief die vergangene Saison

Mit Platz 17 und dem Abstieg aus der Bundesliga endete die letzte Saison mit einer großen sportlichen Enttäuschung. Es war der erste Abstieg überhaupt für den FCH und für Frank Schmidt, der den Verein von der Ostalb seit 2007 aus der Oberliga bis ins Fußball-Oberhaus geführt hatte.

Zu wenig Tore geschossen, zu viele Gegentreffer kassiert - letztlich hatten die Heidenheimer über die gesamte letzte Saison gesehen vorne wie hinten zu wenig Substanz, um die Klasse zu halten. Der Weggang zahlreicher starker Spieler in den beiden Jahren zuvor (Kleindienst, Beste, Dinkci, Scienza, Krätzig, Wanner) war nicht mehr zu kompensieren.

Immerhin aber raffte sich das lange Zeit abgeschlagene Schlusslicht Heidenheim im letzten Saisonviertel noch einmal auf und hielt sich mit einer verblüffenden Erfolgsserie bis zum letzten Spieltag die Chance auf den Klassenerhalt offen. Die knapp gescheiterte Aufholjagd begeisterte schließlich nicht nur das eigene treue Publikum, sondern ganz Fußball-Deutschland. Der FCH erkämpfte sich im Schlussspurt viele Sympathien.

Karlsruhe, Heidenheim, Kaiserslautern, Stuttgart, Freiburg, Hoffenheim, Mainz

SWR Sport | Am 09. August ab 21.45 Uhr SWR Sport mit der 2. Liga: Der FCK, der FCH und KSC-Coach Maximilian Senft im Blickpunkt

Es geht wieder los. Am Wochenende startet die 2. Liga in die neue Saison. Studiogast in SWR Sport ist Maximilian Senft, der neue Trainer des Karlsruher SC.

Wer kommt, wer geht?

Mit Oualid Mhamdi (23) vom Drittligisten SC Verl stand der erste Heidenheimer Transfer frühzeitig fest, der frühere Fürther soll den Bundesliga-Absteiger auf der Außenbahn verstärken. Zudem kommt Marcel Costly vom FC Ingolstadt als Angriffsalternative. Der 30-Jährige schoss vergangene Saison 18 Tore in der 3. Liga. Neu ist auch der talentierte Paul Hennrich (21) von der TSG Hoffenheim, ihm gelangen für die TSG II neun Treffer. Torhüter Thomas Dähne (32) von 1860 München ist ein erfahrener Ersatz für den zu Schalke abgewanderten Kevin Müller. Aus der eigenen Jugend erhielten Torhüter Felix Mark und Marko Zrilic einen Profivertrag.

Die fünf Leihgaben Eren Dinkci (Freiburg), Hennes Behrens (Hoffenheim/Augsburg), Arijon Ibrahimovic (FC Bayern), Leo Stergiou (VfB Stuttgart) und Torhüter Diant Ramaj (Dortmund) haben Heidenheim nach dem Abstieg erwartungsgemäß wieder verlassen.

Nicht mehr verlängert wurde der Vertrag mit Stefan Schimmer. Der Mittelstürmer wechselte nach Thailand. Auch der Kontrakt mit Verteidiger Omar Traoré lief aus, er spielt künftig für den FC Watford in England. Der an Schalke 04 ausgeliehene Keeper Kevin Müller wechselte fix nach Gelsenkirchen, Innenverteidiger Thomas Keller zu Dynamo Dresden. Schwer wiegt der Verlust von Spielmacher Niklas Dorsch, er ging kurz vor dem Saisonstart nach Toronto/Kanada. Immerhin erhält der FCH rund vier Millionen Euro Ablöse für den technisch versierten Mittelfeldspieler.

Der Trainer heißt weiter Frank Schmidt

Beim 1. FC Heidenheim bleibt auf der Trainerbank alles beim Alten. Trotz des bitteren Abstiegs geht Frank Schmidt auch in sein 20. Jahr auf der Bank der Brenztäler. Der 52-Jährige wird seinen Vertrag bis 2027 erfüllen und ist voller Vorfreude und Motivation: "Vielleicht sogar noch etwas mehr als in der Vergangenheit", so Schmidt im Gespräch mit SWR Sport, "warum? Weil wir zum ersten Mal seit ich dabei bin einen Abstieg verkraften mussten. Und da wieder anzupacken, nach vorne zu kommen und wieder erfolgreicher zu sein, sowas kann ja auch motivieren".

Heidenheim

1.FC Heidenheim | Interview vor dem Saisonstart FCH-Coach Frank Schmidt: "Auch ich freue mich über Jürgen Klopp als Bundestrainer"

Nächsten Samstag startet der 1.FC Heidenheim in die neue Zweitliga-Saison. Frank Schmidt geht dann in sein 20. Trainerjahr beim FCH. Im Gespräch mit SWR Sport macht er sich Gedanken über seinen Verein, seine eigene Zukunft und über die Krise im deutschen Fußball.

Stadion SWR1

Frank Schmidt sprüht vor frischer Energie und will mit der Mannschaft zurück zur "alten Heidenheimer DNA". Das heißt: Erfolg über Mut und Mentalität, über Kampf und Körpersprache, Leidenschaft und Laufarbeit. Der Trainer weiß genau, welche Widerstände auf den FCH zukommen: "Wir hätten zwar gerne in der Bundesliga weitergespielt", so Schmidt, " aber wir nehmen die 2. Liga an. Weil ich immer gesagt habe, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass Heidenheim mit seinen Möglichkeiten immer Bundesliga spielt."

Wird es wirklich die letzte Saison von Schmidt?

Nur zu gerne würde Frank Schmidt in seinem letzten Vertragsjahr mit dem FCH den Wiederaufstieg schaffen. "Grundsätzlich bleibt die Aussage so stehen, dass es mutmaßlich meine letzte Saison wird", sagte der Kult-Coach vor Saisonstart in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur. Und ließ doch noch eine Hintertür offen: "Im Fußball sollte man grundsätzlich niemals nie sagen", so Schmidt

Erwartungen an die Saison

Erst mal Vorsicht walten lassen nach dem 'Abenteuer Bundesliga' und ordentlich in der neuen Spielklasse ankommen, heißt es beim FCH nach der Rückkehr in die 2. Liga eher zurückhaltend. "Das ist eine tolle Spielklasse mit tollen Vereinen", will Frank Schmidt niemanden unterschätzen. Wichtig, so der Coach, sei "vor allem ein guter Start. Dann kommt man gleich in ruhigeres Fahrwasser." Ob das spielerische Potenzial der Heidenheimer reicht, um letztlich ganz oben mitzuspielen? Immerhin verließen mit Dorsch, Ibrahimovic, Behrens und Dinkci fußballerisch starke Jungs den Schlossberg.

Die Grundstruktur der Mannschaft um Kapitän Patrick Mainka aber stimmt, was Routine und Kampfkraft angeht: Vor dem hochtalentierten Torhüter Frank Feller stehen neben Mainka mit Benedikt Gimber, Jonas Föhrenbach, Marnon Busch und Tim Siersleben erfahrene Recken. Ebenso im Mittelfeld mit Jan Schöppner und Adrian Beck, dazu kommen die schnellen Conteh-Brüder und Mathias Honsak. Im Angriff wiederum sollten Marvin Pieringer und Budu Zivzivadze für einige Tore sorgen können. Dazu kommen die talentierten Neuzugänge als Herausforderer.

Mit dem klaren 4:1 im letzten Test gegen den Drittligisten Ingolstadt ist die Generalprobe für den Ligastart jedenfalls gelungen.

Karlsruhe

Teamcheck Karlsruher SC KSC: Mit neuem Trainer in der Saison 2026/27 raus aus dem Mittelmaß?

Nach Jahren im Niemandsland der Tabelle startet der Karlsruher SC mit einem neuen Trainer in die 2. Bundesliga. Maximilian Senft will den KSC auf einen völlig neuen Weg schicken.