Neuer Trainer, neue Spieler

Vor dem Auftakt gegen Düsseldorf: Waldhof Mannheim mit bescheidenen Zielen

Nach einer schwierigen Vorsaison herrscht wieder Ruhe beim SV Waldhof Mannheim. Mit zehn Neuzugängen geht der Drittligist den Neuanfang an. Der Auftakt hat es in sich - vom Aufstieg redet keiner.

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Mehr als die Hälfte der Stammelf aus der vorigen Spielzeit ist beim SV Waldhof Mannheim weg, der Portugiese Rui Mota steht als neuer Chefcoach an der Seitenlinie. Nach den Problemen der vergangenen Saison mit sportlichen Enttäuschungen und personellen Turbulenzen geht der Verein zwar mit deutlich mehr Ruhe seinen Neuanfang in der 3. Liga an. Doch der Umbruch im Kader ist groß.

Sport-Geschäftsführer Gerhard Zuber spricht von "sehr viel Qualität". Gleich der anspruchsvolle Saisonauftakt gegen Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf am Freitag (19:00 Uhr) könnte erste Hinweise geben, was die Mannschaft tatsächlich leisten kann.

Rui Mota folgt auf Luc Holtz

Der als Nachfolger von Luc Holtz gekommene Mota bringt eine klare Spielidee mit: mehr Kontrolle, mehr Intensität gegen den Ball, mehr Struktur im Aufbau. Gleichzeitig betont der 47-Jährige, der von einem neu zusammengestellten, portugiesisch geprägten Trainerteam flankiert wird, dass sein Ansatz nicht starr ist. "Wir passen unsere Philosophie an die Profile an, die wir bei den Spielern sehen", sagt er. Nach intensiver Analyse sei er überzeugt, dass der Kader gut zu seinem System passe.

Waldhof mit zehn Neuzugängen

Zuber hat die Mannschaft breit und gezielt verstärkt. Dafür verzichtete er in Janne Sietan oder Arianit Ferati auf die Weiterverpflichtung von Spielern, die zu den besseren der vergangenen Saison zählten. Zehn Neuzugänge kamen, darunter erfahrene Kräfte wie Claudio Kammerknecht (von Dynamo Dresden), Noah Sarenren Bazee (von Arminia Bielefeld) und Stürmer Gonçalo Gregório (vom FC Noah).

Letzterer war unter Mota in Armenien Meister und Pokalsieger. Der 31-Jährige muss nach einer Knieverletzung aber erst wieder in den Rhythmus kommen. Regionalliga-Torschützenkönig Julian Ulbricht, der vom SV Meppen kam, drängt in die Startelf. Oldie Terrence Boyd hängt noch eine Saison dran und bereitet sich parallel auf seine künftige Trainerrolle im Waldhof-Nachwuchs vor.

Mota verzichtet auf einen klassischen Spielführer und setzt stattdessen auf ein Kapitänsteam. Die Verantwortung soll auf mehrere Schultern verteilt werden - ein Ansatz, der die neu entstehende Hierarchie stärken und die Abhängigkeit von Einzelpersonen reduzieren soll. Zum Kapitänsteam gehörten Thijmen Nijhuis, Lukas Klünter, Kammerknecht und Boyd.

Euphorie und Dauerkarten-Rekord

Rund um das Carl-Benz-Stadion herrscht nun wieder deutlich mehr Ruhe - vor allem, seitdem sich Präsident Bernd Beetz von seinem Berater, dem Spielerberater Thorsten Weck, getrennt hat. Der Vereinsrekord von mehr als 5.000 verkauften Dauerkarten zeigt zudem eine gewisse Euphorie.

Viel wird davon abhängen, wie die neu zusammengesetzte Mannschaft den Saisonstart gestaltet. Nach dem Heimspiel gegen Düsseldorf folgt die Partie bei Aufstiegsaspirant Hansa Rostock (Sonntag, 16.08., 13:30 Uhr). Dann kommt in der ersten Runde des DFB-Pokals das Duell mit dem 1. FC Kaiserslautern (Freitag, 21.08., 18:00 Uhr). Das Saisonziel lautet derweil, besser als Platz neun in der Vorsaison zu sein. Für das ganz große Ziel, die Rückkehr in die 2. Bundesliga, müsste aber alles nahezu perfekt laufen.

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Sophie Salmen

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