Schon einmal stand Yannick Engelhardt beim SC Freiburg unter Vertrag. Von 2021 bis 2023 schnürte der vielseitige Mittelfeldspieler seine Schuhe für die Breisgauer, bevor er sich Fortuna Düsseldorf anschloss. Es folgten Stationen bei Como 1907 und Borussia Mönchengladbach, bei denen er zum gestandenen Fußballprofi reifte.
Nun also wieder der SC Freiburg. Eine Rückkehr ist es für Engelhardt aber nur mit Abstrichen. "Das Wort habe ich jetzt schon oft gehört. Natürlich ist es eine Rückkehr zu dem Verein, wo ich schon mal gespielt habe. Und trotzdem habe ich betont, dass ich noch kein Pflichtspiel für die erste Mannschaft gemacht habe", sagte Engelhardt im Interview mit SWR Sport. "Ich war lediglich in der U23, auch wenn ich hier und da mal im Training dabei war. Ich stand aber nur ein einziges Mal im Kader. Also, es ist keine komplette Rückkehr, trotzdem kenne ich viele Gegebenheiten und Spieler."
Freude über die Europa-Reise des SC Freiburg
Die Entwicklung des Sport-Clubs hat Engelhardt natürlich auch von außen verfolgt. "Sehr positiv" sei diese seit seinem Weggang 2021 gewesen: "Fast jeder in Deutschland hat Sympathien mit dem SC Freiburg, weil es ein Verein ist, der viel Konstanz hat und der gut gearbeitet hat über die letzten Jahre. Ich habe darauf natürlich ein besonderes Augenmerk gehabt, seitdem ich gegangen bin."
Vor allem die Freiburger Europapokal-Reise verfolgte Engelhardt gespannt - zumal zum Zeitpunkt des Europa-League-Endspiels gegen Aston Villa bereits Gespräche zwischen Klub und Spieler geführt wurden. "Ich habe mich natürlich gefreut, dass es so weit ging, auch wenn das Finale keinen positiven Ausgang hatte", sagte der 25-Jährige.
Beim 0:3 waren die Freiburger letztlich chancenlos. Auch in der kommenden Saison wird der Sport-Club erneut international vertreten sein und tritt in den Playoffs zur Conference League an. Im Falle des Titelgewinns gegen Aston Villa wären die Freiburger sogar in der Champions League dabei gewesen, was für Engelhardt "die Kirsche auf der Torte" gewesen wäre. Doch auch so fiebert er den Europapokal-Abenden entgegen: "Ich habe noch nie international gespielt, also ist das auch ein neuer Step für mich."
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Eigene Stärken einbringen statt Manzambi ersetzen
Die Eingewöhnung bei seinem neuen alten Club gelang dem Mittelfeldspieler problemlos. Und er ist sicher, dass er der Mannschaft Impulse geben kann. "Die Rolle wird sich finden", zeigte sich Engelhardt entspannt, was den Konkurrenzkampf in der Freiburger Mittelfeldzentrale angeht. Mit Maximilian Eggestein, Patrick Osterhage und Neuzugang Rimito Yamamoto gibt es gleich mehrere hochkarätige Mitbewerber. Aufgrund der Dreifachbelastung mit Bundesliga, Pokal und Conference League werde ohnehin jeder gebraucht, ist sich Engelhardt sicher: "Wer es gut macht, wird viel spielen."
Engelhardt nimmt beim Sport-Club den Kaderplatz von Johan Manzambi ein, der den Bundesligist für kolportierte 60 Millionen Euro Richtung Aston Villa verlassen hat. Als Ersatz sieht er sich aber nicht: "So ein Spielertyp bin ich nicht", sagte Engelhardt, der von seinen Stärken im Zweikampf und im läuferischen Bereich lebt. "Ich will mein Spiel einbringen."
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Engelhardt und Schuster kennen sich bereits
In Freiburg hat Engelhardt vertraute Strukturen vorgefunden, was das Einleben nochmals erleichtert. "Klar ist der Cheftrainer ein anderer. Aber das Grundgerüst ist gleich geblieben und auch die Werte sind die selben wie damals in der U23", sagte der 25-Jährige. "Es ist der gleiche Verein - mit noch mehr Qualität und höheren Ambitionen."
Und noch etwas hilft Engelhardt bei seiner Rückkehr. Zu seiner ersten Zeit in Freiburg fungierte Julian Schuster als Verbindungstrainer. "Wir haben viel zusammengearbeitet, weil ich genau an diesem Punkt war zwischen U23 und Profis - da gespielt und da trainiert", so Engelhardt. "Jetzt ist er Cheftrainer. Eine andere Rolle, in der ich ihn neu kennenlernen muss. Aber wir beginnen nicht bei Null."
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Engelhardt und das Abenteuer Serie A
Engelhardt schätzt die Ruhe und Konstanz, mit der in Freiburg gearbeitet wird. "Ich bin ein relativ entspannter Mensch, der nicht so viel Trubel braucht. Ich hasse es, Stress zu haben und mache immer alles ganz gemütlich. Ich bin ein ganz einfacher Typ, der gerne Zeit mit Frau und Familie verbringt", sagte der 25-Jährige.
Der defensive Mittelfeldspieler plant seine Karriere immer mit dem "nächsten logischen Schritt". Sein Wechsel 2024 von Düsseldorf zu Como erscheint da zunächst ungewöhnlich, aber die Option war zu reizvoll - in Italien leben und arbeiten. Dazu mit Cesc Fabregas einen früheren Weltstar als Trainer.
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Den SC Freiburg "komplett spüren"
Sportlich gelang Engelhardt der Sprung von der 2. Liga in die Serie A. Immerhin 26 Spiele absolvierte er in der Saison 2024/25, erzielte dabei ein Tor und bereitete ein weiteres vor: "Am Ende stand ich voll dahinter und bereue es auf keinen Fall." Zu einer festen Größe wurde Engelhardt dann in der vergangenen Spielzeit während seiner Leihe zu Borussia Mönchengladbach. In einer für die Fohlen insgesamt schwierigen Saison war Engelhardt gleichermaßen Stammkraft und Stabilisator.
Grund genug für den SC Freiburg, den gebürtigen Göttinger zurück in den Breisgau zu lotsen. Engelhardt freut sich vor allem auf die Heimspiele im Europa-Park Stadion, nachdem er in der vergangenen Saison schon mit der Borussia dort aufgelaufen war. Im Trikot der Freiburger erwartet ihn nach seiner Rückkehr dann aber noch ein anderes Gefühl. Engelhardt freut sich darauf, den "SC dann komplett zu spüren" - im zweiten Anlauf soll es klappen.