Platzsturm, Böller im Publikum und eine verwüstete Kabine - das Pokal-Derby bei Waldhof Mannheim hat der 1. FC Kaiserslautern noch immer nicht vollständig verarbeitet. "Das Bild, das wir dort hinterlassen haben, war mit Sicherheit einen Schande für den Fußball. Das muss man einfach so sagen", sagte FCK-Trainer Torsten Lieberknecht nach dem knappen 2:1-Sieg beim FC St. Pauli.
Lieberknecht: FCK nicht allein für die Eskalation verantwortlich
Lieberknecht führte die Ereignisse in Mannheim auf "überbordende Emotionalität, die fast kriminell ist" zurück. Diese müsse entsprechend sanktioniert werden. "Ich glaube, es ist für den deutschen Fußball definitiv wichtig, dass es aufgeklärt wird und dass man Lösungen findet", sagte der 53-Jährige. Er schränkte jedoch ein: "Da geht es nicht, dass man nur auf einen zeigt. Daran waren einige beteiligt."
Pokal-Derby stand kurz vor dem Abbruch
Das Südwest-Derby im DFB-Pokal zwischen dem Drittligisten SV Waldhof Mannheim und dem Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern war nach der regulären Spielzeit eskaliert. Beim Stand von 0:0 gerieten nach Abpfiff zunächst die Spieler aneinander. Anschließend warfen Zuschauer von der Mannheimer Haupttribüne zahlreiche Gegenstände in Richtung der Spieler-Traube, wenig später schossen FCK-Fans Feuerwerkskörper in Richtung der Tribünen.
Südwest-Derby im DFB-Pokal Raketen, Platzsturm, Unterbrechung: Eskalation bei Waldhof Mannheim gegen den FCK
Pyrotechnik, Unterbrechung und ein Platzsturm: Das Pokalspiel zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern geriet beim Übergang in die Verlängerung außer Kontrolle.
Daraufhin stürmten Waldhof-Anhänger auf das Feld. Die Mannschaften wurden in die Kabine geschickt. Polizeikräfte mussten in den Heimblock, während berittene Polizisten versuchten, die Situation unter Kontrolle zu bringen.
Polizei und Politik fordern Konsequenzen
"Da sind eindeutig Grenzen überschritten worden", sagte Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht (CDU). Experten rechnen mit einer hohen Geldstrafe oder sogar einem Ausschluss der Fans.
Oberbürgermeister Specht: "Ich verurteile aufs Schärfste die rohe Gewalt im Stadion" Nach dem Pokalderby: So reagiert die Stadt Mannheim auf die Ausschreitungen
Dutzende Leichtverletzte beim Pokalspiel SV Waldhof Mannheim gegen den 1. FC-Kaiserslautern am Freitagabend. Oberbürgermeister Christian Specht reagiert auf die Ausschreitungen.
Laut Polizei wurden bei der Randale 35 Beamte und 85 Zuschauer verletzt. Dazu leitete Polizei Ermittlungen "wegen Beleidigungen, verschiedener Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoff-Gesetz" ein.
Kaiserslautern nach den Ausschreitungen FCK: So reagieren Fans und Polizei nach dem Skandal-Derby
Das Pokalderby gegen den SV Waldhof Mannheim wird vielen Fans des 1. FC Kaiserslautern noch lange in Erinnerung bleiben. Denn die Bilder der Gewalt wirken nach.
Die Fan-Randalen beim Pokal-Derby haben sogar den rheinland-pfälzische Innenministerium auf den Plan gerufen. Innenminister Achim Schwickert (CDU) forderte, kriminelle Handlungen müssten konsequent verfolgt werden. Gegebenenfalls müssten die Sanktionen gegen gewalttätige Fans auch verschärft werden.
Feuerwerkskörper, Platzsturm, 85 Verletzte FCK in Mannheim: Reaktionen nach Pokal-Krawallen
Verletzte und Festnahmen: Beim Derby zwischen Mannheim und Kaiserslautern eskaliert die Rivalität. Am Tag danach herrscht Betroffenheit bei den Verantwortlichen, auch beim FCK.
FCK-Trainer Lieberknecht wünscht langfristige Lösungen
Aus der Fankurve gab es jedoch auch Kritik am Polizei-Einsatz: Die Einsatzkräfte haben aus Sicht des Fan-Dachverbands "Pro Waldhof" nicht deeskalierend gehandelt. Stattdessen habe der Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray die Situation auf der Fan-Tribüne unnötig verschärft.
Für FCK-Trainer Lieberknecht sind die Ausschreitungen jedoch kein reine Law-and-Order-Problem: "Experten werden da jetzt mit Sicherheit erst einmal Sanktionen starten und dann hoffentlich auch Lösungen finden."