Sportlich war der 1:0-Sieg des 1. FC Kaiserslautern im DFB-Pokal bei Waldhof Mannheim schnell abgehakt. Das Verhalten einiger Fans beschäftigt beide Vereine und die DFB-Gerichte jedoch noch immer. So ist der FCK auf der Suche nach Täterinnen und Tätern, die während des Pokal-Derbys Pyrotechnik auf den Platz und auf benachbarte Tribünen mit Mannheim-Fans warfen. Die Polizei habe dem Verein noch keine Namen von Tätern genannt, erklärte der Verein nun auf SWR-Nachfrage. Auf die angeforderten Videos aus Mannheim wartet der Verein ebenfalls noch.
FCK kündigt harte Konsequenzen an
Sollte der FCK Personen identifizieren, die an den Ausschreitungen beteiligt waren, und ihnen Fehlverhalten nachweisen können, wolle der Verein harte Konsequenzen ziehen, was er auch in der Vergangenheit bereits getan hat. Beispielsweise habe der FCK nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren 218 Stadionverbote ausgesprochen, die sowohl FCK- als auch Gäste-Fans betrafen.
Beim eigenen Anhang denke der Verein auch darüber nach, einzelnen Krawallmachern Dauerkarten zu entziehen oder sie aus dem Verein auszuschließen. Zudem sei für die FCK-Verantwortlichen denkbar, sich einen Teil des Geldes, das der Club für das Fehlverhalten seiner Fans als Strafe an den DFB zahlen muss, per Regressnahme zurückzuholen.
Situation in Mannheim habe sich hochgeschaukelt
Dem Verein sei jedoch wichtig, dass die Fans der Roten Teufel mit ihrer Pyrotechnik niemanden verletzt haben und die FCK-Fans auch sonst nicht handgreiflich geworden seien. "Es waren komplexe und vielschichtige Abläufe. Letztlich entstand eine Kausalkette der Eskalation, einzelne Vorgänge haben sich hochgeschaukelt und es kam zu situativen Entgleisungen", schrieb der Verein auf Anfrage von SWR Sport.
Im Mannheimer Block fühlten sich einige vom Verhalten der FCK-Fans provoziert und reagierten ihrerseits mit Feuerwerk und Rauchtöpfen. Letztlich musste die Polizei einschreiten, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Erst danach konnte Schiedsrichter Florian Heft die Verlängerung anpfeifen.
FCK will Fans künftig besser kontrollieren
Für die Heimspiele hat der FCK nach eigenen Angaben bereits Konsequenzen gezogen: Zum einen setze der Verein auf den Dialog mit den Fans. Zum anderen wolle der FCK die Videoüberwachung im Stadion und dessen Umfeld ausweiten und bei Risikospielen zusätzliche Kontrollen einführen.
Weitere Konsequenzen wie "die Ausweitung von Sichtschutzmaßnahmen und die Erweiterung der bestehenden Meldestellen für Straftaten können kurzfristig realisiert werden. Bauliche Maßnahmen sind teilweise eher mittelfristig realisierbar, da hierfür umfangreichere Vorbereitungen nötig sind", so der FCK gegenüber SWR Sport.