Gleich zwei Serien beendet

"Ein schmaler Grat" - Auswärtssieg beim FC St. Pauli mindert den Druck beim FCK

Der 1. FC Kaiserslautern überzeugt beim FC St. Pauli mit Effizienz und kämpferischem Einsatz. Nach dem Auswärtssieg ist die Erleichterung groß.

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Von Autor/in Johann Schicklinski

In der 29. Minute des Spiels des 1. FC Kaiserslautern beim FC St. Pauli (2:1) hatte das lange Warten ein Ende. Nach 209 torlosen Minuten (ohne die Nachspielzeiten) fiel endlich der erste Ligatreffer für die Roten Teufel. Das Lauterer Premierentor war zugleich für Neuzugang Erencan Yardimci der erste Treffer für die Pfälzer.

Joker Thierry Tazemeta sticht sofort

Es war kein schönes Tor, aber ein wichtiges. Der Ex-Hoffenheimer nahm einen verunglückten Schussversuch von Semih Sahin auf und netzte aus Nahdistanz selbst ein. Zur Pause musste Yardimci runter - für ihn kam Thierry Tazemeta. Und wie: Der 19-jährige Youngster, im Sommer aus dem Nachwuchs von Borussia Dortmund auf den Betzenberg gewechselt, tunnelte in seiner ersten Aktion auf dem rechten Flügel Marcus Mathisen, setzte sich dann gegen Mathias Rasmussen durch, zog in den Strafraum und überwand aus spitzem Winkel St. Paulis Keeper Ben Voll (46.).

Abdoulie Ceesay (56.) gelang wenig später der 1:2-Anschlusstreffer für den Kiezklub - das erste FCK-Gegentor im vierten Pflichtspiel dieser Spielzeit und nach saisonübergreifend insgesamt 437 Minuten in der 2. Liga. In der Folge rannte St. Pauli zwar an, doch die Roten Teufel standen defensiv sicher und hatten mit den vielen hohen Bällen und Flanken des Bundesliga-Absteigers keine allzu großen Probleme.

Marlon Ritter: "Sind überglücklich"

Somit stand am Ende der ersehnte erste Dreier in dieser Saison. "Wir sind überglücklich über den ersten Sieg und die ersten Tore. Wir haben aber auch leidenschaftlich verteidigt", analysierte FCK-Kapitän Marlon Ritter im ARD-Interview. "Es war spannend bis zum Ende, aber wir haben uns in alles reingeworfen."

Torsten Lieberknecht spricht von "Herkules-Start"

Ähnlich sah es FCK-Trainer Torsten Lieberknecht. "Wir haben mit Kampfgeist die Druckphasen überstanden. Vom Ergebnis her war es ein perfekter Tag mit dem Auswärtssieg bei einem Bundesliga-Absteiger", sagte der Coach. "Insgesamt ist es ein 'Herkules-Start' mit zwei Derbys und zwei Bundesliga-Absteigern direkt zu Beginn der Saison. Wir haben uns der Herausforderung gestellt und wollen weiter unsere Punkte sammeln."

Nach den ersten vier Pflichtspielen ist offensichtlich: Der FCK tut sich in der Offensive noch schwer - da hilft dann die auf St. Pauli gezeigte Effizienz. Die Defensive weist indes bereits hohes Niveau auf. Das Spiel gegen den Ball funktioniert, jeder Spieler weiß im Gegenpressing, was er zu tun hat.

Klar ist: Der Sieg nimmt beim 1. FC Kaiserslautern gehörig Druck weg. "Es ist immer ein schmaler Grat. Wenn wir heute verloren hätten, hätten die Leute gesagt, dass wir zwei Unentschieden und eine Niederlage hätten", befand Offensivspieler Ritter. "Deshalb war der Sieg immens wichtig - genauso wie das Weiterkommen letzte Woche im DFB-Pokal."

"Wir sind sehr stabil"

Perspektivisch, so Ritter weiter, sei einiges möglich in dieser Saison. "Es ist noch früh, aber wir sind sehr stabil und finden mit dem Ball gute Lösungen. Dann kann man auch auf St. Pauli gewinnen." Oder auch gegen Darmstadt 98 - den nächsten Gegner am kommenden Wochenende (5.9., 13 Uhr, live im Audiostream auf Sportschau.de).