Stimmgesundheit im Sommer

Wenn die Stimme Urlaub macht: Sommerliche Tipps für die Stimmbänder

Die Sonne lacht, die Temperaturen klettern in die Höhe. Ein Eis in der Hand, der Ventilator auf Hochtouren. Klingt nach einem perfekten Sommertag, oder? Doch nicht für die Stimme.

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Von Autor/in Janine Putzek

Sommerliche Tücken für die Stimme

Die Juni-Hitzewelle hat es gezeigt: Wir sind definitiv im Sommer angekommen. Bei den hohen Temperaturen denkt man nicht direkt an Halskratzen oder Heiserkeit. Doch unser Sing- und Sprechorgan kann es auch im Sommer erwischen. Gesangspädagogin Antje Krause aus Heidelberg kennt die sommerlichen Tücken für die Stimme.

Die Stimme neigt im Sommer nämlich dazu auszutrocknen: Durch die Sonne und hohe Temperaturen, aber auch durch die Schwankungen durch Ventilatoren oder Klimaanlagen. Da ist der Weg zur Erkältung oder einem verschleimten Hals nicht mehr weit.

Den Schleim mit Räuspern oder Husten loszuwerden ist aber keine gute Idee. Am besten trinkt man über den Tag verteilt viel Wasser in kleinen Portionen, empfiehlt die Expertin. So werden die Stimmbänder schön geschmeidig und feucht gehalten.

Mann am Schreibtisch lässt sich vom Ventilator abkühlen
Ventilatoren bieten zwar gute Abkühlung, trocknen auf Dauer aber die Stimmbänder aus. IMAGO / YAY Images

Lieber lauer Tee als Eiscreme

Bei schweißtreibenden Temperaturen lockt der Gedanke an ein eiskaltes Getränk mindestens genauso viel wie der Sprung ins nächste Schwimmbad. Doch die Stimme findet das leider nicht so prickelnd. Sonne und Wärme lassen die Stimmbänder etwas dicker werden, ein Eis kann die Singstimme da in ein richtiges Freeze versetzen.

Vor einem Konzert oder Vortrag sollte man also lieber auf die Eiswürfel im Getränk oder eine leckere Eiscreme verzichten. Besser sind Wasser oder Tee auf Zimmertemperatur. Klingt weniger aufregend, aber die Stimme wird es danken.

Ein Junge singt in das Ende eines Gartenschlauchs als Mikrofon
Im Sommer hilft der Stimme regelmäßiges Trinken und lockeres Singen. IMAGO / fStop Images

Kein Sport aber Bewegung für die Stimme

Über 40 Grad? Da geht wohl keiner freiwillig in die pralle Sonne. Aber auch bei niedrigeren sommerlichen Temperaturen freut sich die Stimme über eine Sonnen-Pause. Also ab in den Schatten!

Was die Stimme auch gar nicht mag: Sport bei zu großer Hitze und schlechten Luftwerten. Wenn ein Konzert ansteht oder man einfach keine Lust auf Kratzen im Hals hat, hat damit die perfekte Ausrede, um den inneren Schweinehund mal siegen zu lassen.

Trotzdem sollten Sängerinnen und Sänger auch bei fehlendem Sport die Stimme beweglich halten. Das geht ganz entspannt mit Summen oder stimmhaften Lippenflattern.

Atemübungen in den Bauch und Seufzen sind nicht nur für die Stimmbänder gut, sondern sie stabilisieren auch den Kreislauf. Das kann man übrigens auch noch mit einer kleinen Sommer-Erkältung oder bei Heiserkeit gut machen.

Ein schnaubendes Pferd mit Trense im Maul
Brrrr! Ein schnaubendes Pferd macht das Lippenflattern vor: Entspannt die Lippen vibrieren lassen, um die Stimme beweglich zu halten. IMAGO / Frank Sorge

Lindenblüten, Thymian und Kamille helfen in der Not

Sollte es die Stimme trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erwischen, hilft immer noch die gute alte Tasse Tee. Lindenblütentee in Kombination mit Thymian oder Kamille hat die Stimme dabei besonders gerne.

Wer aufmerksam gelesen hat, wird wissen: Der Tee sollte nicht zu heiß sein. Denn heißer Tee ist wie ein Sonnenbrand für die Stimmbänder. Und nein, Eiswürfel im Tee zählen nicht als Abkühlung.

Die gute Nachricht: Singen ist natürlich auch im Sommer erlaubt – sogar ausdrücklich erwünscht! Ob unter der Dusche, im Auto oder bei der Gartenparty: Lockeres Trällern bringt die Stimmbänder in Schwung, fördert die Durchblutung und setzt Glückshormone frei.

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