SWR Kultur bietet eine Fülle an Konzerten für Sie. Einige zum Download, viele ein Jahr lang zum Nachhören. Stöbern Sie und finden Sie schöne Musikschätze.
Sie finden hier außerdem die Radio-Sendetermine von Konzerten aktueller Festivals.
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Sie gelten als die „drei großen S“ des deutschen Frühbarocks: Heinrich Schütz, Johann Hermann Schein und Samuel Scheidt. Das solistisch besetzte Basler Ensemble Voces Suaves, dessen Mitglieder mehrheitlich von der Schola Cantorum Basiliensis stammen, arbeitet ohne Dirigenten. Hauptwerk des Abends ist Scheins „Israelsbrünnlein“ von 1623: Die Sammlung vertont alttestamentliche Texte für Leipziger Festanlässe und verbindet dabei die Renaissance-Polyphonie mit der Chromatik und Expressivität des italienischen Madrigals.
Johann Sebastian Bachs Musik wurde beim letzten Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd in neues Licht gerückt. Basierend auf Forschungen von Meinolf Brüser thematisiert das Programm "Von letzten Dingen" existenzielle Fragen: Trauer und Demut prägen Werke wie die "Kunst der Fuge". Die Geigerin Leila Schayegh und der Organist Freddie James interpretieren diese persönlichen Bekenntnisse Bachs als Spiegel seiner Lebensstationen. Ergänzt wird die Musik durch prägnante Texte des Wortkünstlers Timo Brunke. Sie machen Bach als modernen Menschen greifbar und gewähren tiefgehende Einblicke in seine Seele.
Der Stuttgarter Fernsehturm wird 70. Ein Bauwerk mit Aussicht, für die Stadt und für den SWR. SWR Kultur feiert das Jubiläum mit einem Live-Konzert auf der verglasten Plattform in 144 Metern Höhe - Blick über den Talkessel bis zur Schwäbischen Alb inklusive. Das Viatores Quartet, von SWR Kultur als New Talent gefördert, spielt Musik aus unterschiedlichen Zeiten und Himmelsrichtungen. Vier junge Musiker*innen, präsent, neugierig, temperamentvoll - und offensichtlich höhentauglich.
Wie klang der Jazz-Boom der 1920er in Skandinavien und England? Eine musikalische Spurensuche in den Archiven des Nordens erweckt fast vergessene, elegante Klavierwerke voller Dynamik zu neuem Leben.
Kann man im Konzert spüren, ob die Musiker*innen befreundet sind? Freundschaft ist zwar keine Voraussetzung für ein lebendiges Zusammenspiel, aber wer menschlich auf einer Wellenlänge ist, darf auch musikalisch mehr Freiheiten und Risiken wagen und hat vermutlich mehr Spaß bei der Probenarbeit. Das kann man bei Franziska Hölscher und Marianna Shirinyan erleben. Die Geigerin aus Heidelberg und die Pianistin aus dem armenischen Jerewan kennen sich seit ihrem Studium in Lübeck und spielen seither regelmäßig zusammen - mal mit prominenten Gästen wie Katja Riemann oder Roger Willemsen, mal in Duo-Formation.
Zum 50. Todestag von Dmitrij Schostakowitsch stellte dieser Liederabend existenzielle Aspekte des Menschseins in den Mittelpunkt. Der Fokus lag auf elf Gedichten von Michelangelo, die Schostakowitsch 1974 vertont hat. Die Sammlung mutet an wie eine Rückschau auf sein Leben: ein Spiegel seines schwierigen Ringens um künstlerische Unabhängigkeit in der Stalin-Ära. Wie Michelangelo geriet auch Schostakowitsch in die Mühlen der Macht, wurde in die Rolle eines Repräsentationskünstlers gezwungen.
Der Clown balanciert schon seit Urzeiten auf dem Drahtseil, das Sinn und Unsinn voneinander trennt. Doch was ist ein Clown: Prototyp oder Individuum, Projektionsfläche oder fühlendes Wesen? Und wer steckt hinter der Maske, wenn die Schminke abgewischt ist? Das charismatische junge Liedduo Tönjes-Tudor begibt sich in seinem höchst originellen, ebenso unterhaltsamen wie tiefgründigen Programm auf die Suche nach dieser ambivalenten Figur. Ob Kunstlied, Kabarett-Song oder Schlager - Genregrenzen kennt der Clown nicht.
Sie erzählen von fernen Ländern, von Persien, Syrien, Indien und China: die "Geschichten aus Tausendundeiner Nacht". Ravel hatte ein Faible für den Orient und vertonte drei dieser Märchen als Hommage an Rimsky-Korsakow und dessen sinfonische Dichtung "Scheherazade". Berlioz' "Symphonie fantastique" erzählt mit ihren fast magischen Farbmischungen die Geschichte einer großen, am Ende unerfüllten Liebe - und eines Opiumrauschs. Sie ist, so Leonard Bernstein, die erste psychodelische Sinfonie der Geschichte und die erste musikalische Beschreibung eines Trips.
Geht man im Kurfürstlichen Palais in Trier die opulente Treppe zum Konzertsaal hoch, geht der Blick gleich zur Decke. Dort sitzen in einer Wolken-Himmel-Landschaft zahlreiche Putten, lesen, spielen auf der Leier oder der Oboe. Diese Deckenmalerei ist eine sehr gute Einstimmung auf das Konzert im Rokokosaal, das das Ensemble Convivium vergangenen November dort gegeben hat. Französische Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert haben sie musiziert. Los ging's mit einer Suite von Jean-Féry Rebel, der in gut 9 Minuten alle gängigen Tänze der Zeit charakterisiert.
Drei mal Händel, immer anders. Vom genialen Dixit Dominus des erst 21-jährigen Jungstars in Italien über raffiniert besetzte Auftragsmusik für den Earl of Chandos zur opulenten Klangpracht des Messias für das große Londoner Comeback des Altmeisters. Das Festival RheinVokal präsentierte in der vergangenen Saison viele Facetten des Tonsetzers, den Beethoven für „den Größten“ hielt. Vokalmusik der Extraklasse.
Das Ensemble Lyyra nimmt seit dem Debüt im Frühjahr 2024 einen prominenten Platz in der internationalen Chorlandschaft ein. Gegründet wurde es von der VOCES8 Foundation mit dem Ziel, die Stimme der Frauen in der Chormusik zu fördern. Der Ensemblename leitet sich von dem Sternbild ab, das Orpheus‘ berühmte Leier darstellt. Die Besetzung integriert sechs großartige, weibliche Talente mit unterschiedlichen musikalischen Hintergründen, von der klassischen Gesangsausbildung über Jazz- und Popgesang bis hin zur volkstümlichen Musik diverser Traditionen.
Mit seinem Silvesterkonzert verabschiedet das SWR Symphonieorchester traditionell das alte Jahr. Solist aus den eigenen Reihen ist diesmal Konzertmeister Christian Ostertag. Ruth Reinhardt steht erstmals am Dirigentenpult. Die gebürtige Saarbrückerin ist seit Saisonbeginn Musikdirektorin des Rhode Island Philharmonic Orchestra und bereist als Gastdirigentin auch schon mal vier Kontinente in einer Spielzeit. Gemeinsam mit dem SWR Symphonieorchester unternimmt sie zum Jahresausklang eine musikalische Tour durch Europa: von Berlin über Paris nach Prag und Budapest bis hin ins tanzfreudige Wien.
German Brass feiert den 200. Geburtstag von Johann Strauss mit neuen Aufnahmen, die im Emmerich-Smola-Saal des SWR in Kaiserslautern entstanden. Dabei sind neben den berühmten Strauss-Walzern auch Werke zeitgenössischer Weggefährten wie Brahms und Kreisler, die als programmatischer „Strauß“ um Johann Strauss für Blechbläser arrangiert wurden. Auch zeitgenössische Komponisten haben ihren Blick auf den Walzer-Kosmos von Strauss beigesteuert.
In Besetzungen für Klavier gibt es in diesem Mittagskonzert außerdem beschwingte Klänge zum Jahresausklang - wahre Preziosen - von Komponistinnen wie Constanze Geiger und Sabinina Marfa zu hören.
Wer beim traditionsstolzen Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel gewinnt, steht unmittelbar im Rampenlicht. Als der Pianist Denis Kozhukhin dort 2010 den 1. Preis bekommt, ist das der Startschuss für seine internationale Karriere. Seitdem spielt er auf den renommiertesten Bühnen dieser Welt mit führenden Orchestern an seiner Seite. Im Franziskaner Konzerthaus am Rande des mittleren Schwarzwaldes gibt er nun sein Debüt beim SWR Symphonieorchester mit Griegs Klavierkonzert. Auch für Corinna Niemeyer ist es eine Premiere mit diesem Orchester, das neben Grieg noch Beethoven und Schumann spielt.
Konzert aus der Stuttgarter Stiftskirche
1943, als Polen von Deutschland besetzt war, schrieb die polnische Komponistin Grażyna Bacewicz heimlich eine Ouvertüre. Ein leises Paukenmotiv setzt den ersten Impuls, aus dem sich ein ganz eigener Sog entwickelt. Die Ouvertüre bildet den Auftakt des Sinfoniekonzerts mit der Württembergischen Philharmonie Reutlingen unter der Leitung von Ariane Matiakh. Es folgt Schumanns Cellokonzert in a-Moll mit dem jungen Solisten Lionel Martin. Für den Tübinger Cellisten ist das Konzert in Reutlingen ein Heimspiel. Die zweite Sinfonie von Brahms bildet den Abschluss und öffnet einen kontrastreichen Raum zwischen pastoraler Idylle, Schwermut und jubelnden Fanfarenklängen.