Frag die Klassik

Sommerhitze: Wenn Instrumente schwitzen

Hitze und Kälte setzen Musikinstrumenten zu. Was passiert mit Geige, Cello oder Klarinette bei extremen Temperaturen?

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Von Autor/in Lena Hofbauer

Wenn Instrumente „schwitzen“

Sommerhitze ist auch ein Albtraum für Musikinstrumente. Während wir uns mit Ventilatoren und kalten Getränken Abkühlung verschaffen können, sind Cello, Klarinette und Co. der Hitze schutzlos ausgeliefert.

Musikinstrumente bestehen meist aus Materialien wie Holz, Messing oder Stahl. Diese reagieren auf Hitze und Kälte, indem sie sich ausdehnen, zusammenziehen oder verziehen. Besonders bei Streichinstrumenten kann Hitze die Leimstellen förmlich zum Schmelzen bringen.

Das wirkt sich auch auf die Stimmung aus: Fagott und Bratsche gehen mit der Stimmung nach unten, Tuba und Gitarre rauf. Das macht das Zusammenspielen im Orchester irgendwann unmöglich.

Schutz vor Wetterextremen

Wichtig ist: Das Instrument auf keinen Fall im Auto vergessen, das ist unterwegs die Todesfalle Nr. 1. Kleine Temperaturunterschiede sind meist unproblematisch, doch extreme Trockenheit, hohe Luftfeuchtigkeit oder direkte Sonneneinstrahlung können großen Schaden anrichten.

Instrumente brauchen Zeit, um sich zu akklimatisieren. Eine Faustregel: Nach der Ankunft mindestens 30 Minuten bis eine Stunde im geschlossenen Koffer lassen. Hochwertige Koffer, Luftbefeuchter oder Entfeuchter sowie Kieselgel-Packungen können helfen, das Instrument zu schützen.

Für Streichinstrumente bieten Seidensäcke zusätzlichen Schutz, da sie das Holz vor plötzlichen Klimaveränderungen bewahren.

Die Hitze hat aber auch Vorteile: Stradivari-Instrumente zum Beispiel lassen sich dann besonders gut spielen, denn das alte Holz reagiert wie ein Schwamm auf die warme Feuchtigkeit und der Klang wird rund und warm.

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Lena Hofbauer
Lena Hofbauer
Onlinefassung
Janine Putzek