Die Lego-Steine sind am bekanntesten

Elegant und funktional – Dänische Design-Klassiker im Stadtmuseum Fellbach

Dänische Designerinnen und Designer haben sich weltweit einen Namen gemacht. Etliche Alltagsgegenstände stehen heute in Büros und Küchen. Anlässlich des Fellbacher Kultursommers zeigt das Stadtmuseum echte Klassiker: Vom Royal Copenhagen-Geschirr bis zum Panton Chair.

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Von Autor/in Silke Arning

Ameisenstuhl mit schlanker Taille

Er ist immer wieder ein Hingucker: schnörkellos, schlank, sein Umriss gleicht den Kurven einer Violine. Der „Ant“-Chair, der Ameisen-Stuhl, der heute in vielen Büros und Küchen steht, wurde 1952 von Designer Arne Jacobsen entworfen

Ameisen-Stuhl, entworfen von Arne Jacobsen 1952
Arne Jacobsens berühmter Ant™ Chair, der Ameisen-Stuhl wurde 1952 für die Kantine von Novo Nordisk entworfen. Silke Arning

„Er hat ihn gestaltet wie eine weibliche Figur mit schmaler Taille. Die erste Version war auf drei Beinen mit dem Problem, dass man kippte, wenn man sich zu viel bewegt.“ Bis heute produziert und ein Verkaufsschlager, sagt Ursula Teutrine, Leiterin des Fellbacher Stadtmuseums.

Dänisches Design: Elegant und robust

Der Stuhlklassiker verrät bereits sehr viel über das Erfolgsrezept dänischen Designs. Es verbindet Eleganz mit bemerkenswerter Robustheit. So filigran der Ant-Chair auf den ersten Blick anmutet: er lässt sich problemlos stapeln und belasten.

Manchmal sind es unverhoffte Zufälle, die ein Produkt zum Verkaufsschlager machen. Der Designer Per Lütken beschäftigte sich mit verschiedenen Entwürfen zu einer neuen Glasschale.

Glasschale, entworfen von Per Lütken 1955
Ein Klassiker der dänischen Glaskunst, entworfen von Designer Per Lütken 1955. Silke Arning

Kreisrund sollte sie werden, doch beim Glasblasen unterlief ihm ein Fehler. Am Ende wurde aus der kreisrunden eine asymmetrische Schale, die bis heute die ganz besondere Ästhetik ausmacht.

Der Lego-Stein auf Platz 1 der Hitliste

Schön und funktional – dänisches Design ist nichts, was zum Anschauen im Regal verstaubt oder unerschwinglich wäre. Zu den bekanntesten Artikeln gehören der Flaschenöffner in Form eines Hais, eine schlichte, stabile Küchenschüssel aus Kunststoff, die Margarethen-Rührschüssel von Jacob Jensen oder auch die Tetra-Pack-Milchtüte, die die klassische Glasflasche ablösen sollte.

Unangefochten auf Platz 1 der dänischen Designer-Hitliste aber steht nach wie vor der schlichte, weltweit beliebte Lego-Stein.

Aha-Momente und Wiedererkennungseffekte

Die kleine, aber feine Fellbacher Ausstellung begeistert durch die vielen Aha-Momente und Wiedererkennungseffekte. Dabei reicht die Bandbreite vom schlanken Tretmülleimer über den hölzernen Affen, der als Kleiderhaken fungiert bis zur Thermoskanne und dem berühmten Geschirr Royal Copenhagen.

Teller Royal Copenhagen und Panton Chair von Verner Panton, 1958
Teller Royal Copenhagen und Panton Chair von Verner Panton, 1958. Pressestelle Stadtmuseum Fellbach | Peter Hartung

In ihrer Aufmachung orientiert sich die Ausstellung an einem dänischen Design-Buch für Kinder. Das sagt schon viel über das Selbstverständnis dänischer Designerinnen und Designer aus. Gute Gestaltung als Grundrecht für Alle, so beschreibt es Museumschefin Ursula Teutrine: „Dass die dänische Gesellschaft ein wenig gleicher werde.“

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