Prozess gegen die Eliten des NS-Staates
Neben dem berühmten ersten Verfahren gegen Göring, Hess und Speer folgten zwölf weitere Prozesse. Sie richteten sich gegen Ärzte, Richter, Militärs und Industrielle – also gegen die Eliten des NS-Staates.
„Da stand auch das deutsche Bürgertum vor Gericht,“ sagt Weinke. Besonders heikel: Die Amerikaner gingen in diesen Verfahren bis in die 1930er-Jahre zurück und ahndeten erstmals Verbrechen wie die Umsetzung der Nürnberger Rassengesetze.
Das Vermächtnis von Nürnberg
Heute berufen sich internationale Gerichte wie der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag direkt auf die Rechtsprechung von damals. „Die Nürnberger Prinzipien wirken fort und sie bilden das Fundament moderner Menschenrechtsjustiz“, so Weinke.
Deutschland spielt dabei eine führende Rolle. Aus dem Gericht der Sieger wurde eine Institution des Rechts – universell und verpflichtend.
Aus unserem Archiv
31.8.1946 Hermann Görings Schlusswort: Nummer zwei gibt sich ahnungslos
31.8.1946 | Herrmann Göring bleibt bis zum Ende bei seiner Version der Geschichte: Er habe nichts vom Massenmord an den Juden gewusst und keinen Krieg gewollt.
31.8.1946 Rudolf Heß bereut nichts
31.8.1946 | Der ehemalige Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß erklärt in seinem Schlusswort, weshalb er das Gericht nicht anerkennt. Er stellt sich als gottesfürchtigen Christen dar. Er bereue nichts.
Heß wird in zwei von vier Anklagepunkten für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt. Er verbrachte den Rest seines Lebens im alliierten Militärgefängnis Berlin-Spandau, wo er sich 1987 das Leben nahm.
Nürnberger Prozesse
1.10.1946 Nürnberger Prozesse: Reportage aus dem Gerichtssaal
1.10.1946 | Ausschnitt aus einer Reportage aus dem Gerichtssaal live von der Urteilsverkündung gegen die Hauptkriegsverbrecher.