Filmfestival im Hunsrück

Heimat Europa Filmfestspiele in Simmern: Kino zwischen Heimatfilm und „Goldenen Zwanzigern“

In Simmern dreht sich bei den „Heimat Europa Filmfestspielen“ alles um den modernen Heimatfilm. Im Fokus stehen internationale Produktionen, Stummfilme und der Filmpreis „Edgar“. Kurator Janis Kuhnert über die Besonderheiten des Wettbewerbs und die Highlights vor Ort.

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Von Autor/in Lea Krug

Das Filmfestspiel „Heimat Europa“ 2026

Das kleine Kino in Simmern nennt sich augenzwinkernd „Pro-Winzkino“. Es ist ein passender Ort für die Filmfestspiele „Heimat Europa“, die nun zum achten Mal den Hunsrück in einen Treffpunkt für Filmschaffende und Kinofans verwandeln.

Bis zum 22. August dreht sich hier alles um den modernen Heimatfilm. Schirmherr ist der aus dem Hunsrück stammende Regisseur Edgar Reitz, dessen Filme den Begriff Heimatfilm neu geprägt haben.

Impression vom Heimat Europe Filmfestspiel 2025
Impression vom Eröffnungsabend 2025 der Heimat Europe Filmfestspiele in Simmern. Werner Dupuis

Im Mittelpunkt des Festivals stehen aktuelle Produktionen, die in Deutschland bislang kaum oder noch gar nicht zu sehen waren, erklärt Filmkurator Janis Kuhnert.

Als Eröffnungsfilm haben die Festivalmacher „Etwas ganz Besonderes“ von Regisseurin Eva Trobisch ausgewählt. Der Spielfilm, der erst vor Kurzem in die Kinos gekommen ist, erzählt von einem jungen Mädchen in der ostdeutschen Provinz.

ETWAS GANZ BESONDERES I Trailer HD I Ab 09.07.2026 im Kino

„Etwas ganz Besonderes“ ist ein moderner Heimatfilm, der aus der Perspektive einer Jugendlichen Fragen nach Identität und Zugehörigkeit erzählt.

Ein weiterer Schwerpunkt der Filmfestspiele sind in diesem Jahr die „Goldenen Zwanziger“. Die Reihe blickt auf eine Zeit des Aufbruchs in den 1920er-Jahren. „Besonders ist in diesem Jahr, dass wir fünf Stummfilme zeigen – alle mit einer anderer musikalischer Livebegleitung“, sagt Kuhnert. Zu Gast seien renommierte Stummfilmmusikerinnen und -musiker aus ganz Deutschland.

Programmgruppe zeigt von links: Peter Huth, Sandra Burmann und Janis Kuhnert.
Alles blick hat beim Filmfestival die Programmgruppe (von links): Peter Huth, Sandra Burmann und Janis Kuhnert. Werner Dupuis

Im Mittelpunkt des Festivals steht außerdem der Wettbewerb um den „Edgar“, den mit 3.000 Euro dotierten Preis für den besten modernen Heimatfilm.

Die Jury besteht aus nur einer Person

Während viele Kulturpreise von großen Jurys vergeben werden, entscheidet bei diesem Preis nur eine Person über den Gewinner. „Die Idee kommt von unserem Schirmherrn Edgar Reitz“, sagt Kurator Janis Kuhnert. Reitz habe die künstlerische Autonomie des Regisseurs hochgehalten, deshalb gebe es auch hier keine Kompromisse.

Schauspieler Rainer Bock
Schauspieler Rainer Bock Funke Foto Services

In diesem Jahr übernimmt Schauspieler Reinhard Bock, bekannt aus dem Film „Das weiße Band“ und der Serie „Better Call Saul“, diese Aufgabe. „Er muss vollkommen hinter seiner Entscheidung stehen und sich dann auch im Zweifelsfall dafür rechtfertigen können“, so Kuhnert.

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