Das Filmfestspiel „Heimat Europa“ 2026
Das kleine Kino in Simmern nennt sich augenzwinkernd „Pro-Winzkino“. Es ist ein passender Ort für die Filmfestspiele „Heimat Europa“, die nun zum achten Mal den Hunsrück in einen Treffpunkt für Filmschaffende und Kinofans verwandeln.
Bis zum 22. August dreht sich hier alles um den modernen Heimatfilm. Schirmherr ist der aus dem Hunsrück stammende Regisseur Edgar Reitz, dessen Filme den Begriff Heimatfilm neu geprägt haben.
Im Mittelpunkt des Festivals stehen aktuelle Produktionen, die in Deutschland bislang kaum oder noch gar nicht zu sehen waren, erklärt Filmkurator Janis Kuhnert.
Als Eröffnungsfilm haben die Festivalmacher „Etwas ganz Besonderes“ von Regisseurin Eva Trobisch ausgewählt. Der Spielfilm, der erst vor Kurzem in die Kinos gekommen ist, erzählt von einem jungen Mädchen in der ostdeutschen Provinz.
„Etwas ganz Besonderes“ ist ein moderner Heimatfilm, der aus der Perspektive einer Jugendlichen Fragen nach Identität und Zugehörigkeit erzählt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Filmfestspiele sind in diesem Jahr die „Goldenen Zwanziger“. Die Reihe blickt auf eine Zeit des Aufbruchs in den 1920er-Jahren. „Besonders ist in diesem Jahr, dass wir fünf Stummfilme zeigen – alle mit einer anderer musikalischer Livebegleitung“, sagt Kuhnert. Zu Gast seien renommierte Stummfilmmusikerinnen und -musiker aus ganz Deutschland.
Im Mittelpunkt des Festivals steht außerdem der Wettbewerb um den „Edgar“, den mit 3.000 Euro dotierten Preis für den besten modernen Heimatfilm.
Die Jury besteht aus nur einer Person
Während viele Kulturpreise von großen Jurys vergeben werden, entscheidet bei diesem Preis nur eine Person über den Gewinner. „Die Idee kommt von unserem Schirmherrn Edgar Reitz“, sagt Kurator Janis Kuhnert. Reitz habe die künstlerische Autonomie des Regisseurs hochgehalten, deshalb gebe es auch hier keine Kompromisse.
In diesem Jahr übernimmt Schauspieler Reinhard Bock, bekannt aus dem Film „Das weiße Band“ und der Serie „Better Call Saul“, diese Aufgabe. „Er muss vollkommen hinter seiner Entscheidung stehen und sich dann auch im Zweifelsfall dafür rechtfertigen können“, so Kuhnert.