Für ihre Kinder überwindet Sandra ihre Drogensucht

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Von Autor/in Nico Bähr, Tara Grebe

Die Drogen gehören zu meiner Vergangenheit. Sie arbeiten in meiner Gegenwart. Aber sie haben nichts in meiner Zukunft verloren.

Sandra zieht mit 17 Jahren zu ihrem drogensüchtigen Partner. Er schlägt sie und isoliert sie von ihren Freunden. Cannabis und Amphetamine helfen der heute 35-Jährigen, ihre negativen Gefühle zu betäuben. Dadurch kann sie aber nicht richtig für ihre Kinder da sein.

Ich schäme mich dafür, was ich meinen Kindern angetan habe. Und gleichzeitig bin ich verdammt stolz, wer ich heute bin und was ich mit meinen Kindern zusammen geschafft habe. Heute dürfen meine Kinder endlich wieder Kinder sein.

Das war lange anders: Die älteste Tochter musste die Mutterrolle einnehmen und andere Familien, die von Sandras Sucht wussten, luden ihre Kinder nicht zu Kindergeburtstagen ein.

Suchtkranken die Hand reichen

„Ich möchte die Gesellschaft sensibilisieren: Kein Suchtkranker hat sich das freiwillig ausgesucht. Man sollte sie nicht ausgrenzen – dann ziehen sie sich nur noch weiter zurück. Man sollte Suchtkranken die Hand reichen und ihnen ein offenes Ohr bieten. Und erst recht sollte man nicht die Kinder bestrafen – die tragen eh schon so eine riesige Last.“

Ihre Kinder sind für sie zuerst der Hauptgrund, um clean zu werden. „Aber der Hauptgrund hat sich geändert, als ich verstanden habe: Ich muss mich zuerst um mich kümmern. Erst wenn es mir gut geht, geht es auch meinen Kindern gut.“

Passende Therapie gefunden

Das gelingt ihr in der Suchtfachklinik Villa Maria, wo sie gut ein Jahr lang mit ihren Kindern lebt. Das Konzept in der Villa Maria: Suchtkranke Eltern und ihre Kinder lernen gemeinsam und mit Unterstützung des Fachpersonals wieder einen geregelten Alltag. Sandra engagiert sich mittlerweile für suchtkranke Obdachlose und macht eine Fortbildung zur Suchtberaterin. „Ich habe meine größte Schwäche zu einer Stärke umgewandelt.“

Die Kinderhilfsaktion Herzenssache unterstützt mithilfe von Spenden die Villa Maria, um mehr Wohnraum für betroffene Familien bereitstellen zu können.

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