23.10.1933

Propaganda-Abteilungsleiter Horst Dreßler-Andreß: Rundfunk als Waffe

Teilen

Stand

Von Autor/in ARD Archivradio

Es spricht der Leiter der Abteilung Rundfunk im Propagandaministerium, Horst Dreßler-Andreß. Man fühle sich aufs innigste mit dem Reichskanzler Adolf Hitler verbunden. Seine Entschlüsse sind unfehlbar. Der deutsche Rundfunk ist daran wesentlich beteiligt. Übertragung nationaler Ereignisse gab es schon, aber neue Aufgaben muss der Rundfunk noch erfüllen. Das deutsche Volk muss erkennen, dass der Rundfunk eine Waffe ist. Wir machen aus dem Rundfunk, was wir wollen. Jeder einzelne Volksgenosse muss Rundfunkteilnehmer. Jeder Haushalt muss angeschlossen werden. Die Worte von Reichsminister Dr. Goebbels müssen zur Wahrheit werden. Der Volksempfänger ist der Wegbereiter zur Weltmacht.

Joseph Goebbels (NSDAP), Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Porträt bei einer Rede im Berliner Sportpalast am 2.3.1933

25.3.1933 Joseph Goebbels: "Der Rundfunk gehört uns!"

25.3.1933 | Am 25. März 1933 – nur einen Tag nach dem Ermächtigungsgesetz, mit dem Adolf Hitler Deutschland faktisch zur Diktatur gemacht hat – bestellt sein junger Propagandaminister Joseph Goebbels die Intendanten der Reichsrundfunkgesellschaft ein und hält einen ausufernden Vortrag darüber, wie er den Rundfunk im Sinne der Regierung einspannen will. "Wir machen gar keinen Hehl daraus: Der Rundfunk gehört uns und niemandem sonst. Den Rundfunk werden wir in den Dienst unserer Idee stellen und keine andere Idee soll hier zu Worte kommen!", sagt er, während er hörbar auf das Pult klopft.

Joseph Goebbels bei der Eröffnung der Rundfunkausstellung 1934 auf dem Messegelände in Berlin

18.8.1933 Joseph Goebbels über den nationalsozialistischen Rundfunk

18.8.1933 | Propagandaminister Joseph Goebbels spricht anlässlich der Rundfunkausstellung in Berlin über den nationalsozialistischen Rundfunk. Was die Presse für das 19. Jahrhundert war , wird der Rundfunk für das 20. Jahrhundert sein.
Im Bild: Joseph Goebbels bei der Eröffnung der Rundfunkausstellung 1934 auf dem Messegelände in Berlin

Heinrich George (rechts) und der Intendant der "Berliner Funkstunde", Friedrich Arenhövel, 1933 bei einer Probe des Hörspiels "Werkmeister Ohle"pi

19.9.1933 Amtseinführung von Rundfunk-Intendant Friedrich Arenhövel

19.9.1933 | Die offizielle Amtseinführung von Friedrich Arenhövel durch den Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky. Arenhövel wird Intendant der Berliner Funk-Stunde, des ältesten deutschen Senders. Reine Tonkunst ist etwas anderes als ein Drama auf einer Bühne. Das "individuelle Ich" kann keinen guten Rundfunk machen. Anschließend spricht Horst Dreßler-Andreß vom Propagandaministerium. Der Rundfunk überdeckt Raum. "Was dem Nationalsozialismus feindlich begegnet, muss ausgerottet werden, mit Stumpf und Stiel". Der Sendeleiter Heinz Kyschky beschließt die Veranstaltung mit "Sieg heil".
Im Bild: Friedrich Arenhövel und der Schauspieler Heinrich George 1933 bei einer Probe

Mit der Verbreitung des Volksempfängers wird der Rundfunk zum Propagandainstrument des Staates. – Plakat nach Leonid, 1936, mit der Auschrift: : “"Ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger"

Archivradio Der Rundfunk 1933 – Vom Massenmedium zum NS-Propagandainstrument

Das Radio ist das neue Massenmedium der Zeit. Als die Nazis im Januar 1933 an die Macht kommen, beginnen sie deshalb sofort damit, den Rundfunk auf Linie zu bringen. Das gelingt ihnen erstaunlich gut und schnell.

Das Wissen SWR Kultur

Adolf Hitler vor einem Radio-Mikrofon. Digital kolorierte Aufnahme aus dem Jahr 1933.

Archivradio Radio im Zweiten Weltkrieg

Das Radio in der NS-Zeit war Propaganda – aber vor allem war es Unterhaltung. Goebbels wollte, dass die Menschen den Reichsrundfunk hören und nicht die Feindsender.

Archivradio SWR Kultur

Wilhelm Marx (1863 - 1946, Zentrum), als Reichskanzler bei einer Rundfunkansprache. Marx war 19231924 und 1926 bis 1928 Reichskanzler (undatierte Aufnahme)

Radio und Fernsehen Die Geschichte des Rundfunks

Das Radio hat die Welt verändert. Hier die Geschichte des Rundfunks in Originalaufnahmen.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
ARD Archivradio
Cover Podcast Archivradio
Moderator/in
Maximilian Schönherr