20.3.1946

Hermann Göring im Verhör

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Von Autor/in ARD Archivradio

Nürnberger Prozesse

US-Ankläger Robert Jackson verhört Hermann Göring. Es geht um ein Dokument zur Enteignung der jüdischen Bevölkerung, das Görings Unterschrift trägt. Hier fällt ein Begriff, der im Zentrum der nationalsozialistischen Verbrechen steht.

Die Anklage bezieht sich auf einen Brief, den Göring an Heydrich schrieb und den Begriff "Gesamtlösung" bzw. "Endlösung der Judenfrage". Göring beklagt sich über Übersetzungsfehler.

Hermann Görings Brief an SS-Gruppenführer Reinhard Heydrich, 31.7.1941

"In Ergänzung der Ihnen bereits mit Erlaß vom 24.1.39 übertragenen Aufgabe, die Judenfrage in Form der Auswanderung oder Evakuierung einer den Zeitverhältnissen entsprechend möglichst günstigen Lösung zuzuführen, beauftrage ich Sie hiermit, alle erforderlichen Vorbereitungen in organisatorischer, sachlicher und materieller Hinsicht zu treffen für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet in Europa.

Sofern hierbei die Zuständigkeiten anderer Zentralinstanzen berührt werden, sind diese zu beteiligen.

Ich beauftrage Sie weiter, mir in Bälde einen Gesamtentwurf über die organisatorischen, sachlichen und materiellen Vorausmaßnahmen zur Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage vorzulegen."

Archivradio Nürnberger Kriegsverbrecherprozess

Von November 1945 bis Oktober 1946 saßen die führenden Nationalsozialisten auf der Anklagebank des Internationalen Militärgerichtshofs, den die Alliierten eingerichtet hatten.

SWR2 Wissen: Archivradio SWR2

21.11.1945 21 Angeklagte bekennen sich "nicht schuldig

21.11.1945 | Einen Tag nach Beginn der Verhandlung treten die Angeklagten nacheinander ans Mikrofon. Den Anfang macht Hermann Göring. Alle bekennen sich für "nicht schuldig".

24.11.1945 Kommentar Fritz Eberhard: "Atombombe und Nürnberger Prozess prägen die Lage"

24.11.1945 | Fritz Eberhard mahnt: Die Welt müsse aus dem jüngsten Krieg lernen und nicht ein neues Wettrüsten beginnen – gerade auch angesichts der Zerstörungskraft der Atombombe.

19.12.1945 US-Korrespondentin Erika Mann über den Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess

19.12.1945 | Erika Mann, Tochter von Thomas Mann, schildert ihre Eindrücke von den Angeklagten im Gefängnis und aus dem Gerichtssaal.

29.1.1946 Hans Cappelen berichtet über die Gestapo-Folter

29.1.1946 | Als Zeugen für die Verbrechen der Nazis kommen auch die Opfer zu Wort. Der Norweger Hans Cappelen war Gefangener der Gestapo und später im KZ Buchenwald.

13.3.1946 Hermann Göring wird in Nürnberg vereidigt und erklärt, wie er zur NSDAP kam

13.3.1946 | Hermann Göring hatte u.a. 1941 den Auftrag erteilte, die "erforderlichen Vorbereitungen" zu einer "Endlösung der Judenfrage" zu treffen.

8.4.1946 Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel und seine inneren Kämpfe

8.4.1946 | Wilhelm Keitel war Generalfeldmarschall und Chef des Oberkommandos der Wehrmacht. Alle Befehle hat er stets befolgt, obwohl er mit seiner inneren Stimme kämpfen musste, wie er vor Gericht sagt. | Nürnberger Prozesse

11.4.1946 Ernst Kaltenbrunner will nichts von Gaskammern gewusst haben

11.4.1946 | Der Chef des Sicherheitshauptamtes und des Sicherheitsdienstes behauptet, niemals eine Gaskammer gesehen zu haben, auch nicht bei einem Besuch im KZ Mauthausen, von dem es einen Beweis gibt.

15.4.1946 Ehemaliger Lagerkommandant Rudolf Höß über Auschwitz

15.4.1946 | Rudolf Höß spricht im Verhör offen über die Ankunft der Züge mit den Gefangenen, ihre Aufteilung in Zwangsarbeit oder Tod in der Gaskammer.

7.6.1946 Generaloberst Alfred Jodl wird verhört

7.6.1946 | Wie viele seiner Mitangeklagten will Alfred Jodl von der Judenvernichtung nichts gewusst haben. Hitler sei für ihn ein Scharlatan gewesen. Warum er ihm dann gefolgt sei, will der Ankläger wissen. | Nürnberger Prozesse

26.7.1946 US-Chefankläger Robert H. Jackson hält sein Schlussplädoyer in Nürnberg

26.7.1946 | US-Chefankläger Robert Jackson verliest sein Schlussplädoyer und nutzt es zu einer pointierten Abrechnung mit den Angeklagten.

31.8.1946 Hermann Görings Schlusswort: Nummer zwei gibt sich ahnungslos

31.8.1946 | Herrmann Göring bleibt bis zum Ende bei seiner Version der Geschichte: Er habe nichts vom Massenmord an den Juden gewusst und keinen Krieg gewollt.

31.8.1946 Albert Speers Schlusswort: "Die Welt wird aus Krieg lernen"

31.8.1946 | Albert Speer sieht im Nürnberger Prozess einen Beitrag dazu, Kriege in Zukunft zu verhindern. Nur knapp entgeht er einem Todesurteil.

1.10.1946 Verkündung der Strafen im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess

1.10.1946 | Nach fast einem Jahr Verhandlungsdauer werden 12 der 24 Angeklagten zum Tode verurteilt. Die Urteilsverkündung in Nürnberg dauerte Stunden.