29.4.1933

Goebbels-Vertrauter Wilhelm Müller-Scheld: Abrechnung mit Nazi-Gegnern

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Von Autor/in ARD Archivradio

Im Südwestdeutschen Rundfunk in Frankfurt wird die Hakenkreuz-Fahne ausgerollt. Der Nationalsozialist Wilhelm Müller-Scheld, ein enger Vertrauter von Propaganda-Chef Joseph Goebbels, spricht vor Angestellten des Südwestfunks.

Propagandaplakat zum 1. Mai, dem "Tag der Nationalen Arbeit": Ein Mann hält in der rechten Hand einen Hammer, der auf einem Amboss liegt, mit der linken eine Hakenkreuzfahne (Illustration, um 1935)
Propagandaplakat zum 1. Mai, dem "Tag der Nationalen Arbeit", mit Hakenkreuzfahne, um 1935 IMAGO / Gemini Collection

Seine Hetzrede beginnt mit einer Abrechnung mit den "jüdischen Marxisten", die Tausende von Menschen ermordeten oder verletzten. "Wer unsere Hakenkreuzfahne angreift, der greift unsere Bewegung an. Wer die Hakenkreuzfahne antastet, der muss gnadenlos zusammengeschlagen werden."

Die führenden Männer des Reichsrundfunks wurden, soweit sie als NS-Gegner bekannt waren, nach der Machtergreifung verhaftet und am 5. November 1933 vor Gericht gestellt. Staatssekretär Dr. Hans Bredow (stehend) während seiner Aussage, rechts von ihm sitzend Dr. Kurt Magnus, Direktor der Reichsrundfunkgesellschaft. 2. Reihe die Verteidiger und in der vorderen Reihe die weiteren Angeschuldigten von links: Zorek, Korte, Dr. Jaeger, Dr. Kohl, Dr. Otto und Intendant Flesch.

16.2.1933 Kurt Magnus verabschiedet Rundfunk-Pionier Hans Bredow

16.2.1933 | Zwei Wochen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Der Geschäftsführer der Reichsrundfunkgesellschaft Kurt Magnus verabschiedet den Gründer des Rundfunks in Deutschland, Hans Bredow. Bredow hatte den Rundfunk in seiner föderalen Struktur aufgebaut und war in der Weimarer Republik Staatssekretär für das Rundfunkwesen. Am Tag von Adolf Hitlers Wahl zum Kanzler reichte Hans Bredow seinen Rücktritt ein. Kurt Magnus, etwas jünger als Bredow, hatte mit diesem mehrere Jahre zusammengearbeitet. Bei der offiziellen Verabschiedung spricht Hans Bredow am Ende sichtlich gerührt. Noch im selben Jahr kamen die beiden, zusammen mit anderen Rundfunkpionieren, in Haft.
Im Bild: Hans Bredow im November 1933 vor Gericht

Joseph Goebbels (NSDAP), Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Porträt bei einer Rede im Berliner Sportpalast am 2.3.1933

25.3.1933 Joseph Goebbels: "Der Rundfunk gehört uns!"

25.3.1933 | Am 25. März 1933 – nur einen Tag nach dem Ermächtigungsgesetz, mit dem Adolf Hitler Deutschland faktisch zur Diktatur gemacht hat – bestellt sein junger Propagandaminister Joseph Goebbels die Intendanten der Reichsrundfunkgesellschaft ein und hält einen ausufernden Vortrag darüber, wie er den Rundfunk im Sinne der Regierung einspannen will. "Wir machen gar keinen Hehl daraus: Der Rundfunk gehört uns und niemandem sonst. Den Rundfunk werden wir in den Dienst unserer Idee stellen und keine andere Idee soll hier zu Worte kommen!", sagt er, während er hörbar auf das Pult klopft.

Radiohörer am 'Volksempfaenger' (hergestellt 1933 im Sachsenwerk). An der Wand Porträtaufnahmen von Adolf Hitler und Joseph Goebbels

2.4.1933 NSDAP-Politiker Franz Kerber: Presse und Radio sind "Weltmächte"

2.4.1933 | Zwei Monate nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Der NSDAP-Politiker Franz Kerber aus Freiburg im Breisgau besucht den Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Die Sendeleitung hatte ihn eingeladen, denn sie wusste, dass Kerber in Kürze Oberbürgermeister von Freiburg werden würde.
In diesem sehr kurzen, abgerissenen Originalton dankt Kerber für die Einladung. Für ihn seien der Rundfunk und die Presse zwei "Weltmächte". Die Wahl vom 5. März 1933 habe den Rundfunk grundsätzlich verändert.

Mit der Verbreitung des Volksempfängers wird der Rundfunk zum Propagandainstrument des Staates. – Plakat nach Leonid, 1936, mit der Auschrift: : “"Ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger"

Archivradio Der Rundfunk 1933 – Vom Massenmedium zum NS-Propagandainstrument

Das Radio ist das neue Massenmedium der Zeit. Als die Nazis im Januar 1933 an die Macht kommen, beginnen sie deshalb sofort damit, den Rundfunk auf Linie zu bringen. Das gelingt ihnen erstaunlich gut und schnell.

Das Wissen SWR Kultur

Adolf Hitler vor einem Radio-Mikrofon. Digital kolorierte Aufnahme aus dem Jahr 1933.

Archivradio Radio im Zweiten Weltkrieg

Das Radio in der NS-Zeit war Propaganda – aber vor allem war es Unterhaltung. Goebbels wollte, dass die Menschen den Reichsrundfunk hören und nicht die Feindsender.

Archivradio SWR Kultur

Wilhelm Marx (1863 - 1946, Zentrum), als Reichskanzler bei einer Rundfunkansprache. Marx war 19231924 und 1926 bis 1928 Reichskanzler (undatierte Aufnahme)

Radio und Fernsehen Die Geschichte des Rundfunks

Das Radio hat die Welt verändert. Hier die Geschichte des Rundfunks in Originalaufnahmen.