Teile des Stadtzentrums von Isjum liegen erneut in Trümmern. Ukrainischen Medien zufolge haben russische Flugzeuge am Samstagabend Wohnhäuser und eine kulturelle Einrichtung in der Kleinstadt im Osten der Ukraine bombardiert.
Bei dem Angriff kamen zwei Menschen ums Leben: eine 42-jährige Polizistin und ihr 49-jähriger Ehemann. Lediglich der Hund der Familie konnte lebend gerettet werden.
Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Kriegsverbrechen
"Das waren Zivilisten", sagt Tobias Schneider, der Präsident der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft in Trier: "Mit diesen Lenkbomben kann man sehr präzise zielen. Und hier wurde nicht auf militärische Infrastruktur gezielt."
Die zuständige Staatsanwaltschaft habe daher Ermittlungen wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen eingeleitet.
"Krieg ist näher an Isjum herangerückt"
Es ist das zweite Mal in diesem Jahr, dass in Isjum Menschen bei einem russischen Angriff sterben. Anfang Februar war eine Rakete im Stadtzentrum eingeschlagen, hatte unter anderem das Rathaus zerstört, fünf Menschen getötet und 30 verletzt.
Damals sei der Angriff aus dem Nichts gekommen, sagt Schneider. In Isjum war es lange Zeit relativ ruhig gewesen. Als er im September zuletzt in der Trierer Partnerstadt war, habe er viel öfter Drohnen und russische Flugzeuge gehört. Der Krieg ist näher an Isjum herangerückt.
Weihnachtsgeschenke für Kinder in Isjum gesammelt
Ende Februar will die Deutsch-Ukraine Gesellschaft erneut mit einem Hilfskonvoi nach Isjum aufbrechen. Mit dabei: Stromgeneratoren, Solarpaneele und Powerbanks, um den Winter zu überstehen. Aber auch: Weihnachtsgeschenke für die Kinder und Jugendlichen, die in der Stadt leben. Mehr als 500 Spenden sind schon zusammengekommen.
Gesellschaft hofft auf weitere Spenden
"Und wir werden auch schauen, dass wir die Opfer der Angriffe unterstützen. Wenn sie etwas brauchen, werden wir versuchen, das zu organisieren", sagt Schneider und hofft auf weitere Spenden: "Die Solidarität mit der Ukraine darf auch im vierten Kriegswinter nicht nachlassen."
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Derzeit leben in Isjum rund 25.000 Menschen und somit etwa halb so viele wie vor dem russischen Angriffskrieg. Manche der Einwohner sind inzwischen nach Trier geflohen. Seit Mai 2024 ist Isjum die zehnte Partnerstadt von Trier.