Bomben haben Isjum getroffen

Zwei Tote nach Angriff auf Partnerstadt von Trier in der Ukraine

Russische Bomben haben in der ukrainischen Kleinstadt Isjum eine Polizistin und ihren Mann getötet. Die Deutsch-Ukraine Gesellschaft in Trier spricht von einem Kriegsverbrechen.

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Stand

Von Autor/in Christian Altmayer

Teile des Stadtzentrums von Isjum liegen erneut in Trümmern. Ukrainischen Medien zufolge haben russische Flugzeuge am Samstagabend Wohnhäuser und eine kulturelle Einrichtung in der Kleinstadt im Osten der Ukraine bombardiert.

Bei dem Angriff kamen zwei Menschen ums Leben: eine 42-jährige Polizistin und ihr 49-jähriger Ehemann. Lediglich der Hund der Familie konnte lebend gerettet werden.

Zwei Feuerwehrleute tragen einen Hund aus den Trümmern.
Der Hund der beiden getöteten Ukrainer konnte gerettet werden. DSNS - Staatlicher Dienst der Ukraine für Notfallsituationen

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Kriegsverbrechen

"Das waren Zivilisten", sagt Tobias Schneider, der Präsident der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft in Trier: "Mit diesen Lenkbomben kann man sehr präzise zielen. Und hier wurde nicht auf militärische Infrastruktur gezielt."

Tobias Schneider steht vor Trümmern in Isjum.
Im September hat Tobias Schneider von der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft die Trierer Partnerstadt Isjum zum letzten Mal besucht. Ende Februar will er erneut dorthin fahren. Tobias Schneider

Die zuständige Staatsanwaltschaft habe daher Ermittlungen wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen eingeleitet.

"Krieg ist näher an Isjum herangerückt"

Es ist das zweite Mal in diesem Jahr, dass in Isjum Menschen bei einem russischen Angriff sterben. Anfang Februar war eine Rakete im Stadtzentrum eingeschlagen, hatte unter anderem das Rathaus zerstört, fünf Menschen getötet und 30 verletzt.

Blick aus dem zerstörten Rathaus von Isjum in der Ukraine
Blick aus dem zerstörten Rathaus von Isjum in der Ukraine.

Damals sei der Angriff aus dem Nichts gekommen, sagt Schneider. In Isjum war es lange Zeit relativ ruhig gewesen. Als er im September zuletzt in der Trierer Partnerstadt war, habe er viel öfter Drohnen und russische Flugzeuge gehört. Der Krieg ist näher an Isjum herangerückt.

Weihnachtsgeschenke für Kinder in Isjum gesammelt

Ende Februar will die Deutsch-Ukraine Gesellschaft erneut mit einem Hilfskonvoi nach Isjum aufbrechen. Mit dabei: Stromgeneratoren, Solarpaneele und Powerbanks, um den Winter zu überstehen. Aber auch: Weihnachtsgeschenke für die Kinder und Jugendlichen, die in der Stadt leben. Mehr als 500 Spenden sind schon zusammengekommen.

Anna Stetska und Tobias Schneider räumen Ukraine-Spenden in Säcke und Kisten.
Die Deutsch-Ukrainische-Gesellschaft in Trier sammelt jedes Jahr Spenden für Hilfstransporte ins ukrainische Isjum.

Gesellschaft hofft auf weitere Spenden

"Und wir werden auch schauen, dass wir die Opfer der Angriffe unterstützen. Wenn sie etwas brauchen, werden wir versuchen, das zu organisieren", sagt Schneider und hofft auf weitere Spenden: "Die Solidarität mit der Ukraine darf auch im vierten Kriegswinter nicht nachlassen."

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Derzeit leben in Isjum rund 25.000 Menschen und somit etwa halb so viele wie vor dem russischen Angriffskrieg. Manche der Einwohner sind inzwischen nach Trier geflohen. Seit Mai 2024 ist Isjum die zehnte Partnerstadt von Trier.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Christian Altmayer
Foto von Christian Altmayer, Redakteur bei SWR Aktuell im Studio Trier

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