Reformen für Wirtschaftswachstum

Trierer Unternehmen: "Die wirtschaftliche Situation ist sehr, sehr schlecht"

Insolvenzen, Fachkräftemangel und fehlende Infrastruktur: Der Vorsitzende der Trierer Unternehmer Vereinigung Frank Natus fordert Reformen, um den Standort Trier zu verbessern.

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Von Autor/in Sebastian Grauer

Frank Natus ist Geschäftsführender Gesellschafter des Trierer Unternehmens NATUS. Das Unternehmen aus der Elektrobranche hat weltweit rund 1.000 Beschäftigte und stellt unter anderem Schaltsysteme her.

Situation der Wirtschaft in der Region

Der Trierer Unternehmer ist zudem seit 16 Jahren der Vorsitzende der Vereinigung Trierer Unternehmer (VTU). Er kennt die Nöte und Sorgen der Betriebe in der Region. Im SWR-Interview spricht er darüber, wie die aktuelle Wirtschaftslage in der Region Trier ist und was - auch von der Regierung - getan werden muss.

SWR Aktuell: Herr Natus, am Abend treffen sich rund 500 Trierer Unternehmer, um sich auszutauschen. Was sind deren größten Sorgen?

Frank Natus: Grundsätzlich muss man sagen, dass die wirtschaftliche Situation derzeit in ganz Deutschland, und damit auch in Rheinland-Pfalz und der Region Trier, sehr, sehr schlecht ist. Die Wirtschaft ist in einem sehr schlechten Zustand, die Arbeitslosenzahlen steigen. Wir sind jetzt schon bei drei Millionen Arbeitslosen. Wir hatten letztes Jahr in Deutschland rund 24.000 Insolvenzen, Tendenz steigend. Das sind alles keine guten Zahlen.

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Nähe zu Luxemburg verschärft Fachkräftemangel

SWR Aktuell: Gibt es Herausforderungen, die speziell die Unternehmer in der Region Trier haben? Zum Beispiel tausende Pendler, die in Luxemburg und nicht in Trier arbeiten?

Natus: Wir haben einen enormen Fachkräftemangel, der hier in der Region Trier ganz besonders schlimm ist. Auch durch den Luxemburg-Faktor. In Luxemburg werden deutlich geringere Steuern und Abgaben auf den Bruttolohn gezahlt. Hier haben wir eine Wettbewerbsverzerrung, eine sehr deutliche in der Grenzregion.

SWR Aktuell: Was heißt das für Ihr Unternehmen und welche Rolle spielt die Zuwanderung?

Natus: Wir sind sehr stark in den letzten Jahren in Social Media unterwegs, um uns als Unternehmen noch bekannter zu machen. Das ist wichtig, um unsere Stammbelegschaft zu halten, aber auch, um Mitarbeiter aus Deutschland und aus angrenzenden Ländern für uns zu gewinnen.

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Qualifizierte Zuwanderung ist ein ganz wichtiges Thema. Wir setzen darauf. Wir als Firma Natus haben 28 verschiedene Nationalitäten hier angestellt. Und wir sind für jeden Einzelnen auch sehr dankbar.

Die Anbindung über Autobahnen und Zugverkehr ist sehr schlecht.

SWR Aktuell: Fachkräftemangel ist das eine Thema, die Infrastruktur das andere.

Natus: Wir sind in Trier in einer Grenzregion, in einer Randregion Deutschlands, kann man sagen, vielleicht im Herzen Europas. Aber dennoch, die Anbindung über Autobahnen und auch über die Zugverbindung ist sehr schlecht. Und deswegen sind wir jetzt erst mal froh, dass die Baugenehmigung für den A1-Lückenschluss in der Eifel vorliegt - ein wichtiges Thema.

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Damit dürfen wir uns aber nicht zufriedengeben. Es müssen weitere Maßnahmen für die Infrastruktur umgesetzt werden. Zum Beispiel was die Anbindung mit Hochgeschwindigkeitszügen anbelangt.

SWR Aktuell: Was ist denn Ihre Hoffnung für die kommenden Jahre?

Natus: Unsere Hoffnung ist, dass sich die aktuelle Bundesregierung mit den Landesregierungen zusammentut, um dieses Deutschland, was derzeit ein Sanierungsfall ist, grundlegend zu reformieren. Damit wieder Wachstum entsteht und damit die Unternehmen wieder erfolgreicher arbeiten können. Damit dürften dann auch die Steuereinnahmen wieder steigen und die Arbeitslosigkeit runtergehen. Das wäre wieder Wachstum.

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Autor/in
Sebastian Grauer
Foto von Sebastian Gauer, Redakteur bei SWR Aktuell und im SWR Studio Trier

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