Auf dem Hof des Landwirts Rainer Götten in Heidweiler, Kreis Bernkastel-Wittlich, stehen so einige schwere Maschinen und Geräte. Besonders auffällig: der grüne Lastwagen mit dem großen 30.000 Liter Tank. Eigentlich nutzt Rainer Götten ihn, um Gülle auf seine Felder zu transportieren. Heute ist der Anhänger jedoch bis zum Rand mit Regenwasser befüllt. Das soll bei Feld- und Waldbränden in der Region zum Einsatz kommen.
Rainer Götten unterstützt die umliegenden Feuerwehren. Und damit ist er nicht der einzige: Sobald es wärmer wird, bieten Landwirte und Winzer in nahezu allen Verbandsgemeinden und Städten in der Region Trier den Feuerwehren ihre Hilfe an. Fässer und Tanks mit großem Volumen werden mit Wasser befüllt und bereit gehalten.
Nach Angaben der VG Schweich werden in sehr heißen Phasen die Fässer direkt an markanten Punkten, z.B. an Feldern, abgestellt. Kommt es dann zu einem Flächenbrand, werden die Landwirte gleich mit alarmiert. Wenn sie nicht ohnehin selbst Mitglied in der Feuerwehr sind. So wie Rainer Götten.
Besondere Alarmkette hat sich bewährt
Dass das System sehr gut funktioniert, habe man in den vergangenen Jahren bei Einsätzen gemerkt, sagt Rainer Götten. Auch selbst hat er schon davon profitiert. So erinnert er sich an den Brand seines Mähdreschers im heißen Sommer 2019. Damals halfen Landwirte aus dem benachbarten Dodenburg.
Fahrzeuge und Freiwillige fehlen Wie gut sind die Feuerwehren in RLP auf Waldbrände vorbereitet?
In Rheinland-Pfalz hat die Waldbrandgefahr in den letzten Jahren zugenommen. Die Feuerwehren sind darauf aber nur bedingt eingestellt.
Seiner Meinung nach sind die Freiwilligen Feuerwehren in der Region Trier gut ausgerüstet. Viele Fahrzeuge haben aber nur ein Volumen von 3.000 oder 4.000 Litern. Bei größeren Wehren oder in Städten können die Fahrzeuge schnell auch mal rund 10.000 Liter fassen. Je nachdem wo die Fahrzeuge aber herkommen müssen, dauere es bei Einsätzen zu lang.
Da sind die zusätzlichen 30.000 Liter von Göttens Gülletanker schon eine große Hilfe. Und wenn selbst dieses Wasser knapp wird, seien die Tanks recht schnell wieder befüllt. "Wenn das Wasser einmal läuft, dauert es etwa sieben Minuten, bis das Fass voll ist", sagt der Landwirt. In der Verbandsgemeinde Kirchberg kommen durch das System im Einsatzfall rund 80.000 Liter zusammen.
Kein Regen und viel Wind Erhöhte Waldbrandgefahr auch in der Region Trier
Die Waldbrandgefahr in der Region Trier ist höher als gewöhnlich. Den Bäumen und Waldböden machen die viele Sonne, der ausbleibende Regen und der Wind zunehmend zu schaffen.
Weitere Maßnahmen für den Großeinsatz
Neben den großen Wassertanks setzten die Feuerwehren der Verbandsgemeinden in der Region nach Angaben mehrerer Wehrleiter auf die richtige Ausrüstung, regelmäßige Schulungen und geländegängige Fahrzeuge. Vor allem mit Blick auf die immer heißeren Sommer, habe man in den letzten Jahren umfangreich reagiert.
Wir können uns immer aufeinander verlassen
Viele Schulungen zu Vegetationsbränden finden immer häufiger auch mit benachbarten Wehren statt. Nach Angaben der Stadt Trier waren drei Berufsfeuerwehrleute im vergangenen Jahr bei Übungen in der kroatischen Partnerstadt Pula dabei, wo es noch mehr Erfahrungen rund um Waldbrände gibt.
Nach Angaben der Verbandsgemeinde Arzfeld setzt man hier auch auf sogenannte Waldbrandcontainer, in denen neben Waldbrandwerkzeug auch faltbare Wasserbehälter für 5.000 Liter Wasser stecken. Und auch stillgelegte Güllegruben und Löschteiche seien sehr hilfreich, so die VG Kirchberg.
Gemeinsam gegen das Feuer
Dass durch die immer längeren Trockenzeiten und extremere Hitze die Feuerwehren am Ball bleiben müssen, um auch in Zukunft vor der Lage zu sein - da sind sich die Wehrleiter der Feuerwehren der Verbandsgemeinden in der Region Trier einig. Umso schöner sei es, dass die Zusammenarbeit auf allen Ebenen wie mit den Landwirten, dem Deutschen Wetterdienst und den Wehren untereinander so gut funktioniere, heißt es von einigen Wehrleitern der Verbandsgemeinden. Das sieht auch Rainer Götten so. "Wir können uns immer aufeinander verlassen".