Das Revier für die Biber im Hochwald ist groß. Sie haben sich in einem Gebiet über Hermeskeil, Reinsfeld und Kell am See über viele Jahre angesiedelt. Doch immer wieder gibt es Unfälle, die für die Tiere oft tödlich enden. Dabei stehen die Biber unter Schutz.
Warnschilder verhindern Biber-Unfälle nicht
Das Problem: Die Bundesstraße 407. Dort sind viele Autos und Lkw meist sehr schnell unterwegs, sagt Revierförster Martin Ritter. Tempo 100 ist dort zulässig. Am Straßenrand liegen Plastikteile eines Autos. Es sind Überbleibsel eines Biber-Unfalls vor wenigen Wochen.
Seit rund sechs Jahren stehen Warnschilder an der Hunsrückhöhenstraße, die auf die Biber hinweisen sollen. Die nützen jedoch nur wenig, sagt der Förster. Er weiß von mehreren Unfällen in der letzten Zeit, bei denen die Tiere überfahren wurden.
Straßenüberquerung wird zur tödlichen Gefahr
Eine Sprecherin des Biberzentrums geht davon aus, dass in den vergangenen Jahren an der B407 bei Reinsfeld etwa 10 bis 15 Biber überfahren worden sind. Denn unmittelbar neben der Straße haben die Biber an einer Böschung den dort fließenden Bach aufgestaut. Wenn die Tiere von ihrem Damm aus die Straßenseite wechseln wollen, können sie durch eine Röhre schwimmen. Die verläuft unterhalb der Straße.
Doch wenn es viel geregnet hat, meiden die Tiere das Rohr. Denn dort ist der Boden aus Beton, es gibt ein Gefälle und dann herrscht in dem schmalen Rohr eine starke Strömung. Daher klettern die Biber dann eher den Damm zur Straße hoch und laufen über den Asphalt.
Schmale Röhre soll ausgebaut werden
Und das meist in der Dunkelheit, denn Biber sind nachtaktiv. Für Autofahrer sind sie sehr schwer zu erkennen, gibt Stefanie Venske vom Biberzentrum zu bedenken. "So ein Biber nachts auf der Straße ist wie ein dunkler Klotz", sagt die Expertin.
Um künftig Unfälle zu vermeiden, soll die Röhre unter der Straße jetzt so ausgebaut werden, dass die Biber sie immer nutzen können. Dazu soll sie laut Landesbetrieb Mobilität (LBM) vergrößert werden. Dieser Ausbau ist schon geplant und genehmigt. Aber wann die Bauarbeiten losgehen und die Röhre fertig ist, lässt sich bisher noch nicht sagen. Bis dahin bleibt die Straße für die Tiere eine Gefahr - die auch tödlich enden kann.