Touristen kommen aus der ganzen Welt, um die Porta Nigra, das besterhaltene römische Stadttor Deutschlands zu sehen. So attraktiv das UNESCO-Welterbe für Einheimische und Besucher ist, so unattraktiv ist das Umfeld. Triers bekanntestes Wahrzeichen ist umringt von dichtem Verkehr. Der Vorplatz ist zubetoniert, Bänke und Schattenplätze, die zum Verweilen einladen - Fehlanzeige
Der Trierer Baudezernent Thilo Becker formuliert: "Da sind Ecken im Umfeld der Porta, die sind einfach nicht vorzeigbar. Eine Neugestaltung ist mehr als überfällig."
Porta Nigra wird künftig Teil der Fußgängerzone
Die Stadt Trier will das Porta Nigra-Umfeld deswegen in den kommenden Jahren ordentlich aufhübschen. Die Ideen dafür liefern Berliner Landschaftsarchitekten vom Atelier Loidl. Sie haben bei einem Ideenwettbewerb den besten Entwurf abgeliefert.
Die Grundidee: eine natürliche Verlängerung der Trierer Fußgängerzone oder wie es Planer Martin Schmitz lyrischer ausdrückt "die Fußgängerzone als fließender Teppich bis zur Porta."
Platz um Porta Nigra soll grüner werden
Der Vorplatz Richtung Innenstadt funktioniert dann wie eine Schale. Den Höhenunterschied ausnutzend, verläuft der künftige Weg von der City trichterförmig zum römischen Stadttor. Statt isolierter Randlage werde die Porta wieder ihrer traditionellen Rolle als Stadttor gerecht, versprechen die Planer.
Für Touristen wie Einheimische gleichermaßen spannend soll der Platz werden. Statt brüchigem Einheitsgrau anno 2025 gibt es dann lange Bänke, Bäume und ein Auditorium für Reisegruppen.
"Wenn ich heute vor der Porta stehe, dann werde ich eigentlich daran vorbei geführt", bedauert Planer Martin Schmitz. Seine Vision: Ein Umfeld, dass sich zurücknimmt und stattdessen den Star des Platzes in Szene setzt - die Porta Nigra.
Umgestaltung der Porta Nigra wird Jahre dauern
Das Einzige, was jetzt schon sicher feststeht: Die Neugestaltung wird einige Jahre dauern. Vielleicht könne es Anfang 2027 mit den Bauarbeiten losgehen, so der Trierer Baudezernent vorsichtig. Zunächst beginne man ab 2026 mit der Verlagerung des Busverkehrs in Richtung Simeonsstiftplatz und dem Alleenring, der umgebaut und mehr Grünflächen bekommen soll.
Das ist eine besondere Chance für unsere Generation.
Stadt Trier rechnet mit mehreren Jahren Bauzeit
Thilo Becker rechnet für die Neugestaltung des Porta Umfelds mit einer Bauzeit zwischen drei und vier Jahren. Zwar könne man schneller bauen aber gleichzeitig wolle man die Einschränkungen für Verkehr und Einzelhandel in Trier so gering wie möglich halten. "Die Umgestaltung des Porta Nigra-Umfelds ist eine besondere Chance für unsere Generation und kann viele Jahrzehnte Bestand haben", freut sich Becker.
Bürger können sich an der Gestaltung beteiligen
In den kommende zwei Wochen können interessierte Bürgerinnen und Bürger sich über den Siegerentwurf informieren. Die Pläne hängen in einem leerstehenden Ladenlokal in der Trierer Simeonstraße aus.
Während der Öffnungszeiten seien auch Mitarbeiter des Trierer Amtes für Verkehrsplanung anwesend, um Anregungen und Vorschläge entgegenzunehmen.
Neues Angebot des SWR Studios Trier Nachrichten aus der Region Trier jetzt auf WhatsApp lesen
Das SWR Studio Trier ist jetzt auch auf dem Messenger-Dienst WhatsApp aktiv. Dort finden Sie regionale Nachrichten von Mosel und Saar, aus der Eifel, Hunsrück und Hochwald.
Was die Umgestaltung kostet? Für eine exakte Summe brauche man eine tiefergehende Planung. Immerhin ihren Eigenanteil will die Stadt, laut Baudezernent, so gering wie möglich halten und stattdessen viele Fördertöpfe anzapfen.