Hufabdrücke im Vorgarten, angeknabberte Salatblätter im Hochbeet und kleine Kothäufchen auf dem Rasen. Auf dem Grundstück von Manfred Bauer in Büdesheim sind die Spuren des Damhirschs immer noch gut zu sehen.
Das Tier kommt seit Tagen immer wieder in seinem Garten vorbei. Der Familienvater kann sich noch gut daran erinnern, als der Hirsch das erste Mal vor seinem Haus aufgetaucht ist. "Wir waren verwundert, dass er hier im Schatten lag. Er hat da sein Nickerchen gemacht", erzählt Bauer.
Anwohner von Büdesheim taufen Hirsch Henry
Auch Anwohner Andreas Schmitz hat den Hirsch im Ort schon entdeckt. Er hatte direkt eine Idee, nachdem er das Tier zum ersten Mal gesehen hatte. "Ich habe gedacht, das Kind braucht einen Namen und da habe ich ihn ohne Hintergedanken Henry genannt", sagt Schmitz.
Den neuen Namen für den Hirsch hat er danach in die Ortsgruppe gepostet. "Dann war ordentlich etwas los", so Schmitz weiter. Den Menschen hat der Name Henry sofort gefallen. "Was Hennes für Köln ist, ist Henry für die Büdesheimer", scherzt Schmitz.
Herkunft der Hirsches unklar
Die Kreisverwaltung Bitburg-Prüm steht bei Hirsch Henry vor einem Rätsel. Niemand weiß, woher das Tier herkommt. Denn Damwild kommt nach Angaben der Kreisverwaltung in dieser Region nicht in freier Wildbahn vor.
Die Behörde geht derzeit davon aus, dass der Damhirsch aus einem Wildgatter ausgebüxt oder von seinem Halter freigelassen wurde. Eine Vermisstenmeldung zu Henry liegt der Behörde nicht vor.
Gemeinde will ihren Hirsch Henry schützen
Die Büdesheimer wünschen sich jedenfalls, dass Hirsch Henry ihnen noch lange erhalten bleibt. "Wir haben Anfang August in Büdesheim ein Heavy-Metal-Konzert und ich hoffe, dass er das Fest gut übersteht und vielleicht dort vorbeischaut", sagt Ortsbürgermeister Walter Post (Freie Wähler).
Sollte der Damhirsch noch länger in Büdesheim unterwegs sein, plant die Ortsgemeinde bereits konkrete Maßnahmen, um auch ihren neuen Mitbewohner zu schützen. "Wir werden am Ortseingang Schilder aufstellen, dass die Autofahrer vorsichtig fahren. Es soll niemand zu Schaden kommen, auch Henry nicht", so Post.