Als die Corona-Pandemie kam, standen auch Künstlerinnen und Künstler plötzlich vor einer neuen Realität: Kulturhäuser wurden geschlossen, Abstandsregeln eingeführt, viele mussten zu Hause bleiben. Barbara Ullmann, festes Mitglied des Ensembles des Trierer Theaters, erlebte den Moment, in dem alles, was das Theater ausmachte, stillzustehen schien. Die Bühnen und Zuschauerreihen blieben leer, der Applaus verstummte.
Es war total surreal.
An den Moment, an dem Barbara Ullmann erfuhr, dass die Türen des Theaters geschlossen bleiben, erinnert sie sich noch gut: "Das weiß ich noch genau. Ich stand vor dem Schaukasten draußen, da hing ein Zettel mit der Aufschrift 'bis auf weiteres Betrieb eingestellt' und es war einfach total surreal. Zunächst wurde der Betrieb für sechs Wochen eingestellt. Das war die erste Sicherheitsmaßnahme."
Wie viele in der Kulturszene, stand auch Ullmann zunächst vor der Ungewissheit, wie es weitergehen würde. Kurzarbeitergeld gab es zwar, aber eine andere Form von Unsicherheit begleitete die Künstlerinnen und Künstler: Wie lange würde diese Pause dauern? Und vor allem: Wie würde das Theater zurückkehren?
Digitale Formate als kreative Antwort auf die Krise
Nach der Schließung fand das Trierer Theater schnell kreative Lösungen. "Wir haben digitale Formate ins Leben gerufen, die 'Digitalen Spielzeiten'. Über 40 Kurzvideos wurden produziert, um zu zeigen: Wir sind immer noch hier, auch wenn das Live-Erlebnis derzeit nicht möglich ist", erklärt Ullmann.
Während Corona drehten die Schauspieler die Clips zu Hause, improvisierten mit vorhandenen Mitteln und mussten auf Regisseure verzichten. "Es war eine kreative Herausforderung, aber auch eine Möglichkeit, uns als Ensemble weiterhin miteinander zu verbinden."
Neustart auf der Bühne
Dann ging es langsam wieder los. Die ersten Proben nach der Schließung seien von einem Gefühl der Ungewohntheit geprägt gewesen. "Zurück zur Bühne mit Maske, täglichen Tests, das war schon stressig", erinnert sich Ullmann. Körperliche Nähe, so selbstverständlich für Schauspieler und Schauspielerinnen, war nun mit einem massiven Abstand verknüpft. "Liebesszenen mit 1,5 Meter Abstand – das war schon seltsam", lacht sie. Im Theater Trier seien die Abstände zwischen den Schauspielern mit Maßbändern kontrolliert worden.
Ein halb leeres Haus, das machte sich bemerkbar.
Die damaligen Abstandsregelungen erschwerten die Rückkehr zur Normalität. Zwischen den Zuschauern musste immer eine Reihe frei bleiben, die Masken in ihren Gesichtern verbargen die Reaktionen auf das Schauspiel. "Es war ein wenig schwierig, das Publikum zu spüren, als es endlich wieder kam. Und ein halb leeres Haus, das machte sich bemerkbar." Doch inzwischen ist diese Sorge verflogen. "Das Publikum ist enthusiastisch zurück als wäre nie etwas anderes gewesen", sagt sie mit einem Lächeln.
Der Blick zurück – und nach vorne
Fünf Jahre nach dem ersten Lockdown ist das Leben wieder vollständig ins Trierer Theater zurückgekehrt. Auch hinter den Kulissen werde mittlerweile mehr Rücksicht auf die eigene Gesundheit genommen.
Es war eine schwierige Zeit. Aber wir haben auch viel gelernt.
"Wir achten viel stärker auf Symptome wie Husten oder Schnupfen, und wenn jemand eine Erkältung hat, ist das Tragen einer Maske ganz selbstverständlich geworden", erzählt Ullmann. "Diese Achtsamkeit, die während der Pandemie entstand, hat sich als wertvolle Lektion erwiesen." Nicht nur im Umgang mit der eigenen Gesundheit. Sondern auch im respektvollen Umgang miteinander., ergänzt Barbar Ullmann. "Es war eine schwierige Zeit, aber wir haben auch viel gelernt", Heute stehe das Trierer Theater wieder voll im Leben.