Anfang Mai haben viele Mitarbeiter von BioNTech eine Hiobsbotschaft bekommen: Sie verlieren ihren Job. Betroffen davon ist auch der Standort Idar-Oberstein.
Bis Ende 2027 will der Pharmakonzern an dem Standort alles dicht machen. Begründung: Es gebe einen geringeren Produktionsbedarf bei den COVID-Impfstoffen. Für viele Menschen geht es jetzt um Existenzielles.
Geplatzte Zukunftspläne durch drohende Schließung
Eine der Betroffenen ist Lisa Cordie. Sie wollte am Standort ein Haus bauen, in dem sie mit ihrer Familie alt werden wollte. Jetzt kann sie nicht anfangen zu bauen, weil sie damit rechnet, ihre Arbeit zu verlieren.
"Absolute Unsicherheit, also wir trauen uns aktuell überhaupt nicht jetzt zu investieren, so viel Geld hier rein zustecken und unseren Wunsch vom eigenen Heim hier zu verwirklichen. Es ist eigentlich ein Todesurteil für unseren geplanten Neubau", so Lisa Cordie.
Schock nach der Schließungsankündigung
Das Grundstück gekauft, das zweite Kind unterwegs - und dann die Nachricht: BioNTech in Idar-Oberstein soll Ende 2027 schließen. Lisa und auch ihr Mann arbeiten dort. Als Betriebsratsvorsitzende erfuhr Lisa Cordie als eine der Ersten von den Plänen. Für sie und ihre Kollegen ein Schock.
"Man fühlt sich irgendwo auch betrogen, man hat auch so viel Lebenszeit und auch so viel Nerven und Energie in die Arbeit gesteckt. Also wir haben auch Mitarbeiter, die haben sich bis zum Burnout abgerackert, weil wir immer alle mit Herzblut dabei waren", sagt Lisa Cordie.
Sorge vor fehlenden Perspektiven in der Region
Viele der Mitarbeiter waren - wie Cordie - seit 15 Jahren oder länger im Unternehmen. Einige hofften noch, dass sich ein Investor findet und der Standort Idar-Oberstein erhalten bleibt, sagt sie.
Lisa Cordie befürchtet, dass es in der Region keinen attraktiven Arbeitgeber gibt - oder überhaupt keinen, der Fachkräfte in der Pharmatechnik sucht. "Deshalb werden wir wohl umziehen müssen", sagt sie.