Die zündende Idee kam der Marketing-Expertin Janina Krick vor einem Jahr. Jetzt steht ihre Erfindung, eine recycelbare Weinflasche aus PET-Plastik, vor dem Durchbruch. Erst vor wenigen Tagen hat sie mit "weinton", ihrem Startup-Unternehmen aus Mainz, den Newcomerpreis beim Handelskongress in Berlin gewonnen.
Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte es ein Jahr
Gemeinsam mit ihrem Vater hatte Janina Krick damals überlegt, wie sie den Absatz von Wein ankurbeln können. Schnell hätten sie gewusst, dass ihnen ein neuer Riesling oder ein neuer Chardonnay nicht weiterhelfen. "Dann haben wir uns den kompletten Kreislauf hinten dran angeguckt und ziemlich schnell herausgefunden, dass der größte Hebel eigentlich in der Flasche liegt", erzählt Krick.
PET-Flasche spart fast neunzig Prozent Gewicht
Die Weinflasche aus PET wiegt 400 Gramm weniger als eine Glasflasche und ist außerdem auch kleiner. Sie wird bei der Produktion mit einem hauchdünnen Glaskern versehen. Dadurch soll der Geschmack des Weines bewahrt werden.
Die Flaschen sparen unter anderem durch ihr geringes Gewicht und die energiesparendere Herstellung nach Angaben von "weinton" fast fünfzig Prozent CO2 ein. Und die Weinflaschen sind für das Pfandsystem zugelassen - können also dem Recycling-Kreislauf zugeführt werden.
Wir fahren zweigleisig, mit Glas und PET.
Einer der ersten Winzer, die ihren Wein in den neuen Flaschen abfüllen, ist Matthias Wendel aus Bingen, ein Verwandter von Janina Krick. Er ist von der Neuentwicklung überzeugt, stellt aber noch nicht komplett um: "Wir fahren im Betrieb vorerst mal zweigleisig, weil die Glasflaschen sind natürlich immer noch nicht wegzudenken."
Deutsches Weininstitut erwartet Durchbruch der PET-Flasche
Das Deutsche Weininstitut hält die Neuentwicklung für einen möglichen Gamechanger auf dem Weinmarkt, ähnlich wie der Schraubverschluss vor rund zwanzig Jahren. Sprecher Ernst Büscher: "Die Weinbranche geht immer mehr in Richtung Nachhaltigkeit, von daher hat eine Flasche, die aus recyceltem Plastik entsteht, schon ein großes Potential."
Die Flaschen sind ab Mitte Dezember erhältlich, ab Januar stehen sie auch in den ersten Supermärkten. Janina Krick hat bislang drei Winzer überzeugt, umzusteigen. Es gebe schon weitere Anfragen. Möglicherweise trägt sie mit ihrer Erfindung dazu bei, dass die gute alte Weinflasche aus Glas in einigen Jahren der Vergangenheit angehört.