Der Täter hatte nach Angaben der Polizei am Samstagabend an der Wohnungstür der 91-jährigen Frau geklingelt. Sie wohnt in einem Mehrfamilienhaus in der Straße "Am Jahrmarktstreppchen" in Bad Kreuznach. Der Mann gab sich als neuer Hausmeister aus.
Falscher Hausmeister erfindet Gefahr durch "Mikrorisse"
Er erzählte der Bewohnerin eine dramatische Geschichte: Die Hitze habe möglicherweise Wasserleitungen beschädigt. Durch Mikrorisse könne nun Flüssigkeit in die Wände dringen und das könne dann zu Explosionen in den Stromleitungen führen.
Frau zeigt, wo sich Geld und Schmuck befinden
Und dann wurde seine Geschichte richtig krude: Laut Polizei behauptete er, Goldschmuck und Geldscheine mit Goldanteilen würden den Schaden in der Wohnung beeinflussen und sogar beschleunigen. Deswegen sollte sie ihm zeigen, wo sie die Wertsachen aufbewahrt.
Frau abgelenkt, Dieb verschwindet
Außerdem sagte er der 91-Jährigen, sie solle Kleiderschränke ausräumen, damit er dahinter an den Wänden nach den Rissen schauen könne. Während die Seniorin damit beschäftigt war, nutzte der Mann den Moment: Er griff sich den Schmuck und das Bargeld und verschwand unbemerkt aus der Wohnung.
Laut Polizei erbeutete der Unbekannte mindestens 1.000 Euro Bargeld. Wie viel der gestohlene Schmucke wert ist, ist noch unklar.
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Mit falschen Geschichten oder Angeboten verschaffen sich Trickdiebe Zugang zu Häusern - mal als Kaminfeger oder Dachdecker. Nun warnt die Polizei: Die Gauner werden immer dreister.
Polizei Bad Kreuznach hofft auf Hinweise
Die Polizei Bad Kreuznach sucht jetzt nach dem Täter. Laut Beschreibung ist er 45 bis 55 Jahre alt, hat dunkle, kurze Haare und einen Vollbart ohne Oberlippenbart. Er spricht akzentfreies Deutsch
Warnung vor falschen Hausmeistern und Handwerkern
In dem Zusammenhang warnt die Polizei: Immer wieder geben sich Betrüger als Hausmeister, Handwerker oder Mitarbeiter von Versorgungsunternehmen aus. Sie behaupten, es gebe einen Schaden im Haus - Wasser, Strom, Gas, Heizung - und verschaffen sich so Zutritt zur Wohnung.
Sobald sie drin sind, lenken sie die Bewohner gezielt ab: Sie sollen Möbel verrücken, Schränke leeren oder kurz ins Bad oder in ein anderes Zimmer gehen. In dieser Zeit durchsuchen die Täter ungestört die Wohnung nach Schmuck, Bargeld und anderen Wertsachen. Manchmal treten sie sogar zu zweit oder dritt auf – einer redet, der andere klaut.