Denn die kleinen Mainzer Wälder sind tabu. Der Lennebergwald und auch der Ober-Olmer Wald sind Naturschutzgebiete. Dort dürfen keine Pilze gesammelt werden, sagt Pilzexperte Wolfgang Prüfert von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Pilz-Fans müssen deshalb ein bisschen weiter weg fahren.
Die besten Orte für Steinpilze und Reizker
"Wer Steinpilze mag, sollte unter jungen Fichten und alten Buchen suchen", so Prüfert weiter. "Das heißt, man sucht am besten im Hunsrück oder im Soonwald nach Steinpilzen." Den ebenfalls sehr beliebten Reizker finde man am ehesten unter Kiefern. Deshalb lohne sich die Suche vor allem am Donnersberg.
Warum giftige Champignons eine Gefahr darstellen
Wolfgang Prüfert rät vor allem unerfahrenen Pilzsammlern dazu, nur das zu pflücken, was sie wirklich kennen. Es sei nicht sinnvoll, mit einem Buch durch den Wald zu laufen und jeden Pilz, den man sieht, bestimmen zu wollen.
Höhepunkt der Pilzsaison Viele Anfragen beim Giftnotruf in Mainz wegen Pilzen
Bei der Giftnotrufzentrale in Mainz häufen sich Anfragen zu Giftpilzen. Immer wieder besteht etwa der Verdacht, dass Menschen hochgiftige Knollenblätterpilze gegessen haben.
Dabei sei der giftige Knollenblätterpilz zum Glück nicht das große Problem beim Thema Vergiftungen. Aber: "Hände weg von den Champignons", sagt Prüfert mit Nachdruck, "80 Prozent aller Vergiftungen sind auf Champignons zurückzuführen."
Wer Champignons mag, sollte sie im Supermarkt kaufen.
Das Problem sei, dass es genießbare und giftige Champignons gebe, die nicht voneinander zu unterscheiden seien. Giftige Champignons verursachten vor allem heftige Magen-Darm-Probleme, seien aber zum Glück nicht tödlich. Trotzdem: "Wer Champignons mag, sollte sie im Supermarkt kaufen".
Was tun bei einer Pilzvergiftung? Giftnotruf Mainz hilft
Wer sich unsicher ist, was er da eigentlich im Korb aus dem Wald mitgebracht hat, sollte sich an die Experten wenden. Die Internetseite der Gesellschaft für Mykologie listet zwischen Bingen und Mainz sechs Experten auf, die Auskunft über Pilze geben können. Drei weitere gibt es in Wiesbaden.
Wer Pilze verzehrt hat und anschließend unter Vergiftungserscheinungen leidet, sollte sich an den Giftnotruf des Landes an der Mainzer Universitätsmedizin wenden. Dort gab es in den vergangenen Jahren immer mehr Anrufer von Pilzsammlern. Rund 500 Anfragen pro Jahr werden dort registriert.