In ihren typischen V-Formationen ziehen die Kraniche in ihre Winterquartiere. Für viele Naturfreunde ist der Anblick und vor allem der unverwechselbare Ruf der Tiere ein sicheres Zeichen, dass der Herbst Einzug hält.
Wann Kraniche aufbrechen hängt vom Wetter ab
Die ersten Trupps waren dieses Jahr sogar schon im August über Rheinhessen zu sehen, sagt Martin von Roeder, Projektleiter des Vogelmonitoring bei der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie RLP e.V., kurz GNOR.
Wann die Tiere aus ihren Sommerquartieren zum Beispiel in Skandinavien aufbrechen, hänge vom Wetter ab. Sobald die Nächte kälter würden, machten sich die ersten auf den Weg. Der Vogel-Experte rechnet deshalb damit, dass an diesem Wochenende einige größere Formationen über Rheinhessen zu sehen sein dürften.
Einige Kraniche ziehen erst im Winter los
Doch nicht alle Kraniche brechen gleichzeitig auf: Während die ersten Schwärme schon in Frankreich angekommen sein dürften, warten anderen Gruppen noch ab. Einige fliegen sogar erst im November oder Dezember los.
In den letzten Jahren haben wir manchmal sogar an Weihnachten noch Kraniche über Rheinhessen ziehen sehen.
Manchmal, sagt Martin von Roeder, ist es in den vergangenen Jahren kurz vor Weihnachten nochmal richtig warm geworden. Dann komme es immer wieder vor, dass Trupps, die eigentlich schon in Richtung Süden unterwegs waren, wieder umkehren. Auf die Weise hätte man manchmal gleichzeitig V-Formationen am Himmel, die in entgegengesetzte Richtungen ziehen.
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Zugvögel haben individuelle Strategien
Auch Kraniche, sagt von Roeder, sind eben individuell unterschiedlich und haben verschiedene Strategien. Mittlerweile gebe es auch schon Kraniche, die in Nord- oder Ostdeutschland überwintern, wenn die Witterung passt.
Da müssten sie zwar damit klarkommen, dass es im Winter richtig frostig wird und sie dadurch weniger zu futtern finden. Dafür seien sie im Frühjahr ganz schnell zurück im Brutgebiet und können sich die besten Plätze für ihr Nest sichern.
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Rheinhessen wird von den Kranichen nur überflogen
Die meisten Kraniche aber legen jedes Jahr tausende Kilometer zurück, um von ihren Brutgebieten in Nord- und Osteuropa in wärmere Regionen wie Spanien oder Frankreich zu gelangen. Dabei folgen sie festen Flugrouten, die auch über Mainz und Rheinhessen verlaufen.
Diese Region ist allerdings ein reines Überflug-Gebiet für Kraniche, sagt Martin von Roeder. Dass diese Zugvögel hier rasten, komme so gut wie nie vor. Aber immerhin: Die großen V-Formationen am Himmel und ihre Trompeten-Rufe wird man hier bis in den Winter hinein erleben können.