Es war ein Scherz, wie er wahrscheinlich unter vielen Geschwistern üblich ist: "Lasst uns zusammen den Gutenberg-Halbmarathon laufen." Die Idee kam auf, als sich Henrik Brill einmal mit seinen drei Geschwistern traf.
"Und da wir doch ein recht unterschiedliches Leistungsniveau haben, hab ich dann gesagt: Ich laufe in meiner Feuerwehrmontur. Dann kommen wir wenigstens einigermaßen gleich ins Ziel." Was als Scherz begann, wurde am Sonntag nun Wirklichkeit: Feuerwehrmann Henrik Brill lief in voller Montur den Mainzer Gutenberg-Halbmarathon.
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Der weltweite Laufboom hat auch Mainz erreicht. Beim Halbmarathon im Mai sollen nach Angaben der Veranstalter gleich mehrere Rekorde gebrochen werden.
Drei Stunden laufen in voller Feuerwehr-Montur
Bei strahlendem Sonnenschein startete der Feuerwehrmann direkt in der ersten Gruppe von Läuferinnen und Läufern. Mit dabei auch sein Kollege Tom Lukas – der genau wie Henrik Brill nicht in typischer Sportkleidung, sondern in voller Feuerwehr-Montur gestartet ist.
Mit 12 Kilogramm Zusatzgewicht in Form von Feuerschutzhose, -jacke, Atemschutzgerät und Sauerstoffflasche ging es dann gemeinsam auf die 21,1 kilometerlange Strecke. Nur die schweren Einsatzstiefel wurden gegen Laufschuhe ausgetauscht.
Nach knapp drei Stunden war es dann geschafft: Henrik Brill und Tom Lukas liefen gemeinsam ins Ziel. Erschöpft, durchgeschwitzt, aber überglücklich. Und für Henrik Brill steht nach dem Zieleinlauf auch schon direkt ein nächstes großes Ziel fest:
Längerfristiges Ziel ist in ein paar Jahren Ironman. Und ich denke, das ist jetzt schon mal eine sehr gute Grundlage dafür.
Vorbereitung auf den Gutenberg-Halbmarathon
Henrik Brill hatte sich im Vorfeld kein spezielles Trainingsprogramm auferlegt. Er joggt ohnehin mehrmals die Woche und trainiert regelmäßig im Fitnessstudio.
Die Wiesbadener Berufsfeuerwehr unterstützte ihn in der Vorbereitung. Er durfte sich ein Atemschutzgerät ausleihen und auf dem Laufband der Feuerwache trainieren.
Es sei schon etwas besonderes, Luft aus einer schweren Gasflasche nur in einer Gesichtsmaske zu atmen - und das auf den 21 Kilometern durch die Mainzer Innenstadt, erklärt Brill. Doch genau solche Herausforderungen machen für ihn den Reiz seines Berufs aus.
Gutenberg-Halbmarathon in Mainz: Aufgeben ist keine Option
Henrik Brills Ziel-Zeit für den Gutenberg-Halbmarathon von zwei Stunden und 30 Minuten hat er zwar nicht geschafft. Trotzdem ist er stolz auf sich. "Unfassbar, dass ich das auch mit Atemschutz durchgezogen habe. Ich bin sehr sehr stolz auf mich."
Und was bei dem Lauf auch geholfen habe: "Der Support von allen, die an uns vorbei gelaufen sind und auch von allen, an denen wir vorbei gelaufen sind."
Der schnellste Läufer brauchte für den gestrigen Mainzer Halbmarathon nur 59 Minuten und 14 Sekunden. Der war aber natürlich nicht in Feuerwehrkleidung unterwegs.