Seine Komplizen waren laut Gericht die Ex-Frau des 63-Jährigen und ein 57-jähriger Mann. Der Mann bekam sechseinhalb Jahre, die Ex-Frau des 63-Jährigen wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.
Insgesamt warf die Vorsitzende Richterin dem Trio zwischen Oktober 2024 und Mai 2025 fast 40 Taten vor. Durch ihr Drogengeschäft haben sie laut Gericht um die 100.000 Euro eingenommen.
Männer dealten mit Drogen, um Sucht zu bezahlen
Nach SWR-Informationen wartete das Trio im Prozess zunächst ab, was die Zeugen sagten. Da deren Angaben aber so überzeugend und belastend waren, knickten die drei schließlich ein und legten ein umfassendes Geständnis ab.
Die beiden Männer waren laut Gericht drogenabhängig. Um ihre Sucht und ihr Leben zu finanzieren, trafen sie den Entschluss, in großem Stil mit Drogen zu handeln.
63-jähriger Wöllsteiner war Anführer der Bande
Der Kopf der Bande war laut Gericht der 63-Jährige. Er hatte offensichtlich gute Kontakte in die Drogenszene. Der 57-Jährige wiederum war als Kurier tätig und hat vor allem in einem Wöllsteiner Park kleinere Mengen an Drogen verkauft. Die 54-jährige Frau war vor allem für die Buchhaltung der Drogengeschäfte zuständig und hat nur gelegentlich mit kleineren Portionen Cannabis oder Amphetaminen gedealt.
Wie sich im Prozess herausstellte, hatten die beiden Männer bei ihren Drogengeschäften Baseballschläger oder ein Messer in der Nähe. Außerdem saßen beide schon einmal im Gefängnis und haben einen erfolglosen Entzug hinter sich. Diese Tatsachen flossen in die Entscheidung des Gerichts beim Urteil mit ein.
Drogenbande kennt sich seit Jahren
Laut Gericht kennen sich die drei seit vielen Jahren, die beiden Männer sogar schon aus Kindheitstagen. Auch als sich der 63-jähriger Wöllsteiner und seine Frau scheiden ließen, blieben sie danach als gute Freunde weiterhin in Kontakt. "Fasst kann man sagen, es herrschte unter den dreien ein familiärer Zusammenhalt", so die Richterin.