Am Dienstag hatte das Frankfurter Gesundheitsamt bekanntgegeben, dass zwei weitere Menschen an sogenannter Flughafen-Malaria erkrankt seien. Die neuen Fälle waren im Umkreis von fünf Kilometern um den Frankfurter Flughafen im Stadtteil Schwanheim aufgetreten.
Die Betroffenen sollen weder am Frankfurter Flughafen arbeiten noch sollen sie in Ländern gewesen sein, in denen man sich mit Malaria anstecken kann. Vermutlich wurden sie von eingeschleppten Mücken mit dem Erreger infiziert. Einer der Erkrankten aus Schwanheim ist gestorben, wie die Stadt Frankfurt am Donnerstag mitteilte.
Tropenkrankheit Wie gefährlich sind die aktuellen Malaria-Fälle?
In Frankfurt am Main ist erneut ein Mensch an der Tropenkrankheit Malaria gestorben, er soll von einer eingeschleppten Mücke infiziert worden sein. Drohen weitere Fälle? Und sinke…
Somit sind nun nach Angaben der Stadt Frankfurt insgesamt acht Malaria-Infektionen bekannt. Anfang Juli erkrankten sechs Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens an Malaria. Zwei von ihnen starben an den Folgen der Infektion. Keiner von ihnen hatte sich zuvor in einem Malariagebiet aufgehalten.
Experten: Mücke hat Radius von etwa fünf Kilometern
Das Landesuntersuchungsamt in Rheinland-Pfalz, kurz LUA, sieht derzeit ein sehr geringes Risiko für Rheinland-Pfalz. "Das aktuelle Expositionsrisiko ist auf das Umfeld des Frankfurter Flughafens konzentriert", teilte ein Sprecher mit.
Solche Mücken könnten etwa mit einem Flugzeug oder über Gepäck nach Deutschland gelangen und Menschen stechen. Das Risiko sei vor allem im Umfeld eines Flughafens relevant, insbesondere für Beschäftigte im Vorfeld-, Fracht- oder Gepäckbereich.
Die Anopheles-Mücke kann Malaria übertragen. Frank Wittig aus der SWR Wissen-Aktuell-Redaktion sagte, Fachleute gäben den Aktionsradius der Mücke mit fünf Kilometern an. Und das sei schon großzügig.
Geringes Risiko am Flughafen Hahn
Auch vom Flughafen Hahn gehe wegen des deutlich geringeren Flugaufkommens und der Flugverbindungen ein geringeres Risiko für sogenannte Flughafenmalaria aus als von großen internationalen Flughäfen mit zahlreichen Direktverbindungen aus Malaria-Gebieten.
Gesundheitsamt Frankfurt ruft zu Wachsamkeit auf
Das Gesundheitsamt in Frankfurt dagegen hat Anwohner und Ärzte zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen.
"Mücken, die über den Flughafen nach Frankfurt kommen, können sich über mehrere Kilometer bewegen", sagte Amtsleiter Peter Tinnemann in der hessenschau.