Dritter Malaria-Toter in Frankfurt

Malaria in Frankfurt: Fliegen die Mücken bis nach Rheinland-Pfalz?

Über den Frankfurter Flughafen wurden Malaria-Mücken eingeschleppt. Drei Menschen sind gestorben, einer von ihnen hatte in der Nähe des Flughafens gewohnt.

Teilen

Stand

Von Autor/in Corinna Lutz

Am Dienstag hatte das Frankfurter Gesundheitsamt bekanntgegeben, dass zwei weitere Menschen an sogenannter Flughafen-Malaria erkrankt seien. Die neuen Fälle waren im Umkreis von fünf Kilometern um den Frankfurter Flughafen im Stadtteil Schwanheim aufgetreten.

Die Betroffenen sollen weder am Frankfurter Flughafen arbeiten noch sollen sie in Ländern gewesen sein, in denen man sich mit Malaria anstecken kann. Vermutlich wurden sie von eingeschleppten Mücken mit dem Erreger infiziert. Einer der Erkrankten aus Schwanheim ist gestorben, wie die Stadt Frankfurt am Donnerstag mitteilte.

Somit sind nun nach Angaben der Stadt Frankfurt insgesamt acht Malaria-Infektionen bekannt. Anfang Juli erkrankten sechs Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens an Malaria. Zwei von ihnen starben an den Folgen der Infektion. Keiner von ihnen hatte sich zuvor in einem Malariagebiet aufgehalten. 

Experten: Mücke hat Radius von etwa fünf Kilometern

Das Landesuntersuchungsamt in Rheinland-Pfalz, kurz LUA, sieht derzeit ein sehr geringes Risiko für Rheinland-Pfalz. "Das aktuelle Expositionsrisiko ist auf das Umfeld des Frankfurter Flughafens konzentriert", teilte ein Sprecher mit.

Solche Mücken könnten etwa mit einem Flugzeug oder über Gepäck nach Deutschland gelangen und Menschen stechen. Das Risiko sei vor allem im Umfeld eines Flughafens relevant, insbesondere für Beschäftigte im Vorfeld-, Fracht- oder Gepäckbereich.

Die Anopheles-Mücke kann Malaria übertragen. Frank Wittig aus der SWR Wissen-Aktuell-Redaktion sagte, Fachleute gäben den Aktionsradius der Mücke mit fünf Kilometern an. Und das sei schon großzügig.

Geringes Risiko am Flughafen Hahn

Auch vom Flughafen Hahn gehe wegen des deutlich geringeren Flugaufkommens und der Flugverbindungen ein geringeres Risiko für sogenannte Flughafenmalaria aus als von großen internationalen Flughäfen mit zahlreichen Direktverbindungen aus Malaria-Gebieten.

Gesundheitsamt Frankfurt ruft zu Wachsamkeit auf

Das Gesundheitsamt in Frankfurt dagegen hat Anwohner und Ärzte zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen.

"Mücken, die über den Flughafen nach Frankfurt kommen, können sich über mehrere Kilometer bewegen", sagte Amtsleiter Peter Tinnemann in der hessenschau. 

Welt-Malaria-Tag Kampf gegen Malaria – Impfstoff-Forschung aus Tübingen

Heute (25. April) ist Welt-Malaria-Tag. Der Kampf gegen die Tropenkrankheit ist mühsam und langwierig. Ein Durchbruch durch neu eingeführte Impfstoffe gegen Malaria lässt noch immer auf sich warten. Ein Zentrum der weltweiten Forschung an einer wirksamen Schutzimpfung ist das Tropeninstitut der Uni Tübingen.

Impuls SWR Kultur

Hitzestift, Spray, Ultraschall & Co Mücken-Saison 2026: Was wirklich gegen Stiche hilft - und was nicht

Manche Menschen sind ständig zerstochen, andere bleiben verschont - ist das nur ein Zufall? Welche Faktoren machen uns für Mücken attraktiv und was schützt wirklich?

Guten Morgen Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Corinna Lutz
Corinna Lutz ist Reporterin im SWR Studio Mainz

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!