Seit 40 Jahren gibt es traditionell am Donnerstag vor dem Bad Kreuznacher Jahrmarkt Fleischwurst in Anheusers Weingarten direkt beim Festgelände. Für viele Bad Kreuznacher ist das eine willkommene Gelegenheit für einen geselligen Abend und einen ersten Blick auf die Fahrgeschäfte auf der Pfingstwiese.
"Fleeschworschtdunnerschdaach": Darum ist der Name geschützt
Die Fleischwurst vorm Jahrmarkt wurde mit den Jahren zum Kult und der Tag vorm Markt zum "Fleeschworschtdunnerschdaach" – als Synonym für alles, was an diesem Tag rund um die Pfingstwiese los ist. Doch streng genommen darf nur einer den Tag so nennen und feiern, nämlich Rolf Lichtenberg in seinem Anheusers Weingarten.
So wurde der "Fleeschworschtdunnerschdaach" zur eingetragenen Marke
Rolf Lichtenberg hat sich in den 1990er-Jahren den Namen als Marke schützen lassen: „Da steckt irgendwie mein Herzblut drin“, sagt er. Der "Fleeschworschtdunnerschdaach" sei eine Kreuznacher Erfindung und solle deshalb auch einzigartig bleiben.
Etwa 3.500 Euro habe es ihn gekostet, den Namen schützen zu lassen. Lichtenberg war jahrelang in der Weinbranche tätig. Und da sei es einfach normal, sich bestimmte Produkte und Bezeichnungen schützen zu lassen, erklärt er.
Tatsächlich kam der geschützte "Fleeschworschtdunnerschdaach" dann auch zunächst auf seinen Jahrmarktswein. Ein paar Jahre später meldete er den Markenschutz für den Namen dann aber auch noch für die Veranstaltung an.
Nachahmer entschuldigen sich
Als nun auch in anderen Orten rund um Bad Kreuznach der Tag vor deren Kirmes als "Fleeschworschtdunnerschdaach" gefeiert werden sollte, reichte es ihm. "Wenigstens fragen könnten die ja mal", meint Lichtenberg.
Inzwischen haben sich die Veranstalter aus dem Stadtteil Planig und aus Wallhausen bei ihm entschuldigt, sagt Lichtenberg. Und damit ist die Sache für ihn auch erledigt.
Ich will doch aus so einem Ding nicht noch ein Geschäft machen
Es sei ihm nie ums Geld gegangen, der "Fleeschworschtdunnerschdaach" soll einfach einzigartig bleiben, und zwar in Bad Kreuznach. Fast zumindest - denn einen weiteren gibt es dann doch noch. In Guldental, seinem Heimatdorf, organisiert Lichtenberg selbst einen "Fleeschworschtdunnerschdaach" zugunsten eines sozialen Zwecks.