Ein Wald für alle

Mainz und Budenheim: Seit 75 Jahren gemeinsam für den Lennebergwald

Mehr als eine Million Menschen kommen jedes Jahr in den Lennebergwald. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte er eigentlich verkauft und bebaut werden. Doch es kam anders.

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Von Autor/in Corinna Lutz

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Wohnungsnot in Mainz extrem groß. Man brauchte Flächen, auf denen gebaut werden konnte. Deshalb wollte der Besitzer den Lennebergwald gewinnbringend verkaufen.

Lennebergwald bleibt Naturjuwel

Der Wald wurde auch verkauft, allerdings nicht an Investoren, sondern an die Stadt Mainz und den Kreis Mainz-Bingen.

Die rund 700 Hektar wurden danach weder bebaut noch versiegelt. Der Lennebergwald blieb, was er war: ein Wald. Heute zählt er zu den beliebtesten Naherholungsgebieten in Rheinhessen.

Markenzeichen: sandige Böden

Das besondere am Lennebergwald sind seine Böden. Nach Angaben der Stadt Mainz befindet er sich auf einem Dünengebiet.

Der Boden bestehe hauptsächlich aus reinem Sand, der nur wenig Wasser und Nährstoffe speichern könne. Deshalb wachsen dort seltene und zum Teil vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere. Das ist sicherlich auch ein Grund, warum der Wald der "Lieblingswald der Mainzer" ist.

Seit 75 Jahren in guten Händen

Im Jahr 1951 wurde der Zweckverband Lennebergwald gegründet. Ihm gehören heute die Stadt Mainz und die Nachbargemeinde Budenheim an.

Der Wald ist gut aufgestellt - finanziell und für den Klimawandel

Stefan Dorschel ist der Revierförster im Lennebergwald. "Die Zusammenarbeit mit Mainz und Budenheim ist toll. Es gibt wenig Bürokratie und der Wald ist inzwischen gut aufgestellt - finanziell und für den Klimawandel." Der gesamte Wald steht nun schon seit 30 Jahren unter Naturschutz.

Wildfleisch aus dem Wald wird verkauft

Das Geld für die Unterhaltung des Waldes stammt unter anderem aus Förderprogrammen, dem Verkauf von Holz und selbst erlegtem Wild. Das Fleisch wird im Waldladen in Budenheim und in einem Wildautomaten verkauft.

Forschung im Zeichen des Klimawandels

"Es gibt aber auch ein Langzeitprojekt, bei dem das Land 50.000 Euro im Jahr bezahlt", sagt Stefan Dorschel. Dabei wird untersucht, wie Eichen, Buchen, Eschen oder Linden darauf reagieren, dass es immer trockener wird.

Viele Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Weil der Zweckverband in diesem Jahr 75 Jahre Bestehen feiert, gibt es viele Veranstaltungen, die den Besucherinnen und Besuchern, die Möglichkeit geben, den Lennebergwald mit all seinen Geschichten kennenzulernen.

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Autor/in
Corinna Lutz
Corinna Lutz ist Reporterin im SWR Studio Mainz

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