Das Wahlergebnis bei der Stichwahl in Ludwigshafen fiel mehr als deutlich aus: CDU-Kandidat und BWL-Hochschulprofessor Blettner konnte die Wähler am Sonntag für sich gewinnen. Der 57-Jährige wurde von der FWG unterstützt. SPD-Konkurrent Jens Peter Gotter bekam 41,5 Prozent der Wählerstimmen.
Allerdings lag die Wahlbeteiligung lediglich bei 24,1 Prozent. Das heißt, von 118.000 Wahlberechtigten gaben nur 28.530 bei der Stichwahl ihre Stimme ab. Gültig waren 94,5 Prozent der Wahlzettel. 1.570 ungültige Stimmen wurden abgegeben.
Neuer OB Blettner: Sicherheit und Sauberkeit an erster Stelle
Das Ergebnis der OB-Wahl präsentierte die Stadt im Ludwigshafener Hack-Museum, Interessierte konnten die Veranstaltung live auf Youtube verfolgen. Blettner kündigte an, sich in seiner Amtszeit als Erstes um die Themen Sicherheit und Sauberkeit in der zweitgrößten Stadt von Rheinland-Pfalz mit 177.000 Einwohnern kümmern zu wollen.
Enttäuschung bei SPD-Kandidat nach Stichwahl
Enttäuscht zeigte sich der unterlegene SPD-Kandidat Jens Peter Gotter. Der 53-Jährige sagte, er wolle weiter Politik machen, aber jetzt gehe es für ihn erst einmal "zurück ins alte Leben." Das sagte Gotter dem SWR:
"LU ist was du daraus machst": Steinruck hat Geschenk für Blettner
Mit Humor reagierte die noch amtierende Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck: Lachend überreichte sie dem Wahlsieger als Geschenk eine schwarze Jute-Tasche mit dem Schriftzug: "LU ist was du daraus machst!" Nach acht Jahren war Steinruck (parteilos) nicht noch einmal zur OB-Wahl angetreten. Sie war 2018 ins Amt gekommen, damals für die SPD. 2023 trat sie allerdings aus der Partei aus.
Warum war die Stichwahl in Ludwigshafen nötig?
Da keiner der beiden Kandidaten im ersten Wahlgang am 21. September die erforderliche Mehrheit erhielt, war eine Stichwahl nötig gewesen. Klaus Blettner hatte 41,2 Prozent der Stimmen bekommen, Jens Peter Gotter 35,5 Prozent. Allerdings waren da noch die Kandidatin von VOLT, Michaela Schneider-Wettstein (7,6 Prozent) und der Einzelkandidat Martin Wegner (15,7 Prozent) mit im Rennen. Die Wahlbeteiligung war mit 29,3 Prozent sehr niedrig.
70 Prozent der Wahlberechtigten gingen nicht wählen OB-Wahl Ludwigshafen: Warum war Wahlbeteiligung so gering?
Dieses Ergebnis lässt aufhorchen: Die Mehrheit der wahlberechtigten Menschen in Ludwigshafen ist nicht zur OB-Wahl gegangen. Woran liegt das? Der Versuch einer Analyse.
Was wollten die Kandidaten in Ludwigshafen?
Was waren im Wahlkampf die Positionen der beiden Kandidaten? Die Meinungen gingen zum Beispiel beim Thema Video-Überwachung auseinander.
Da ist der gebürtige Ludwigshafener und IT-Unternehmer Gotter kritisch. Videoüberwachung führt seiner Einschätzung nach nur zur Verdrängung von Problemen. Blettner fordert hingegen eine KI-gestützte Videoüberwachung an bestimmten Punkten im Stadtgebiet.
AfD-Kandidat Paul wurde nicht zur Wahl zugelassen
Auch bei dem Thema, das bundesweit zu Schlagzeilen und jede Menge Hassmails geführt hat, waren die beiden Stichwahl-Kandidaten nicht einer Meinung: Beim Ausschluss des AfD-Kandidaten Joachim Paul.
Entscheidung aus Karlsruhe OB-Wahl in Ludwigshafen: AfD-Politiker scheitert auch vor Bundesverfassungsgericht
Mehrere Gerichte haben sich inzwischen mit dem Fall Joachim Paul beschäftigt, der für die AfD bei der Oberbürgermeisterwahl in Ludwigshafen dabei sein will.
Den hatte der Wahlausschuss der Stadt unter Vorsitz der bisherigen Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos), nicht zur Wahl zugelassen. Und zwar, weil es nach Einschätzung des Gremiums Zweifel an dessen Verfassungstreue gibt. Der SPD-Kandidat Gotter sagte dazu: "Ich bin dem Wahlausschuss dankbar, dass er diese Entscheidung getroffen hat." Sein Konkurrent Klaus Blettner sagte, er hätte "ihn lieber inhaltlich an der Wahlurne gestellt."
Neuer OB tritt im Januar das Amt in Ludwigshafen an
118.000 Wahlberechtigte waren in Ludwigshafen zur Wahl am Sonntag aufgerufen. Der neue Oberbürgermeister tritt seine Stelle zum 1. Januar 2026 an. Ludwigshafen ist mit 1,4 Milliarden Euro eine der am meisten verschuldeten Städte Deutschlands. AfD-Politiker Joachim Paul kündigte am Sonntag an, gegen die Wahl erneut juristisch vorgehen zu wollen.