Eine Familienangehörige sagte gegenüber dem SWR: "Unsere Verwandte wurde brutal ermordet. Dies war ganz klar ein Femizid!"
Auch die Oberbürgermeisterin der Stadt Ludwigshafen, Jutta Steinruck (parteilos) erklärte am Montag vor einer Schweigeminute im Ludwigshafener Stadtrat: "Vor wenigen Tagen wurde in unserer Stadt eine Frau getötet. Sie hatte Angst um ihr Leben. Sie wollte sich trennen und ein neues Kapitel in ihrem Leben beginnen. Dazu kam es nicht. Eine Frau ist tot. Das war kein Familiendrama. Das war ein Femizid. Ein Mord an einer Frau, weil sie eine Frau ist."
Hintergründe noch unklar
Die Staatsanwaltschaft in Frankenthal kann laut eigener Aussage noch nichts über den Hintergrund der Tat sagen. Die Ermittlungen laufen noch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt aktuell wegen Totschlags.
Sie bestätigt aber Aussagen der Verwandten des Opfers, dass es bereits in der Vergangenheit zu Gewalt gegen die Frau kam. Zumindest hatte die 37-Jährige im Jahr 2023 ihren eigenen Mann wegen Körperverletzung angezeigt. Der Fall wurde dann aber auf Wunsch der Frau nicht weiter verfolgt, so die Staatsanwaltschaft Frankenthal.
Familie will auf Thema aufmerksam machen
Unterdessen möchte die Familie, dass dem Thema Gewalt gegen Frauen eine breitere Aufmerksamkeit geschenkt wird und macht auch die Beerdigung der 37-jährigen Frau an diesem Donnerstag auf dem Maudacher Friedhof öffentlich.
Festnahme am Abend Mann ersticht in Ludwigshafen seine Ehefrau und stellt sich
Ein Mann hat nach Angaben der Polizei in Ludwigshafen seine Ehefrau erstochen und dann selbst die Polizei gerufen. Der Mann sitzt jetzt in U-Haft, die Kinder des Paares kamen ins Jugendamt.
"Ich setze mich schon lange gegen Gewalt an Frauen ein. Dass so etwas in unserer eigenen Familie passieren könnte, hätte ich niemals gedacht. Ich wünsche daher, dass die Beerdigung unserer Verwandten öffentlich gemacht wird, um auf das Thema 'Femizide' aufmerksam zu machen", erklärte eine Familienangehörige gegenüber dem SWR.
39-Jährige starb an zahlreichen Stich- und Schnittverletzungen
Am späten Abend des zweiten Novembers hatte der 39-Jährige Ehemann der getöteten Frau selbst die Polizei gerufen. Am Tatort habe man versucht, die Frau zu reanimieren. Dies sei aber, so Polizei und Staatsanwaltschaft, nicht gelungen. Die Frau verstarb an zahlreichen Stich- und Schnittverletzungen, wie eine Obduktion der Leiche ergab. Sie hinterlässt zwei Kinder, die jetzt bei der Familie des Opfers untergekommen sind.
Am vergangenen Freitag waren etwa 100 Menschen zu einer Mahnwache in die Ludwigshafener Innenstadt gekommen, um auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Darunter waren auch zahlreiche regionale Frauenorganisationen.