Vor dem Rathaus in Dessau-Roßlau sind die Flaggen gehisst. Doch neben der städtischen Flagge und der von Sachsen-Anhalt weht da auch eine mit rot-weißen Streifen und einem gelben Anker – die Flagge der Stadt Ludwigshafen.
Grund dafür ist der Tag der Deutschen Einheit zu dem 32 Seniorinnen und Senioren aus Ludwigshafen angereist sind. Sie wollen sehen, was die Stadt, die seit über 30 Jahren Partner ihrer Heimat ist, zu bieten hat.
Partnerschaft seit über 30 Jahren
20 Monate vor der Wiedervereinigung wurde die Partnerschaft im März 1988 geschlossen. Damals waren es Helmut Kohl und Erich Honecker, die entschieden, dass Ludwigshafen und Dessau Partnerstädte werden sollen.
Der Austausch kam nach er Wiedervereinigung erst richtig in Schwung. 2007 schlossen sich Dessau und Roßlau zur kreisfreien Doppelstadt Dessau-Roßlau zusammen.
Daraufhin wurde 2008, passend zum 20-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft, ein neuer Vertrag unterzeichnet, der den Zusammenschluss von Dessau und Roßlau berücksichtigt.
„Man besucht sich, man schätzt sich und hält Kontakt.“
Heute besuchen sich nicht nur Senioren-Delegationen gegenseitig, sondern auch Schulklassen und Vereine. Vor allem die Feuerwehren der beiden Städte besuchen sich sehr regelmäßig.
Als die Mulde in den Jahren 2002 und 2013 Hochwasser hatte und Dessau teilweise überschwemmte, sind es die Kollegen aus Ludwigshafen, die anreisen und zur Hand gehen. Aus den Heizungstanks der Wohnhäuser ist damals Öl ausgetreten.
Die Ludwigshafener Feuerwehr ist darauf spezialisiert und kam mit Pumpen nach Sachsen-Anhalt. Außerdem sammelten Schulen und Mitarbeitende der BASF beim Hochwasser 2002 Geld für die Betroffenen.
Städtepartnerschaft: Gegenseitige Hilfe beim Aufbau und nach Katastrophen
Direkt nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 half Ludwigshafen Dessau (damals waren Dessau und Roßlau noch keine zusammengelegte Stadt) mit dem Aufbau der Verwaltung und Organisation der Stadt.
Ein Sprecher der Stadt Ludwigshafen sagt dazu „Man besucht sich, man schätzt sich und hält Kontakt“. Auch in Dessau-Roßlau ist man mit der Partnerschaft zufrieden.
Der Beauftragte der Städtepartnerschaft Ralf Schüler, der aktuell die 32 Senioren auf ihrer Reise betreut, gibt an, dass man stolz auf die intensiven Begegnungen zur Horizonterweiterung sei: „Außerdem ist es sehr schön, eine große, funktionierende Familie zu haben. Für alle Beteiligten.“.
Und das soll auch immer wieder verdeutlicht werden. Darum durften sich die Senioren unter den Augen von Oberbürgermeister Robert Reck offiziell ins Gästebuch der Stadt eintragen. Ein Highlight für die Besucher und ein Symbol der Partnerschaft.