Handwerk, BASF, Daimler Truck und KSB

Welche Auswirkungen hat Iran-Krieg auf Unternehmen in der Pfalz?

Der Krieg im Nahen Osten sorgt weltweit für Unsicherheit – auch in der Pfalz. Die Handwerkskammer befürchtet, dass steigende Energiekosten Betriebe in der Region treffen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Cosima Galm

Beim Ludwigshafener Chemiekonzern BASF gibt es nach Unternehmensangaben derzeit keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Produktion. Das Unternehmen teilte dem SWR auf Anfrage mit, man beobachte die steigenden Öl- und Gaspreise aufmerksam und bewerte "mögliche Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit laufend neu."

Der Konzern beschäftigt im Nahen Osten rund 200 Mitarbeitende, "die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat oberste Priorität." Die Beschäftigten in der Region würden über die aktuelle Sicherheitslage informiert und seien angewiesen, Sicherheits- und Reisehinweise strikt zu befolgen.

RLP
Eine Tafel mit Piktogrammen an einer Tankstelle. Wegen des Irankriegs steigen die Ölpreise deutlich. Einige Unternehmen haben Mitarbeitende in der Region und sorgen vor.

Iran-Krieg So reagieren Unternehmen in RLP auf die Eskalation im Nahen Osten

Nach der Eskalation im Nahen Osten treffen Unternehmen mit Standorten in der Region Vorkehrungen für ihre Mitarbeitenden vor Ort. Das machen Unternehmen aus RLP.

Daimler Truck in Wörth: Situation wird beobachtet

Beim Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck mit seinem großen Lkw-Montagewerk in Wörth sind noch keine Folgen erkennbar. Das Unternehmen teilte auf SWR-Anfrage mit, dass die Situation genau beobachtet werde und man auf eine baldige Deeskalation hoffe. Bislang gebe es keine Auswirkungen auf Produktion oder Logistikprozesse.

Auch direkte Geschäftsbeziehungen zum Iran bestehen nicht mehr. Die Aktivitäten dort wurden laut Daimler Truck bereits 2018 eingestellt, aktuell gebe es keine Geschäftsbeziehungen, Lieferungen oder Lizenzfertigungen.

KSB in Frankenthal: Einschränkungen im Luftfrachtverkehr spürbar

Beim Pumpenhersteller KSB in Frankenthal hingegen zeigen sich nach Unternehmensangaben erste indirekte Auswirkungen durch leichte Einschränkungen im Luftfrachtverkehr. Das könnte sich auf die Lieferketten auswirken. Einschränkungen seien bei der Belieferung der Kunden aber nicht zu spüren, trotz Umwegen über andere Flughäfen. Wie sich der Konflikt weiterentwickelt und welche Folgen sich daraus für das Geschäft ergeben könnten, lasse sich derzeit noch nicht sagen.

Das Unternehmen beschäftigt rund 400 Mitarbeiter im Mittleren Osten, verteilt auf Standorte in Dubai, Abu Dhabi und Saudi-Arabien. In Riad betreibt KSB zudem eine Fertigung mit etwa 250 Mitarbeitenden, die derzeit normal weiterläuft.

Alle Mitarbeitenden in der Region seien unversehrt und in Sicherheit, teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig stehe die Unternehmensleitung in engem Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort, um mögliche Sicherheitsmaßnahmen zu besprechen.

Handwerkskammer Pfalz: Sorge vor steigenden Kosten

Die Handwerkskammer der Pfalz blickt hingegen mit Sorge auf mögliche wirtschaftliche Folgen des Krieges auf die Region. Wenn die Kosten für Energie, Rohstoffe oder Transport dauerhaft steigen, könnten viele Betriebe gezwungen sein, ihre Preise anzupassen. Eine vergleichbare Situation habe es bereits während der Preissteigerungen in der Corona-Pandemie gegeben.

Wo Kostensteigerungen zukünftig besonders spürbar sein könnten

Besonders betroffen wären laut Handwerkskammer Pfalz Betriebe mit vielen Fahrzeugen, mit großen Baumaschinen oder besonders energieintensiver Produktion.

Zudem könnten steigende Kosten auch über Zulieferer und eingekaufte Materialien weitergegeben werden. Viele Unternehmen hätten dann kaum eine andere Möglichkeit, als diese Kosten - zumindest teilweise - an ihre Kunden weiterzugeben.

Trier
Passagiere sitzen auf Flughäfen im Nahen Osten fest, weil viele Flüge wegen des Iran Krieges gestrichen wurden. Betroffen sind auch Touristen aus der Region Trier.

Gestrandete Urlauber Wie der Iran-Krieg auch Trierer Reisebüros an Grenzen bringt

Reisebüros wie Kylltal-Reisen in Trier sind am Limit. Auch ihre Kundinnen und Kunden sitzen im Nahen Osten fest. Sie schnell wieder nach Hause zu bringen, ist eine Herausforderung.

Ein junges Team plant ein Geschäftsvorhaben mit bunten "Post it"-Zetteln.

Wirtschaftsnews Spät: Bundeskartellamt: Spritpreise lassen sich nicht auf Knopfdruck senken

Mit Beginn des Iran-Kriegs sind die Kraftstoffpreise an den deutschen Tankstellen stark gestiegen. In der Berliner Politik werden deshalb Forderungen laut, dass sich das Bundeskartellamt einschalten soll. Die Antwort aus Bonn dürfte für viele Autofahrer ernüchternd sein.

SWR Aktuell am Morgen SWR Aktuell

Doha
Auf einer Anzeigetafel im Terminal 2 werden Flüge nach Dubai und Doha angezeigt. Am Flughafen Frankfurt wurden einige Flüge wegen des Iran-Kriegs in der Region Naher Osten annulliert.

Krieg in Nahost Iran-Angriffe: Etliche Touristen in Golfregion gestrandet - SWR-Redakteurin berichtet aus Katar

Wegen Angriffen des Irans auf Nachbarstaaten gibt es massive Flugausfälle. Der Luftraum über der Golfregion ist gesperrt. Auch SWR-Reporterin Susanne Kimmel sitzt in Doha fest.

Ludwigshafen
SWR Aktuell App Ludwigshafen

Jetzt die SWR Aktuell App runterladen Aufs Handy: Nachrichten aus Ludwigshafen, der Süd- und Vorderpfalz

Die SWR Aktuell App bringt Ihnen kurz und knapp alles Wichtige auf Ihr Smartphone. Sie bekommen auch gezielt Nachrichten aus Ludwigshafen und der Pfalz. So funktioniert's:

Ludwigshafen
Der QR-Code für den WhatsApp-Kanal des SWR Studios Ludwigshafen.

News für die Vorderpfalz und Südpfalz Das ist der WhatsApp-Kanal des SWR Studios Ludwigshafen

Das SWR Studio Ludwigshafen hat übrigens einen eigenen WhatsApp-Kanal - mit regionalen Nachrichten und Geschichten aus Ludwigshafen, Speyer und der ganzen Vorderpfalz und Südpfalz.

SWR4 am Nachmittag SWR4