Die Stadt Germersheim steht damit nicht alleine da. Bundesweit gelten Millionen Häuser als energetischer Sanierungsfall. Das ist schlecht für die Klimaziele und die Wärmewende.
Damit sich mehr Eigentümerinnen und Eigentümer mit dem Thema "Sanieren" beschäftigen, kooperiert die Stadt Germersheim in der Südpfalz mit einem Projekt des Mannheimer Energieversorgers MVV.
Wo sind die Wärme-Schwachstellen in Germersheim?
Im März war dafür ein Fahrzeug in der Stadt unterwegs und hat mit einer Spezial-Kamera Wärmebilder der Gebäude geknipst. Auch aus einem Flugzeug heraus wurden Aufnahmen gemacht. Auf den Fotos und an den Farben kann man sehen, an welchen Stellen die Häuser besonders viel Wärme nach draußen abgeben.
Bericht gibt auch Tipps für energetische Sanierung
Die Aufnahmen sind nun ausgewertet. Und die Hausbesitzerinnen und -besitzer können diese anfordern. 60 Euro kostet das. Dazu gibt es einen mehrseitigen Bericht. In dem steht unter anderem drin, wo das Haus Wärme verliert, wo das Haus gedämmt und saniert werden könnte und auch, wie groß der Aufwand dafür wäre.
Die Stadt Germersheim hofft, dass möglichst viele Berichte angefordert werden. "Die thermographischen Aufnahmen sind oft mit einem echten Aha-Effekt verbunden", sagt Klimaschutzmanagerin Merle Johnston. "Ich empfehle Hausbesitzenden, einen Bericht erstellen zu lassen, da dieser auch konkrete Beispiele enthält."
Wärmebilder auch in VG Wachenheim und Limburgerhof
In der Pfalz haben mit der Verbandsgemeinde Wachenheim und der Gemeinde Limburgerhof schon zwei andere Kommunen Wärmebilder von allen Gebäuden erstellen lassen. Zwei Prozent der Hausbesitzer hätten Berichte angefordert. "Das hört sich gar nicht so super an", sagt MVV-Projektleiter Simon Gans. Allerdings müsse man bedenken, dass die Sanierungsquote in Deutschland im Jahr unter einem Prozent liege. Deswegen sagt er: "Das lief ganz gut."
Fragen und Antworten zu Wärmepumpen Neue Heizung: Lohnt sich der Einbau einer Wärmepumpe?
Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist im ersten Quartal 2025 wieder deutlich gestiegen. Es spricht sich herum: Eine Wärmepumpe zum Heizen kann sich häufig lohnen und gefördert werden.
"Wir wissen nicht, ob die Sanierungen wirklich gemacht worden sind", gibt Wachenheims Klimaschutzmanager Florian Königstein zu. Trotzdem ist er sich sicher, dass die Wärmebilder und die Sanierungsempfehlungen auch in seiner Verbandsgemeinde etwas bewirkt haben: "In den Berichten stehen ja auch kleinere, nicht so teure Maßnahmen drin." So könnte ein Gebäude zum Beispiel durchs Dämmen der Decke in eine bessere Energieeffizienzklasse rutschen. Und dann könnte sich auch der Einbau einer Wärmepumpe für ältere Häuser lohnen.