Stichfeste Westen, Helme und jetzt bessere Bodycams

Testlauf in Rhein-Neckar-Region: DB Regio setzt Bodycams mit Ton ein

Seit dem gewaltsamen Tod des Zugbegleiters Serkan Çalar wird über mehr Sicherheit diskutiert. Heute startet die Bahn einen Testlauf für ganz Deutschland: Bodycams mit Ton im Rhein-Neckar-Gebiet und der Pfalz.

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Von Autor/in Nicoletta Prevete

Es sind erschreckende Zahlen: Seit Jahresbeginn gab es in den Zügen der DB Regio bundesweit 989 Übergriffe auf Mitarbeitende. Noch erschreckender: Am häufigsten wurden Bahnmitarbeitende in der Region Rhein-Neckar-Pfalz angegriffen.

Sie werden beschimpft, bespuckt, geschlagen und getreten.

 "Die Zahlen belegen, was unsere Mitarbeitenden nahezu täglich erleben: Sie werden beschimpft, bespuckt, geschlagen und getreten. Das ist umso trauriger, wenn man weiß, mit welcher Leidenschaft sie ihren Beruf ausüben und leben", erklärt Harmen van Zijderveld, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG in einer Presseerklärung.

Seit dem Tod von Serkan Çalar wurde die Sicherheit stetig erhöht

Seit dem gewaltsamen Tod des Zugbegleiters Serkan Çalar aus Ludwigshafen Anfang des Jahres hat die Bahn ihre Sicherheitsvorkehrungen nach eigenen Angaben stetig verschärft. Seit einigen Monaten können Mitarbeitende eine Bodycam tragen und sie einschalten, wenn sie in eine brenzlige Situation geraten.

Nun auch Bodycams mit Tonaufnahmen

Jetzt startet in der Region Rhein-Neckar-Pfalz ein Testlauf: Dort können Bahnmitarbeitende die Bodycam künftig auch für Tonaufnahmen nutzen, etwa wenn sie wüst beleidigt werden. 25 Mitarbeitende erhalten eine solche Bodycam, die auch Ton aufzeichnen kann.

Wenn der Test gut verläuft, könnten die Bodycams mit Tonfunktion schon ab Dezember bundesweit eingesetzt werden, so ein Bahnsprecher.

Wir tun alles, um die Sicherheit unserer Mitarbeitenden bei Kontrollsituationen zu erhöhen.

"Wir tun alles, um die Sicherheit unserer Mitarbeitenden bei Kontrollsituationen zu erhöhen, unter anderem versuchen wir mit verstärkter Personalpräsenz brenzlige Situationen besser deeskalieren zu können", erklärt Bahnsprecher Tim Alexandrin.

Ein Zugbegleiter steht mit einer Bodycam an seiner Brust an einem Bahnsteig, im Hintergrund steht ein Zug auf dem Gleis. In der Region Rhein-Neckar werden nun Bodycams mit Tonfunktion getestet.
In der Rhein-Neckar-Region sowie der Pfalz werden ab sofort Bodycams mit Tonaufnahme getestet (Symbolbild) picture alliance/dpa | Uwe Anspach

Tonaufzeichnung von Bodycams hilft bei der Strafverfolgung

Die Tonaufzeichnung der Bodycams sei auch ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit. Denn sie unterstütze unter anderem die Deeskalation, helfe aber auch enorm bei der Verfolgung von Straftaten, so Alexandrin.

Bereits jetzt kontrollieren Bahnmitarbeitende Fahrgäste zu zweit, wenn es brenzlig wird. Zudem tragen sie stichfeste Westen und bei Bedarf sogar Helme.

Stichfeste Westen, Helme, Bodycams - mehr Sicherheit für Bahnmitarbeitende

Mit den Gesprächsaufzeichnungen will die Bahn nun für die Sicherheit für ihre Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter weiter erhöhen.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Nicoletta Prevete
Autorin Nicoletta Prevete im Einsatz.

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