Warum kommt die grüne Schatteninsel weg?

Beliebte Klima-Oase am Speyerer Dom wird abgebaut

Nach zwei Sommern heißt es für Bewohner und Gäste: Abschied nehmen von der Klima-Oase am Speyerer Dom. Die grüne Insel wird im September abgebaut.

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Von Autor/in Birgit Baltes

Im Februar 2024 verkündete die Stadt Speyer in einer Pressemitteilung auf ihrer Homepage: "Mit dem Förderprojekt "Klima-Oase", einer Kombination aus Bäumen, Bänken und kleinen Grünflächen in Verbindung mit Wassernebeldüsen zur Kühlung, sollen nun die Besucher*innen der Speyerer Innenstadt zum Verweilen eingeladen werden. Denn Pflanzen steigern das Wohlbefinden, spenden Schatten, verschaffen bei warmen Temperaturen Kühlung und sorgen so für ein besseres Stadtklima."

Jetzt, zwei Sommer später, steht fest: Die Klima-Oase wird abgebaut. Aber was hat die Stadtverwaltung zu dieser Entscheidung bewogen?

Bürger wollen Klima-Oase am Speyerer Dom

Die Stadtverwaltung hatte drei Umfragen durchgeführt, wie die Klima-Oase bei den Bürgerinnen und Bürger ankommt, sagte Björn Freitag dem SWR. Er ist in Speyer für strategische Stadtentwicklung und Zukunftsfragen zuständig. Das Ergebnis der Umfragen fasst er so zusammen: "Die Menschen nehmen das sehr gut an und wollen das weiter."

Die Klima-Oase am Dom in der Speyerer Innenstadt. Sie wird bis Ende September abgebaut.
Die Klima-Oase am Dom in der Speyerer Innenstadt soll bis Ende September abgebaut sein. Ab Ende August darf sich keiner mehr hier niederlassen. Pressestelle Stadt Speyer

Klima-Oase am Speyerer Dom war befristetes Modellprojekt

Doch das ändert nichts daran, dass die Oase nun wegkommt. Gründe sind laut Stadtentwickler Freitag: Die Klima-Oase ist im Rahmen eines Modellprojekts des Landes Rheinland-Pfalz entstanden. Das trug den Titel "Innenstadt-Impulse" und war von Anfang an befristet. Eigentlich nur auf ein Jahr, aber die Stadt hatte es nochmals um ein Jahr verlängert. Bis Ende September kommt die Anlage nun endgültig weg, auch weil es der Stadtverwaltung an Personal fehle, um sie zu pflegen.

Domkapitel wollte Klima-Oase am Speyerer Dom nicht dauerhaft

Freitag räumte aber auch ein, dass die Damen und Herren, die über den Speyerer Dom wachen, darauf bestehen, dass die Klima-Oase nun abgebaut wird. Denn so eine Oase direkt neben dem Dom könnte den Blick auf das UNESCO-Weltkulturerbe beeinträchtigen.

Sie dauerhaft stehen zu lassen, wäre ein "Schnellschuss und eher kontraproduktiv" gewesen, so Freitag. Für die Stadt Speyer jedenfalls ist das Projekt ein voller Erfolg. So wurden Städte wie München und Ingolstadt darauf aufmerksam und bauen die Oase nach.

Klima-Oase in Speyer ist Marke Eigenbau

Das Besondere: Mitarbeiter des Grünauamts hatten die Oase selbst gebaut. Und nicht nur die am Dom, sondern weitere Oasen auf versiegelten Plätzen in der Innenstadt. Auf 20.000 Euro beziffert Björn Freitag die Kosten. Hätte man die gemietet, wäre das exorbitant teuer gewesen, sagt er, und weiter: "Die sind sehr gut angekommen, das ist schön. Sieben Sitz-Oasen plus Klima-Oase plus Bäume in großen Kübeln."

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Wie geht es nach dem Abbau der Speyerer Klima-Oase weiter?

Aber auch nach dem Abbau soll es weitergehen mit mehr Klimaschutz und Aufenthaltsqualität in der Speyerer Innenstadt. So werde für Speyer gerade eine Klima-Simulation erstellt, sagt der Stadtentwickler. Die soll bis zum Jahresende vorliegen und Hinweise liefern, wo dringend was geschehen muss.

Aber klar sei auch: Um dauerhaft etwas gegen Versiegelung und Hitze in der Innenstadt zu tun, brauche es viel Geld und Personal. Konkret zu sehen bekommen die Menschen aber immerhin bald 20 neue Pflanzen- und Blumenkübel in der City. Das Geld dafür sei von Geschäftsleuten und Speyrer Bürgern gespendet worden, so Freitag.

Klima-Oase "lebt" in Speyer weiter

Alle Bestandteile der Klima-Oase werden übrigens laut Stadtverwaltung weiterverwertet: Die Stauden werden dauerhaft am Rheinufer und die Sträucher in den Mühlturmpark gepflanzt. Die Bäume sollen im Spätherbst im Speyerer Domgarten eingepflanzt werden. Und selbst das Baumaterial soll laut Stadtentwickler weiter genutzt werden: Vom Holz über Schrauben und Pflanzfolie bis hin zur Berieselungsanlage.

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Birgit Baltes
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