"Es wird nicht mehr so wie früher. Abwarten ist keine Option", sagte Konzernchef Markus Kamieth auf der Hauptversammlung in Mannheim. Die Weltwirtschaft erlebe fundamentale Umbrüche, auf die das Unternehmen mit weniger Komplexität reagieren müsse.
Kamieth verteidigte zudem die Milliardeninvestitionen in den neuen chinesischen Verbundstandort Zhanjiang. Der Konzern produziere dort ausschließlich für den lokalen Markt und verlagere keine Produktion aus Deutschland nach Asien.
Sparprogramm und Stellenabbau
Die BASF kämpft mit einer zu geringen Auslastung am Stammwerk Ludwigshafen. Der Dax-Konzern hat deshalb mehrere Sparprogramme aufgelegt, inklusive umfangreichem Stellenabbau. Rund 2.800 Stellen sind nach Angaben des Vorstands bei der BASF SE in Ludwigshafen seit Anfang 2024 weggefallen. "Für unsere Mannschaft in Ludwigshafen ist das keine einfache Zeit", sagte Kamiteh zu den Veränderungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit.
Nach den ersten Monaten des laufenden Jahres gab es bei dem Chemiekonzern weltweit 106.428 Beschäftigte und damit rund 5.000 weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Im Stammwerk arbeitet mit etwa 33.000 Menschen etwa ein Drittel der weltweiten Beschäftigten.
BASF macht weniger Umsatz und weniger Gewinn im ersten Quartal
"Wir sind optimistisch für das zweite Quartal. Wir sehen in vielen unserer Geschäftsbereiche eine Preissetzungsmacht, die sich nun entfalten wird", sagte Finanzchef Dirk Elvermann bei der Vorlage der Quartalszahlen vor der Hauptversammlung.
Der Konzern profitiere in der aktuellen Krise von seiner globalen Aufstellung und lokalen Lieferketten. "Größe ist eine entscheidende Quelle der Widerstandsfähigkeit für BASF", sagte Elvermann. "Bislang sehen wir in dieser Krise keine Lieferengpässe für uns. Die Produktversorgung ist auch für das zweite Quartal gesichert."
Quartalszahlen besser als von Analysten erwartet
Im ersten Quartal ging der Umsatz der BASF im Vergleich zum Vorjahresquartal um drei Prozent zurück und lag in den ersten drei Monaten dieses Jahres bei rund 16 Milliarden Euro. Der bereinigte, operative Gewinn sank gleichzeitig um 5,6 Prozent. Damit übertraf die BASF die Erwartungen der Analysten, die schlechtere Zahlen erwartet hatten.
Das Ergebnis wird laut Finanzvorstand Dirk Elvermann vor allem durch negative Währungseffekte aus dem US-Dollar und dem chinesischen Renminbi belastet. Renminbi steht für Volkswährung und ist die offizielle Währung der Volksrepublik.
China-Geschäft trägt Wachstum
Aber natürlich prägt der Konflikt im Nahen Osten auch die Geschäfte der BASF. Der Konzern konnte etwas mehr verkaufen, allerdings in fast allen Bereichen zu niedrigeren Preisen. Das Mengenwachstum werde vor allem von den Geschäften in China getragen, so die BASF. Sie hatte dort im März ihren neuen Verbundstandort in Zhanjiang eröffnet. Während der Umsatz in allen Regionen zurückging, gab es in Asien ein leichtes Plus, in China lag das sogar bei 20 Prozent.
Hauptversammlung in Mannheim
Aktionärsschützer forderten das Management auf, nicht nur den neuen Standort China hochzufahren, sondern auch Europa als zukunftsfähigen Heimathafen zu sichern. Der Vorstand erläuterte heute zur Hauptversammlung in Mannheim die Geschäftsentwicklung. Er stellte den Aktionären eine Dividende von 2,25 Euro in Aussicht.