Eyleen Reuter vom Förderverein Frauenhaus Ahrweiler steht auf der Bühne und erklärt, was der Förderverein Frauenhaus Ahrweiler vor hat. Es ist ein Projekt, das die Jury des Wettbewerbs und die Zuschauer am Mittwochabend in der Winzergenossenschaft in Dernau beeindruckt und verblüfft: Der Verein will so von Gewalt betroffenen Frauen im Ahrtal besser helfen als bislang.
Mobiles Beratungszimmer für das Ahrtal
Viele Betroffene können nicht persönlich ins Frauenhaus kommen, um sich beraten zu lassen, erläutert Reuter. Etwa, weil sie rund um die Uhr von ihren Partnern kontrolliert werden, beispielsweise über eine Tracking-App auf dem Handy. Deshalb hat sich der Förderverein eine Lösung einfallen lassen: "Wenn die Frauen nicht selbst kommen können, muss die Hilfe zu den Frauen kommen", sagt sie. Und zwar mit einem Kleinbus, der zu einem Beratungszimmer umgebaut worden ist.
Wenn die Frauen nicht zur Hilfe kommen können, muss die Hilfe zu den Frauen kommen.
"Damit können wir Frauen erreichen, bevor es zu spät ist", erläuterte Eyleen Reuter das Projekt namens "Rita". Vorbild ist ein mobiler Frauenhaus-Bus, der rund um Wuppertal unterwegs ist. Die Abkürzung "Rita" steht für "Rat und Information tourt im Ahrtal".
Die Jury der "Ahrena der Ideen" prämiert diese Idee mit 50.000 Euro. Eyleen Reuter und ihre Mitarbeiterinnen waren begeistert: "Jetzt können wir den Bus anschaffen und Frauen im gesamten Kreis Ahrweiler helfen".
Auch Geld für Wanderweg und Gedenkstätte
Weitere 50.000 Euro gehen an den Verein "DenkAhr", der in Bad Neuenahr-Ahrweiler eine Gedenkstätte für die Opfer der Flutkatastrophe 2021 errichtet. Und die Gemeinden Hönningen, Ahrbrück, Lind und Kesseling bekommen zusammen 50.000 Euro für einen Wanderweg, der die Kommunen verbindet und Touristen an die Mittlere Ahr locken soll.
Die Bürger sehen, dass ihnen auch viereinhalb Jahre nach der Flutkatastrophe noch geholfen wird.
Hönningens Ortsbürgermeister Jürgen Schwarzmann (CDU) freute sich sehr über die finanzielle Unterstützung und lobte das Projekt "Ahrena der Ideen". "Dadurch wird die Vielfalt des Ahrtals deutlich und das Tal wird nach vorne gebracht. Die Bürger sehen, dass ihnen auch viereinhalb Jahre nach der Katastrophe noch geholfen wird."
Malteser bekommen Geld für Senioren-Rikschas
Ebenfalls 50.000 Euro bekommt der Malteser Hilfsdienst - und dass, obwohl er nur 25.000 Euro bei der "Ahrena der Ideen" beantragt hatte. Doch die Jury war total begeistert von den Ausflugsfahrten für Senioren, die ehrenamtliche Malteser-Helfer mit einer Elektro-Rikscha bislang in Bad Neuenahr-Ahrweiler anbieten. Jetzt können die Malteser nicht nur eine zusätzliche Rikscha kaufen, sondern sogar zwei. Demnächst werden die Seniorenausflüge auch in Hönningen und in Sinzig angeboten.
Aufgerufen zur "Ahrena der Ideen" hatte der Verein Spenden-Shuttle e.V.. Über 60 Vorschläge von Vereinen, Initiativen, Bürgern und Kommunen waren eingegangen. Eigentlich sollten beim Finale in Dernau nur 250.000 Euro verteilt werden. Angesichts der vielen guten Vorschläge erklärte der Chef der VR-Bank aber noch während des Finales, den Betrag auf 300.000 Euro aufzustocken.