Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Koblenz steht an der Seite von Frauen, Kindern und Familien in schweren Lebensphasen. Dazu gehören auch Situationen häuslicher Gewalt. Eine von ihnen ist Sybille (Name geändert), sie hat Hilfe durch den SkF erfahren, da sie viele Jahre Gewalt durch ihren Partner erfahren habe.
Als sie ihren Mann kennenlernte, schien zunächst alles in Ordnung, berichtet Sybille. Sie habe ihn im Kosovo kennengelernt und sei für ihn nach Deutschland gezogen. Erst mit der Zeit habe ihr Partner angefangen, gewalttätig zu werden.
Immer wieder habe Sybille versucht, sich zu wehren, berichtet sie. Doch die Angst um ihre Kinder und ihre Familie im Kosovo sei zu groß gewesen. Außenstehenden habe sie deshalb erzählt, ihre Verletzungen seien durch einen Treppensturz entstanden. Sie erzählt, dass sie irgendwann die Kraft aufbringen konnte, sich zu trennen. Doch ihr Ex-Partner habe sie weiterhin nicht in Ruhe gelassen.
Ein neues Leben dank Unterstützung im Frauenhaus
Später habe sie so starke Verletzungen erlitten, dass sie ins Krankenhaus gekommen sei. In diesem Moment sei ihr klar geworden, dass es so nicht weitergehen könne. Die Polizei habe sie ins Frauenhaus gebracht. Dort begann für sie ein neues Leben, erzählt Sybille.
Schutzhaus im Raum Koblenz Letzte Rettung für Mädchen vor Gewalt, Missbrauch und Zwangsehe
Die Hilfsorganisation Solwodi setzt sich seit Jahrzehnten gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ein. Seit Anfang September gibt es im Raum Koblenz ein Schutzhaus extra für Jugendliche.
Kampagne soll auf häusliche Gewalt aufmerksam machen
Damit Betroffenen wie Sybille besser geholfen werden kann, haben der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Koblenz und die Wohnungsgesellschaft Vonovia gemeinsam eine Kampagne gestartet. Unter dem Motto "Kein Raum für Gewalt. Hinsehen. Hinhören. Helfen." soll auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam gemacht werden. Das ist wichtig, sagt Stefanie Coopmeiners, Geschäftsführerin des SkF Koblenz. Denn es betreffe alle Schichten der Gesellschaft.
Sensibilisieren und Wohnungen vermitteln
Die gemeinsame Kampagne von Vonovia und SkF besteht aus zwei Bausteinen, sagt Olaf Frei, Pressesprecher der Vonovia Süddeutschland. Der erste Teil sei eine öffentliche Sensibilisierungskampagne mit Postkarten und Flyern, die in allen Wohnhäusern der Vonovia in Koblenz ausgehängt werden sollen.
Auf den Postkarten und Plakaten soll auf Partnergewalt aufmerksam gemacht werden, um betroffenen Frauen zu helfen sich Hilfestellung zu holen, sagt Olaf Frei. Außerdem soll die Kampagne Nachbarn ermutigen, aufmerksam hinzuschauen, nicht wegzugucken und sich an den Sozialdienst katholischer Frauen zu wenden.
Der zweite Teil der gemeinsamen Kooperation ist die Wohnraumvermittlung durch die Vonovia. Viele Frauen aus dem Frauenhaus hätten Probleme auf dem Wohnungsmarkt etwas zu finden, sagt Frei. Die Vonovia möchte deshalb künftig Betroffene von häuslicher Gewalt gemeinsam mit dem SkF bei der Vermittlung einer Wohnung unterstützen.
Durch eine neue und eigene Wohnung beginnt für viele Frauen ein neues Leben, so auch für Sybille. Ihr ist es heute wichtig zu sagen, dass keine Frau Gewalt ertragen sollte. "Eure Leben und eure Sicherheit sind wichtig."