Dennis Harries ist verzweifelt. Dem Planetologen vom Luxemburger Institut für Wissenschaft und Technologie fehlen nur noch wenige Gramm des Meteoriten, der im März im Koblenzer Stadtteil Güls in ein Wohnhaus eingeschlagen ist. Denn Harries würde ihm gerne einen Namen geben. Aber dafür braucht er noch Material.
Mindestens 20 Gramm werden gebraucht
Laut Harries fordert die Meteoritical Society nämlich mindestens 20 Gramm eines Meteoriten, um ihm einen Namen zu geben. Das soll sicherstellen, dass auch zukünftige Generationen von Forschern Zugang zu dem Material hätten. Das wiederum sei so wichtig, um damit die Ergebnisse der Untersuchungen überprüfbar zu machen, sagt Harries. Die Meteoritical Society ist ein internationaler Zusammenschluss von Forschern, der sich der Erforschung von Meteoriten verschrieben hat.
Dennis Harries war auch Teil der Meteoritenjäger, die sich einen Tag nach dem Einschlag in Güls auf die Suche nach kleinen Bruchstücken machten. Dabei habe er ein bisschen Material gefunden, das er für seine Untersuchungen nutzen könne, sagt der Wissenschaftler. Das reiche aber noch nicht für die geforderten 20 Gramm.
Eigentümer des Meteoriten sind verschwunden
Dabei gäbe es eigentlich mehr als genug Material für die Untersuchung des Meteoriten. Das größte Stück hatte die Polizei nach dem Einschlag im März erstmal an sich genommen und dann an die Eigentümer des Hauses zurückgegeben. Das wog nach Angaben der Polizei etwa 160 Gramm. Insgesamt seien 400 Gramm des Meteoriten in dem Haus in Güls gefunden worden.
Von den Eigentümern fehle aber jede Spur, sagt Hans-Joseph Ackermann. Er ist Ortsvorsteher des Koblenzer Stadtteils. Demnach wurde bereits mehrfach versucht, zu klingeln. Es mache aber niemand auf. Er wisse auch nicht, wer in dem Haus wohnt, sagt Ackermann. Auch Meteoritenforscher Harries bestätigt, dass es keinen Kontakt zu dem Besitzer des Meteoriten gebe.
Namensfrage bislang noch ungeklärt
Ein weiteres Problem könnte der zukünftige Name werden. Hans-Joseph Ackermann hat dazu eine klare Meinung: Güls soll der Meteorit heißen. Meteoritenforscher Harries hält aber dagegen. "Ich würde ihn gerne Koblenz nennen", sagt er. Die Regel sei, dass der größte Ort in der Nähe des Einschlagortes Namensgeber für einen Meteorit wird. "Für mich ist halt vor allem wichtig, dass wir einen Namen haben, der einprägsam ist". Er sei aber nicht aus Koblenz, sagt der Wissenschaftler lachend.