Die Veranstalterin, die Koblenz-Touristik GmbH, hält an ihrem Konzept zu Rhein in Flammen fest. Das umstrittene Höhenfeuerwerk wird am Samstagabend abgefeuert. "Für die Durchführung des Feuerwerks werden aufgrund der aktuellen Wetterlage entsprechende, umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen unter anderem von der Feuerwehr Koblenz getroffen", heißt es in einer Mitteilung der Stadt.
Löschwasser aus der Zisterne der Festung Ehrenbreitstein
Nach Angaben der Stadt steht unter anderem Wasser einer Zisterne der Festung Ehrenbreitstein zur Verfügung, sollte es zu Glutnestern kommen. "Das hierfür notwendige Löschwasser würde im Einsatzfall nicht aus dem Rhein entnommen werden", erklärt die für den Brand- und Katastrophenschutz in Koblenz zuständige Bürgermeisterin Dr. Dagmar Kranz.
Finale Entscheidung zu Rhein in Flammen fiel am Dienstagvormittag
Aufgrund der aktuellen, trockenen Wetterlage hätten sich die beteiligten Behörden in den vergangenen Tagen intensiv über das Feuerwerk ausgetauscht, heißt es von der Stadt. Am Dienstagvormittag habe es die finale Besprechung dazu gegeben. Demnach sei aus fachlicher und sicherheitsrelevanter Sicht eine Durchführung des Feuerwerks am Samstag möglich.
Auch gebe es einen Unterschied zum abgesagten Feuerwerk der NATURE ONE im Hunsrück am vergangenen Wochenende: Das Festungsgelände in Koblenz befinde sich nicht in einem Waldgebiet, was eine erhöhte Brandgefahr nach sich gezogen hätte.
Drohnenshows und Feuerwerk bei Rhein in Flammen geplant
Zusätzlich zum Feuerwerk gibt es in diesem Jahr erstmals zwei Drohnenshows: eine am Freitag bei der 90er-Jahre-Party am Deutschen Eck, und eine am Samstag. Beginn ist an beiden Tagen für 23 Uhr geplant. Die Drohnenshow am Samstag soll nahtlos in das Höhenfeuerwerk an der Festung Ehrenbreitstein übergehen. Nach Angaben der Organisatoren dauern die Drohnenshow und das Feuerwerk dann zusammen etwa eine halbe Stunde.
Große Diskussion um Feuerwerk in Koblenz
Wie schon in den vergangenen Jahren gibt es auch dieses Jahr eine Diskussion in Koblenz um das große Feuerwerk zum Abschluss von Rhein in Flammen. Die Grünen hatten sogar am vergangenen Wochenende eine Online-Petition gestartet, um das geplante Höhenfeuerwerk zu verhindern.
In der Begründung hieß es, Rhein in Flammen könne nur noch angepasst an die Realität des Klimawandels stattfinden. Denn Rheinland-Pfalz erlebe in diesem Sommer erneut eine ausgeprägte Dürre.
Erhöhte Brandgefahr und Wassermangel
Weiter argumentierten die Grünen: "Der Deutsche Wetterdienst warnt vor einer erhöhten Brandgefahr, Rhein und Mosel führen außergewöhnlich wenig Wasser und vielerorts wird bereits zum Wassersparen aufgerufen. Unter diesen Bedingungen halten wir ein großes Höhenfeuerwerk für nicht verantwortbar." Nach einem Tag hatten mehr als 500 Menschen die Petition unterzeichnet, etwa die Hälfte davon kommt aus Koblenz.
Trockenheit bereits 2022 ein großes Problem
Bereits 2022 spielte das Thema Trockenheit während Rhein in Flammen eine große Rolle. Damals kündigten die Veranstalter an, bei Bedarf einzelne Abschussorte des Feuerwerks zu verlegen. Die Stadt Koblenz bewässerte vorsorglich die betroffenen Flächen. Zahlreiche Einsatzkräfte standen bereit, um im Notfall schnell reagieren zu können.
Nach Angaben der zuständigen Koblenz Touristik GmbH sind diese Vorsichtsmaßnahmen mittlerweile Routine - und auch für dieses Jahr geplant. Die felsige Wand hoch zur Festung Ehrenbreitstein, wo das Hauptfeuerwerk gezündet wird, ist laut der Verantwortlichen recht unkritisch im Zusammenhang mit der Brandgefahr.
Historischer Niedrigwasserstand erwartet Extremes Niedrigwasser: Kein Schiffskonvoi bei Koblenzer Rhein in Flammen
In Koblenz beginnt Rhein in Flammen am 7. August. Zum Höhepunkt der Veranstaltung am Samstagabend entfällt allerdings der Schiffskonvoi. Der Rhein hat dafür zu wenig Wasser.
Schiffskonvoi bei Rhein in Flammen ist abgesagt
Der traditionelle Schiffskonvoi zwischen Boppard und Koblenz wurde aufgrund des Niedrigwassers dagegen bereits abgesagt. Denn nach Angaben der Koblenz Touristik gehen die derzeitigen Prognosen für Samstag (8. August) am Pegel Koblenz von einem historischen Niedrigwasserstand aus. Ein vergleichbarer Schritt war zuletzt 2022 notwendig, als der Schiffskonvoi bei Rhein in Flammen aus demselben Grund entfallen musste.
Anstelle des Schiffskonvoi ist vorgesehen, dass sich die Fahrgastschiffe vor der Festung Ehrenbreitstein positionieren. Der Rhein wird dafür in der Zeit von 21.30 Uhr bis 24 Uhr für den Schiffsverkehr gesperrt.
Schiffsbetreiber wollen den Wasserstand im Blick behalten
Welche einzelnen Schiffsbetreiber sich dort positionieren oder doch weiter eine Tour außerhalb des Konvois am Samstag anbieten, steht derzeit noch nicht fest, sagt die Koblenz Touristik. Besucher, die ein Ticket für den Schiffskonvoi gekauft haben, müssten sich an den jeweiligen Anbieter wenden, wo sie das Ticket gekauft haben und klären, ob sie noch ein Recht haben ihre Tickets zurückzugeben oder nicht.
Die Gilles Personenschifffahrt möchte den Wasserstand nach eigenen Angaben bis kurz vor Veranstaltungsbeginn im Blick behalten und dann entscheiden, wie sich das Programm ändert. Die Marksburgschifffahrt Vomfell teilte mit, wenn es möglich ist, Touren anzubieten, soll es auch zur Veranstaltung Rhein in Flammen eine Schiffstour geben.